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Der Israelit · 1920-05-06 · Heft 18 (6.5.1920) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
61 (1920)
Issue
Heft 18 (6.5.1920)
Date
1920-05-06
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Seite 9 Nr. 18. 6.AM 1926. Ger „frankfurter Israelit". rcrnkfurter Werichte. »» Getteralversamwkmrg der Agudas Aisroek- Attgendgruppe. In der am 10. April (30. Nissan) stattgefundenen, stark besuchten Generalversammlung der Agudas Jisroel-Jugendgruppe wurde unter anderem beschlossen, daß von der hier konstituierten Gruppe der östlichen Flüchtlinge, der „Z'irei Emuneh Jisroel" ein Vorstandsmitglied in den Vorstand der Jugendgruppe delegiert wird. Ferner wurde einem Antrag entsprechend, die Gründung einer Leihbibliothek beschlossen, doch werden die Vorbereitungen hierzu noch längere Zeit in Anspruch nehmen, ebenso wie die Beschaffung der nötigen Geldmittel. Der Jahresbeitrag wurde aus 12 Mk. festgelegt. In den Vorstand wurden gewählt die Herren Zahnarzt S. Ehrmann, Vorsitzender, Dr. W. Hof: mann, Theodor Klein, Hugo Katz, Alfred Rosenfelder und die Damen Fanny Sänger, Selma Eisemann- Judith von Geldern, Hulda Falk. Des weiteren wurde, der Arbeits-Ausschuß gemäß den Statuten neugewählt. Rettung für die jüdische« Landgemeinden Deutschlands. — Zur Oftjudenfrage. Mancher wird sich beim Lesen obiger beiden lieber« schriften erstaunt fragen, wie drese beiden zur Zeit die ganze deutsche Judenheit bewegende Fragen Zusammenkommen und doch besteht ein inniger Zusammenhang beider, wie ich versuchen will, im Nachstehenden zu beweisen. Bekanntlich kranken die Landgemeinden an dem Umstande, daß seit Jahren eine Abwanderung nach den Großstädten stattfindet, wodurch die Reltgtons- und Volksschulen geleert, die zum Teil schönen, geräumigen Synagogen verödet werden. Gerade auf dem Lande empfinden es die meisten Leute schwer, daß sie nicht mit „Mtnjan" die täglichen Gebete verrichten können, teils aus alter Gewohnheit, teils aus wirklicher Frömmigkeit. Wäre es da nicht möglich, in solchen Zwerggemetnden je drei bis vier vstjädische Flüchtlingsfamilien anznsiedlen; selbstverständlich müßte dabei eine gewissenhafte, peinliche Auslese getroffen werden, um nur solche Glaubensgenossen anzustedetn, die nach kurzem Aufenthalte sich selbst erhalten könnten und nicht der Gemeinde dauernd zur Last fallen; in erster Linie also Handwerker. Sodann dürften nur solche Leute ausgesucht werden, die sich unter Wahrung ihrer religiösen Gebräuche, den deutschen Gesetzen und Sitten gewissenhaft unterwerfen, die bezüglich Charakter und Ruf tadellos sind. Zu diesem Zwecke müßten sämtliche deutsche größere jüdische Institutionen, ohne Unterschied der religiösen Parteirichtung ein Komitee bilden, welches an die sämtlichen notleidenden Kleingemetnden ein Rundschreiben ergehen läßt, um deren Sonderwünsche entgegenzunehmen, ob Schneider, Schuhmacher, Schlosser zc. erwünscht und nötig sind; sodann müßten Vertrauensleute dieses Komitees nach den Ostländern entsandt werden, urn dorten eine peinlich gewissenhafte Auslese zu halten, welche Leute sich am besten als Ansiedler eigenen. Die Bedenken, daß Deutschland die Einwanderung nicht gestatten wird, weil wir ohnehin Mangel an Kohlen, Lebensmittel und Wohnungen haben, träfen in diesem Falle nicht zu, weil gerade auf dem Lande auch heute noch dieser Mangel nicht herrscht. Die bekannte Opferwilligkeit der Landbewohner wird schon für alles Nötige sorgen, wobei allerdings dieselben durch den zu sammelnden Fond noch zu unterstützen wären. Schon nach wenigen Jahren wird der Fleiß, die Arbeitsfreudigkeit und Intelligenz dieser Ansiedler dafür bürgen, daß sich dieselben selbständig erhalten können und dann wertvolle Mitglieder dieser Gemeinden werden. Auch die Religionsschulen und israelitischen Volksschulen, soweit solche bestehen, werden wieder bevölkert werden und nicht zuletzt wird das Thorastudium in diesen Gemeinden auf's Neue belebt. Ich glaube, daß dieser Vorschlag wert ist, erwogen zu werden und geht deshalb an die maßgebenden Institutionen die Bitte, denselben in ihren Beratungen zur Lösung der Judenfrage und Erhaltung der Kleingemeinden einzubeziehen. Wenn auch die Ostjudenfrage selbstverständlich damit nicht restlos gelöst werden kann, so können doch mindestens mehrere tausend Familien aus diese Weise in den zahlreichen Kleingemeinden eine Existenz finden. A. S. K. Awittau (Mähren). Löbliche Redaktion! Bezugnehmend auf die Anregung des Herrn tot Sprechsaal Nr. 12 des „Israelit" betreffs „Rituelle Cichorie", erlaube ich mir als (VBi folgendes aus meiner Praxis zu bemerken. Bor einigen Jahren kam zu mir ein nichtjüdischer Cichoriefabrikant und ersuchte mich um Ausstellung eines nran für seine Waren. Er erzählte mir bet dieser Gelegenheit, daß er seine Erzeugnisse nach Galizien und der Bukowina exportiere und daß seine jüdischen Kunden daran Anstoß nähmen, daß seine Ware ohne „Hechscher" wären. Bei dieser Gelegenheit erzählte er mir als idw 'v'? n'vv, daß Cichorie un- Wir empfehlen unser großes Lager in Kaffee-, Thee- und Speise- Service, Tassen, Teller, Schüsseln etc. Waschu. Tonnengarnituren. Ferner grosse Auswahl in CHasnaren, Emaille, Aluminium, u. Zinkvr ar en FftliBgasse 89 u* 111 Telefon Hansa 5754 Telefon Hansa 5754 SeJiixmanii-’Tlft eatei? VOLKS-SCHAUSPIELE Samstag, 8, Mai, Sonntag, 9, Mai je nachm. 3 Uhr; _„Minna von Barnhelm.“_ Donnerstag. 6. Mai, Freitag, 7. Mai, Samstag,8.Mai, Sonntag, 9.Mai: je abends7V2Uhr: „Das Instanzenkind“ Schwank in 3 Akten von Robert Overweg Außerdem täglich geöffnet: „SCHUMANN - WINTERGARTEN“ mit vollständ. neuem erstklass. Künstlerprogramm. „SCHUMANN-BIERKELLER“ Dir. WillyLeyendeckers Possen-Gesellschaft. am Eschenheimer Turm. lottoi wttoi lolrottoiroirott« Zilierthal und Vierkabarett. K»<tit$ffmin0 6 V, tiftr, Jlnt. 71/, Ahr MettM Neu eröffnet: Wein-Klaus®. Eingang nur Stiftstratze 3«. bedingt „gefettet" werden muß; das Fett verleiht diesem Produkte seinen Glanz (die pechschwarze Farbe) und seine Haltbarkeit. Dasselbe bestätigte mir ein zweiter Fabrikant, den ich über die Fabrikation von Cichorie ansfragte. Daß ich keinen *)twn ausstellte, ist ja selbstverständlich. Ich teile es der jüdischen Oeffentlichkeit deshalb mit bwsö rtsnb. Rabbiner Dr. Felix Kanter. Familiennachrichten. Barmizwoh-Feier. Erich, Sohn des Herrn Siegfried Löwenthal, Bleichstraße 5. — Israel, Sohn des Herrn Jof. Rothschild, Obermain-Ankage 19, am Samstag p"nu. (1. Mai.) Verein Mekor Chajim Samstag morgen: „Dinim"; Herr Rektor Falk. — Nachm. 41/4 Uhr, Langestr. 18: „Mikro"; Herr Samuel Hey mann. Sonntag morgen, 91/« Uhr und Dienstag vor nnjö int Vereinslokale: „Gemoro"; Herr R. A. Posen. — Abends Stunde vor Nacht, Hanauerlandstr. 17: „npsn py"; Herr Redakteur Schachnowttz. Montag u. Mittwoch abend, 7 Uhr, im Vereinslokale : „Gemoro"; Herr Dr. Jos. Breuer. Jahr zeilslernen. Montag morgen: Julius Friesländer-Stiftung, Donnerstag morgen: Dr. Israel Rvos-Stistung Agudas Jlsroe!-Juge«dgruppe. Sonntag morgen, 8 Uhr: „Chumisch mit Raschi"; Herr Leopold Oppenheimer. Montag und Donnerstag abend, */49 Uhr: „Gemoro"; Herr Zahnarzt Ehr mann. Dienstag abend, 7% bis 81/* Uhr: „Tefilloh"; Herr Oberlehrer Kaufmann. (Für Herren). Dienstag, 7 Uhr und Sam Stag nachm., 3*/, Uhr: „Gemoro"; Herr Dr. Hosmann. Mittwoch abend, 8'/* Uhr: „Newiim"; Herr Lehrer Unna. (In der Wohnung des Dozenten, Kleine Obermainstraße 30). Donnerstag abend, 7.9 Uhr: „Ausspracheabend"; (Herren und Damen). Samstag vorm., 7a10 Uhr: „Gemoro"; Herr Dr. I. Posen. — 11°/« Uhr.: „Mischna"; Herr Lehrer A. Htrschberg. Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Dienstag abend, 7 Uhr: „Jiob"; Herr Zahnarzt E h r m a n n. Donnerstag abend, 6 Uhr: „Hebräische Sprache"; Herr Lehrer Je len. SamStag, nach Schluß der Synagoge: „Sidravortrag". — 11% Uhr: „Hirschlektüre". — */,4 Uhr: „Thauro"; Herr Lehrer Htrschberg. — 5Uhr nachm.: «Tefilloh"; Herr Dr. Hofmann. Beshamidrasch, Ostendftrafte 18. Sonntag früh, 8-9 Uhr, Dienstag und Donnerstag abends 7.9 bis 7.10 Uhr: „Gemoro-Schiur"; Herr Rechtsanwalt Dr. I. Breuer. Samstag mittag 121/« Uhr: „pöm mit Hin" und sonstigen Erklärungen; Herr Rvsenzweig. Hierauf um 1 Uhr: nruti. Heöetzeiten. mir- Freitag ahenD 7.20 Samstag morgen 8.— Samstag nachm. 5.—. Samstag abend 8.45. Wochen gottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.— Schumanntheater. Im Schumanntheater, wo sonst die lustige Operette vorherrschte, gehen jetzt ernste und auch Hafsische Stücke in vollendeter künstlerischer Durchführung über die Bühne. Es wurden bis jetzt und werden abwechselnd noch weiter gespielt: „Die Ehre" von Sudermann, das Lesstngsche klassische Lustspiel „Minna von Barnhelm", sowie „Die Weber" von Gerhard Haupimanu.

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