Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1920-05-06 · Heft 18 (6.5.1920) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
61 (1920)
Issue
Heft 18 (6.5.1920)
Date
1920-05-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2446951-2450088-2450105--68204-2525242
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

^^v^msübsSs*4 WX\\ lia SiiitraisriiM [Qr das arflnto Mtjim~lf]^^/j III Iipartf ooo Pr.Leleuaio ÜSiioi \\\WKJm Eck 1*>F! 61. lakrgsng Frsnkkutt s- M-. Sen 6. Mai 1920 Abonnement pro Vierteljahr i Deutschland Sei den Postämtern M. 3.75, Sei direkter Bestellung u. RechnungSerteilung durch d.VerlagM. 4.50vierteli'ährl. für Lehrer u.Kultusbeamte (nur direkt) M. 2.28 Vierteljahr!., alles 5 Pfg. Bestellgeld. Deutsch-Oesterreich ii. Ungarn Kronen 12.50 Viertels.; Tschecho-Slowakei Kr. 7.50 viertelt., Holland fl. 1, Skandinavien Kr. 2, Schweiz, Frankreich u. Belgien Fr. 1.50, England 1 8h. 6 p., Amerika 0.50 Doll, viertel). Einzelnummer 50 Pfg. Durch den Buchhandel wie b. Verlag. 18. Jjar 6680. •SBaftUBXRSQflEttCJ Der Israelit erscheint jeder Donnerstag Inserate: Mk. l.— für die sechsgesvaltene Colonel-Feile einschl. Tenernngsznichl.jAusland-Jns.Mk.3.—pro Zeile Rabatt nach Tarif Juseratenannahme durch den Verlag des Israelit G. m. b H., Frankfurt a. M., Gr. Eschenhetmerstr. 33 Tel. k»842, Amt Hansa, sowie fämtl. Annoncen-Exped. des In- und Ausland?. Ptatzvorschrifteu aynr UervlndUchkelt. 18 Zahlungen außer direkt an den Verlag — Postscheckkonto Frankfurt a. M. No. IS 802 — ertolqeit an: Conto bei der Postsparkasse Wien No. 78 Evttto Sei dem Postsparkassenamt Budave" ^o. 18«'- Eoto beim Postscheckamt Zürich iV»». VORl 7254 Eonto der der Böhmischen llnionbank Prag und deren Filialen. Der NsckSrucK Ser Mike! unS Cörre!ponöen?en öes „Isrsellf“ ist nur unter genauer Quellenangabe, unS, loraelt es fleh um größere liMstzi hanSelt, nur nach norberlöer öenehmigung gestattet. IntMtsÄbsrstchl. 1. Leitartikel: Das Kingen um Erez Jisroel. 2. Kleines Feuilleton: David Pineas: Dir Sübbotkerxe. — Die ersten Gmergarsten. — Aphorismen. — (Archäologisches aus Palästina.) — 3. W o ch e n r u n d s ch a u: Das Ende des Revisions-Kampfes in Bayern. — Die Juden der Ostmark. — 4. Aufsätze: Warum rählrn wir? — Eine offene Anfrage! — 5. K ö r r e s p o n d e nsen und Nachrichten: Berlin, (Berliner Gemeindewahlen). — Berlin, (Deiegiertentag de§ Misrachi). — München, (Der bayrische Antisemitismus). — München, (Ein bayrischer Genieindebund). — Wien, (Universitätskrawalle gegen die Juden). — Budapest, (Ungarischer Terror.) — Prag. — Warschau, (Englische Hilfe). — Warschau, (Allerlei aus Polen). — Kowno, '(Die Wahlen für den Landtag). — Zürich, (Anschluß der GesetzeStrouen der Bukowina an die „Agudas Jisroel"). — London, (Das Urteil gegen Jabotinsky). — Paris, (Judenausweisungen aus Frankreich). — S. Personalien: Bohorodczanh. — Berlin. — Gießen. — Biebrich. - Nürnberg. — Borghorst. — 7. Vermischtes: Breslau. — Lindenfels. — Bremen. — Cöln. — Budapest. — 8. F e u i l l e t o n - B e i l a g e: Im Iudenstknrt drr Ghasarrn. Hermann Seckbach: Rebb Jehudoh. — Die drei kostbarsten ^Bibeln der Welt. — 9. Kind er ecke: Heinrich Einstädter: Kameraden. — Aus dem Talmud und Midrasch. — 10. Frankfurter Berichte. — Sprechsaal — Familiennachrichten — Bereinskalender. — Gebetzeiten. Vas Ringen um Erez Jisroel. „Palästina ist nach z w e i - taufen djährig erFremdherrschaft dem jüdischen Volke zurückgegeben. Das jüdische Volk tritt wieder aktiv unter die Völker und Staaten ein"- (Selbstwehr, Prag) „Vor wenig Tageu konnten Sie lesen, daß der Oberste Rat das Land Palästina der jüdischen Nation als Eigentum übergeben hat" (Abg. Stricker, Wien) „Die fast zweitausendjährige Epoche der Verbannung hat ihr Ende gefunden. Eine neue Zeit hebt ander Auszug beginnt . . ." (Jüd. Rundschau, Berlin Ein Jubelsturm rast durch die zionistische Preffe, und dieselben Kreise, die noch vor vierzehn Tagen in tiefster Depression die — von keinem nüchtern Denkenden ernstlich in Betracht gezogene — Möglichkeit erwogen, es könne England seine im Balfour-Bries gegebme Zusage einfach annullieren, wissen sich jetzt im Paroxysmus der Begeisterung über das angebliche Ende des Goius nicht genug zu tun. Was ist geschehen? Der Oberste Rat hat in San Nemo vor allem die Zuteilung des Mandates über Palästina an Großbritannien endgültig beschlossen und die Mandatarmacht mit der Ausführung des durch Balfour gegebenen Versprechens der Errichtung eines „national hörne“ für das jüdische Volk in Palästina beauftragt. Daß in dieser Bestätigung ein gewaltiger moralischer Erfolg des Zionismus liegt, ist klar) daß die Partei, insbesondere diejenigen, die ihr ganzes Innenleben, ihr Sehnen und Hoffen als Juden in dem Gelingen oder Mißlingen der politischen Aktion verankert haken, nach bangen Zweifeln laut nun aufjauchzen, und in Flaggenschmuck, Festsitzungen, Glückwunschtelegrammen und Volksversammlungen ihrer gehobenen Stimmung Aus-, druck verleihen, ist subjektiv begreiflich. Dennoch ist leider kein begründeter Anlaß für das jüdische Volk vorhanden, nun plötzlich, nach den Tagen von San Remo, die Welt im Morgenrot der Erlösung zu erblicken. Was vor vierzehn Tagen berechtigten Grund zu schwerster Skepsis bot, deisientschlossene Widerstand der Araber gegen ein jüdisches Palästina, ist in den Erklärungen, die bisher aus San Nemo und London vorliegen, vollkommen totgeschwiegen. Eine jüdisch-na^onale „Heimstätte" unter Wahrung der arabischen Rechte aber ist, wenn die Araber als Mehrheitsnation es wollen, rin Begriff, dem eine geschickte Staatskunst jeden beliebigen Inhalt zu geben vermag, und es scheint uns nach wie vor wenig wahrscheinlich, daß England geneigt sein wird, ein wirklich jüdisches Palästina etwa mit Waffengewalt gegen den arabischen Chauvinismus zu verteidigen. Die Perspektiven, die sich hier eröffnen, bedürfen zunächst keiner näheren Erörterung. Zurückhaltende Beurteilungider Lage ist umsomehr am Platze, als unter den verschiedenen Reuter-Meldungen aus San Remo sich auch eine höchst offiziös und mysteriös klingende Kundgebung befindet, wonach die Entscheidungen des Obersten Rates über den türkischen Orient „das Verhältnis zu dem Emir Faisul und seinen > Ansprüchen nicht präjudizierten, vielmehr diese Ansprüche lediglich aus militärischen in zivile umw»ndelten." Auch die Antwort, die Bonar Law am Dienstag nach der Entscheidung im Nnterhause gab, klingt verklausuliert (Stn Interpellant hatte gefragt, ob die Großmächte die den Juden gegebene Zusicherung „to restore Palestine to tiie jewish natioiv£ (Palästina der jüdischen Nat'on zurückzu:rstatten) rrjüllen würden. Die Antwort ließ bk Worte to restore etc. weg, lautete auch nicht, wie sonst in der Regel üblich, einfach „bejahend", sondern be-agle, daß die „Zusicherungen, welche die genannten Mächte gegeben hätten, gehalten werden würden". Nach wie vor bleibt also der Interpretation des Balfour-Briefts derselbe Spielraum wie bisher. Liegt somit unsres Erachrens für den politischen Zionismus kein Grund vor, sich heute dem Ziel seiner Hoffnungen wesentlich näher zu glauben als gestern, so darf doch grade vom Standpunkt des gesetzt st reuen Judentums aus die Bedeutung der Stunde nicht verkannt werden. Die Militärverwaltung in Erez Jisroel, die eine offensichtlich unfreundliche Haltung gegenüber den Juden eingenommen har, soll, wie Bonar Law am Freitag erklärte, binnen kurzem von einer bürgerlichen Verwaltung abgelöst werden. Damit werden' sich hoffentlich die Pforten des heiligen Landes für eine nur durch wirtschaftliche Rücksichten eingeschränkte freie Einwanderung öffnen, und unter der überall in der Welt als gerecht und wohlwollend bewährten englischen Verwaltung kann sich so allmählich ein blühendes jüdisches Leben, autonom im Innern, ob auch abhängig nach außen, in Stadt und Land entwickeln. Kein Jude, in dessen Herzen die Ehrfurcht vor Gottes unersors chlichen Geschichtsgängen lebt, vermag zu sagen, was an Segen oder Fluch von diesem neuen, unscheinbar beginnenden Gemeinschaftsleben für die Zukunft des jüdischen Volkes aus gehen mag. Es ist ja der heilige Bodln des Gotteslandes, der uns zu sich ruft, und jeder Einzelne, der diesen Boden betritt/ hält ein Stückchen der Volkszukunft in seinen Händen. Wohl krampst sich uns das Herz zusammen, wenn wirzunächst hunderte ' und tausende vonunjMschemGeiste erfüllteMänner

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.