Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 61 (1920)
- Issue
- Heft 13-14 (1.4.1920)
- Date
- 1920-04-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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sein Bolk zu erlöse«, welch tiefe Wurzel trotz Allem, tvotz aller verjährten, tiefanerzogenen WahneS jahrhundertlanger Verkennung doch das Gefühl ches Rechts und der Menschlichkeit und des Gottgedankens in dem tiefen Grunde der Bölkerherzen noch habe, wie nur die Ereignisse, die großen Schicksalszungen mit ihrem welterschütterndem Donner, mit ihren welterleuchtenden Blitzen die Menschheit auf die volle Höhe ihres ureigenen Bewußtseins zu heben brauchen, nne nur einmal Gott mit den Flammen seines Rechts und nrit dem Paradicseshauche seiner Liebe die Brust der Menschen recht zu fassen brauche und die großen Güter des Wahnes und des Hasses, und die kleinen Götzen der Selbstsucht, der Engherzigkeit, des Interesses, der Beschränktheit und der Einfalt liegen für immer in.Trümmern — die erlösungssüchtige Menschheit beugt sich selbst nieder zu dem von ihr seit Jahrtausenden gefesselten Brüderstamm, durch Lösung dieser Fesseln sich erst selbst der Erlösung würdig zu zeigen, Israel das errettete Israel, dem Einigeinzigen als Pfand der Huldigung, als Weihegabe der Anerkennung darzubringen und damit das Weh der Zeiten und die Sühne der Welt zu schließen. Es war ein Traum, es war eine vorüberslaiternoe Verzückung der Völker — die Menschen waren selbst von dem Göttlichen überrascht, das noch in ihrem Herzen wohnte, überrascht von der überwältigenden Macht, die die Stimme der Wahrheit und des Rechts in einem reinen, gehobenen Moment des Bewußtseins noch über sie tzu üben im Stande war, überrascht von der Opferfreudigkeit, deren sie sich in geweihteil Augenblicken gesteigerten Menschenseins fähig erfanden, — sie sind längst entnüchtert, die Men- 'schen, sind längst wieder hinabgesunken zu beschränkter, engherziger Wirklichkeit, wo Humanität und Recht nur gelten — so sie mit ben „höheren" Interessen des „Interesses" uicfjt collibieren, wo die Fesseln nicht schmerzen, die man andern bereitet, wo man der „Schwärmerei" sich schämt, in welcher das Herz, das menschliche Herz, das Göttliches ahnende Herz dem berechnendeii^Verstande einen Sieg abgerungen — man ist längst bemüht, diesen Rechnungsfehler wieder gut zu tnachen und die Spuren so unkluger Schwäche zu oerwischen und doch war jener Traum eitle noch höhere Wirklichkeit, war dämmerndes Zeichen, daß die Mitternacht doch vorüber, war doch eilt Vorbote jener Wahrheit, welcher der Etvigkeit angehört, war ein Spiegelblick, ein Blitz, der der Menschheit — aber auch Israel die Tiefen ihres Herzens erhellte, der der Menschheit ihre Zuktlnft —, Israel aber seine Eegenivnrt beleuchtete. Tenn in jenen Taget: des gehobenen Beivußtseins erlebten wirs zugleich, tvie weit, tveit ab! Israel noch von der Höhe sei, aus welcher ihm die Erlösung dämmern dürste, weit ab von jenem Mesiroh-Geiste, der nun, wenn ihm „der Acker «tld die Sichel" geworden, unr awch mit erihöhetem Eifer, nur noch mit freudigerem Ernst zur Thorah hinzählen würbe. — Als ob die Thora - nur fürs Galuth gut gewesen, als ob dieser geistige Boden nur Ersatz für den materiellen hätte fein sollen, neben dem materiellen aber seine Bedeutung verlöre — als ob die Thora Nttr Trost für Knechte, nicht aber Stolz und Diadem, Kraft und Leben den Freien zu bringen hätte — als ob Israel tmr darum Jahrhunderte lang für seine Thora gelitten, für seine Thora geblutet, damit einst seine erlösten Enkel das Gut verächtlich bei Seite würfen, für welches die Väter geblutet und gelitten — sahen wir Söhne Israels schon vor der bloßen Hoffnung des „Sichelglnnzes" so geblendet, daß sie mit den Banden des Galuth auch' die Bande des göttlichen Gesetzes fallen wähnten, und der vermeintliche Posaunenruf der Freiheit — die Säulen des jüdischen Heiligtums erschütterte. Israel war bereit, in Hoffnung eitles „Hemdes" seinen „Talar" ausznzieheu. — Auf die Probe hatte uns Gott gestellt, aber mir haben die Probe schlecht bestanden. Der tiefer Blickende hätte söch damals schon sageit müssen, in solche Erbärmlichkeit könne das große, einzige Weltdrama des jüdischen Galuth nicht enden. Ward Juda ins Galuth gewiesen, weil es Land und Boden als Träger seiner Freiheit und Selbständigkeit unter Geringschätzung der Thora überschätzte, so kann das Galuth nicht mit derselben Verblendung enden, so kann die Erlösung utts nur dann werden, wenn uns die Galuthjahrhunderte endlich zu der reinen Höhe geführt, daß wir die wieder zu gewinnende Freiheit, die uns wieder zu gewährende Selbständigkeit, den uns wieder zu verleihendetr Besitz des seit Jahrtausenden unser harrenden Bodens aus den: Weihealtar der Thora rein nur im Tieuste Gottes verwenden würben, daß wir mit der wiedergefchenkten „Sichel" nicht wieder aufhöcen würden, Juden zu sein, sondern „wenn erst die Sichel am Korn aus eigenem Acker begonnen", lvir dann erst ansangen, Juden zu sein, unsere jüdische Ausgabe m noch reicherer Fülle zu löset! und mit freier selbständiger Kraft in noch erhöhtem Ernste dem Ziele der Thora entgegenzustreben. (Fortsetzung folgt.) Vom 16. Febrrcar bis 20. März eingegangene : Spenden: Z«r freie« Nerfügrrrrg für rv»ßttSl. Zwecke Cöln: N, N. 20, Frl. Levenbach 100, Billa Franken 5, Frau Jac. Schwarz 20, Goldmann 10, Geschw.' Berlin 10, Sally Levenbach 100, Robert Löwenstein 20, Diljon 100, N. N. 50, N. N. 10, Frau Horn 50, Max Schorfs 1.0, Lehrer Oskar Simons 3, N. N. 1, Helene Franken 2, Weil 20, M, Loeb 25, Pieperberg 100, Herm. Kahn 150, B. Stark 20, I. Salomon 50, Moses Zucker 20, 31. N. 50, Wolf Topilowsky 50, Carl Lisfmann 200, B. B. 2,75, Emil u. A. Heymann 50, Bertha Wolf 20, Jos. Geismar 50, Lorber 50, Schild 50. Eleve: Jsr. Franenverein 20, Leon Cohen 10. Eommern: Fam. Carl Cahn 50, Markus Schmitz 30. Dormagen: Willner 10. Eiserfey: Josef Nathan 20. Goch: Herrn. Epstein 25. Königsberg: Dr. I. Zacobövits 150. Lechenich: Frau Max Berg 20. Linnich: Jsr. Gemeinde 20. Mechernich: Durch I. H. Kaufmann 19,45. Merzig: Gesammelt anl. Hochzeit A. Lifsmann mit Frl. Harff 50. Neuenahr: Hochzeit Gottschalk 125. Neuwied: L. Loeb 30. Siegburg: Moritz Heymann 50. Sinzig: Frau L. Bähr 25. Wehr: Herm. Eggener 30. i Iür die Merwaktungsäasse des Kerelrrs für I die jüd. Interessen Meiuk««ds:! Eöln: N. N. 50, N. N. 50, S. G. 10,! Herin. Kahn 150, S. Kurzweil 20, Moses 1 Zucker 50, 31. N. 5,75, M. Dinkel 100, Jonas! Frank 8,90, S. G. 20, Max Rosenthal 20,! Max Rosenthal 10, Klebe 25f Js. Wolf 1.0, Jenny Weil.30. Dinslaken: Gesammelt bei! Loop. Cohen 12. Düsseldorf Direktor Salo! Meyer 500. Höxter: Emil Heymann 5. Lüxheim: Carl Schwarz 10. München: I. K. Eiba 10. Neuenahr: Durch Rabb. Dr. Aiterbach 100, Hochzeit Giottschalk 100. Wien: Bruno Fischer 10. Würzburg: B. Seckbach 10, O. aus N. 50. Kür Kößere jüdische Sckrtke „Iawne" i« ßöt«: Cöln: N. N. 2, Frau M. Hamberg 25, H. FraNkenhuis 25, Simon Bader 45, N. N. 10.000. Kür den Stipendierrfond: 'Cöln: Georg Cahn 200, Pieperüerg 250. Iür ßrez Iisroek: Ahrweiler: Durch Abr.Bär260. Cöln: Durch Dr. Dünner Rogaseu 55, N. N. 100- August Ochs r. B. 13,91, Gibbermann 2, Ges. in der Oberklasse der Uebungsschule 5,50- Schneider 250, Herzog 100, Frau Dr. Wolf r. B. 18,19, N. N. r. B. 4,16, Sterngucker 2, M. Loeb 35, W, R. 50, B. A. Schräke Zedek 50, MachaM Haschekel 71, Kinderheim 18,20, Adaß Jeschrrum Machazis Haschelkel 180, N./ N. r. B. 12, M, Dinkel 100, Billa Franken 1,80, Machazis Haschekel 1,50, Challogelder von Fra» Gut gesammelt 270, Adaß Jeschurnn-Spendeu 170, Max Rosenthal für Sara Bondis Kinde» 20, Max Cohen 20, Adolf »Simons Scharre Zedek 5, Ao. Simons 5, Js. Wolf 20, N. N. 100, Machzis Haschekel 3,90, N. N. 300, Machazis Mo sch ekel 360, Jonas Wolf r. B. 88,02, Salornon u. Emanuel Wolf 2, Gibberanann 50. C a \ c 2 r: Jüd. Gemeinoe 69,50. Cobl en z: Synag. Gemeinde 75,40. Burgpre pp ach: L. Stern 120, L. Traub 25, Dr, Michalsky 7, L. Traub 65, Carl Adler 18, Frau Dr. Michalsky 5, Ev.a .Hirschmann 5, Berta Hirschmann 5, I. Steinhäuser 50, Sigm. Blum 5, N. N. 50, N. 91. 50, Emil Beuel 10, N. 91. 20, L. Traub 10, Lehrer Guttmün«. l, Samson Traub 10, Synag., Gemeinde 11,25. Düsseldorf: Jsr. Religionsgesellsch. 37, dto. 50. Euskirchen: Synagogen-Gemeinde 100, dto. 13. Goch: Cohen-Kaufmann 52,10, Lehrer Oppenheimer 50. Grevenbr 0 i ch: Synagogen-Gemcinde 8^ Co m in ent: Chevvo Kadischo 50. Leiwen: Synagogen-Gemeinde 71,80. Mechernich: Durch I. H. Kaufmann, Machazis Haschekel 4,15. Rees: Js. Jsaac 50. Uerdingen: L. Mann 10. Siegbura: B. Wallerftein 50, Marcus Heumann 10, Beruht Rosenthal 10, Aufrusspenden 10. Vallendar: Syuag.-Gemeinde 29. Wüstenfüchsen: M. Weinberger 30. Kür W««r»-Zwecke: Cöln: N. N. IM, N. N. 50, N. 31. 200», Frau Gandz 100, M. Dinkel 100, 91. 91. 200, Durch Jacob Cohen von N. N. 50, Gradmttnn 50. S i e g b u r g: Moritz Heymann 25. Iür d«s isr. Attersßeim f. d. Hkkeiuprsvinz: Cöln: TeilsalNmlung Hochzeit Hörn-Maye» 245, Geschw. Berlin 10. Dinslaken: Gef. bei Leop. Cohen 10. Mechernich: Durch! L. Kaufmann 11. Kür die Wie»er Kinder: Cöln: Lehrer Oskar Simons 10. C>eve: Jsr. Frauenverein 50. Uerdingen: Jsr. Männer-Wohltätigkeitsverein 3M, Jsr. Frauen- Wohltätigkeitsverein 50, Synagog'en-Gemeinds 50, A, Luß 75, Sal. Herz 75, Jul. Cahn- 50, Herm. Daniel 50, Frau M. Schassrath 20, CarD Levy 20, Adolf v. Wien 30, Sally v. Wien 30, Osk. Kramer 20, Herm. Goldschmidt 3(h I. Kramer de Bries 60, Jos. Frank 50, Gust. Rothschild 20, Jos. Wolf 10. Kür die Takmud-Ahanro Hök«: Amsterdam: Heinr. Guggenheim 320. Biebrich: Frau Jos. Bender 25. Cöln: A. Rubensohn 50, Jac. Schwarz 10M, Stiftg. Wois-Levison 2000, Stiftg. Königshöser 900, Soldat Neumann 20, Aron B. Mols 1, Margarete Wolf 2, 971ax Rosenthal 40, Alex Kottek 5, Altmann 10, Jaller 20, N. N. 50, N.N. 1000, Schneider 200, N. N. 1000, N. N. 50, Astern 50, Bloemendaal 50, Max Rothschild 3M, N. 91. 50. Frau Gandz IM, Semhon 2, Herzog 60, 'Pieperberg 150, Ad. Heymans IM, S. Kurzweil 50, Frau Gut 50, Frau Jac. Francs 20, Max Rosenthal 30, Heinr. Schloß IM, Js. Weißmann 20, Max Meyer 20, Äd„ Heymans IM, Scharfs 20, N. N. 10, Frau Horn 5, Ph. Schönbach 5, Aron Kaufmann 20, Billet' 2M. Simon Bader 2M, M. Fink 10. Coblenz: Schneider IM. Dinslakerr: Ges.^b. Leop. Cohen 10. Dirmerzheim': Philipp Berg 100. Euskirchen: S. Schweizer Löw.- Stistg. IM, Glaß 10, Heilberg 50. Groenlo: 91. N. 200. Kettwig: v. d. Felix MAler 5. Lechenisch: Stiftg. Therese Simon 400. L ü x h e i nr: Carl Kaufmann 18. Neuenahr: Hochzeit Gottschalk 100. Schermbeck: Jacoö Anschel 50,- Werkag der NiöNothek des jüd. WokKsfreunds: % x a n f f« r t a. M.: E. Silbermann 3. «