Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 61 (1920)
- Issue
- Heft 9 (4.3.1920)
- Date
- 1920-03-04
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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4-März 1820. Der „Frankfurter JSraelit". ' f Nr. ». Seite lV ■UHffllWOfWBMI tanüfurter Asvichts >KWWj Hie paWnawochi'. Mcht Palästtnawochen, sondern Paläftinajahr Läufen de hält das jüdische Volk, feiert sie tm Beten und Spenden, Weinen und Seinen. In der Woche, da einst auf GoiuSbsLen dem Wolke das Wunder der Errettung geworden, der Woche, die die jüdische Hand und das jüdische Herz allem Wohltun in besonders hohem Matze erschließt, in dieser Woche soll unsere ganze durch Generationen ungeschwächt glühende Liebe zu Erez JiSrrel, zur Heimat des „Kelal Jisroel" und „Lauras Jisroel" zum warmen Ausdruck konmien. Das ist die Palästina wo che, die in Frankfurt mit dem Erö ffnungsabend in der RömechaÜe am Sabbaiausgang einen- Vielverheißenden Auftakt genommen hat. Der Eröffnungsabend. Schon lange vor Beginn war der weite 1500 Personen fassende Säulenraum bis auf den letzten Platz angefüllr. Kurz nach V«® er öffnete Herr Prof. A. Weyl mit hei zltchen Worten die Versammlung, dünn erklangen herrliche Begrützungstöne. Herr Oberkantor P e t tz a ch o w i s ch sang am Klavi-r den Geselligkeüspsalm st2i 210 no n;n in bekannter Meisterschaft und gab so dem Ganzen den würdigen Rahmen. Darauf ergriff Herr Jacob Rosen heim, mit lebhaften Beifall begrüßt, das Wart zu seinem-Referat. Der Redner lenkt den Blick zurück zu der denkwürvigen Zeit, da das Sanhedrin vor fünfzehnhundert fahren znm letzten Mal mit dem Vinn für alle eiten des GvluS Abschied von dem heiligen Heimatboden nahm. Seitdem hatte das Herz des jüdischen Volkes nicht aufgehört, für das heilige Land zu sch.agen. All die späteres Lehrer und Jüher, die Gaontm und ihre Nachfahren fühlten sich lediglich nur als Beauftragte Palästinas, Die jüdischen Siedlungen in Palästina haben sich aus den kleinsten Anfängen heraus entwickelt Zunächst waren es nur einige wenige Sesardtm, die dort wohnten, so daß 1200,Jerusalem nur zwei Aschkenasim aufwies. Das alte Jtfchow datiert erst von? Anfang des neunzehnten Jahrhunderts, und alles was heute im heiligen Lande erreicht und errungen ist, ruht aus den Schultern der Arbeit von damals, der sog. C h a l u k a. Durch die Verfolgungen, die in den achzigee Jahren iM Osten einfetzten, vermehrte sich die jüdische Kolonie und wuchs bald auf 80000 Seelen an. Auch die ersten ländlichen Niederlassungen, wie Petach Tikwah u. a. find damals aus dem Sehnen heraus, Thoraireue im heiligen Lande zu betätigen, entstanden. — In Beantwortung der Frage, was uns heute Erez Jisroel sei, meinte der Redner: Gälte es dort, heute das Judenproblem zu lösen, dann -stände es sehr schlimm mit unseren Hoffnungen. Unsere Motive für die Paläsiinaarbeit sind aber tiefer begründet, sind vollkommen unabhängig von Politik, Diplomatie und Bölkergeschichte, Erez Jisroel ist unS die Pforte zum «mime!, das Land des unpn nn, das uns nach einem Talwudausspruch erst in daS richtige Verhältnis zu unserem Gotte bringt. Im Gottesgesetze finden wir die Richtlinien für unser ganzes Leben, auch für das Gebot van „Jischuw Erez Jisroel". Der Referent charakterisiert an Hand der Halacha die verschiedenen Arten dieser Mizwoh. Freilich könnten sich Situationen ergeben, in denen der Aufenthalt im Äolnslande dem Wohnsitz tm Palästina vorzuziehen ist. In diesen Thorabestimmungen haben wir sowohl die Begründung wie unser Programm für unsere Palästinaarbett. Es gilt, -alle Hindernisse aus dem Wege zu schaffen und in Erez Jisroel eine rein-jüdische Atmosphäre zu schaffen, in der wir als Jehudtm leben und unsere Kinder erziehen können. Je mehr wir heute dem Lande der Väter spenden, umsomehr werden wir von ihm zurückempfangen. Das Referat wurde mit reichem langanhaltenden Beifall ausgenommen. Herr Pros. Weyt dankte dem Redner für die vortrefflichen Ausführungen, worauf in Vertretung des verhinderten zweiten Rejeranten, des Herrn Heinrich Etsenmann, Herr Zahnarzt Ehrmann der Jugend den Dank aussprach für ihre Initiative und ihre Bemühungen zur Orzanisierung der Palästinawoche. Volkskörper und Volksseele müssen in steter Harmonie bleiben. Diese innere Geschlr s) nheit des jüdischen Volkes fei nur auf dem Boden P tinas denkbar und möglich. Es muß für die Besiedlung Palästinas auf Auswahl der Menschen uno des Bodens, und Gewinnung des Kapitals gesehen werden. Er ruft zum Schluß zu reichem Spenden auf. Der Appell verhsüte nicht wirkungslos und man konnte beobachten, daß die zirkulierenden Listen bald von reicher! Eintragmigen bedeckt waren. Der Vortrag des Herrn Dr. Auerbach: Am Monrag abend svrach in der vollbesetzten Gcschlcchterstube'des Rathauses Herr Dr. Auerbach, Petach Tikwah über die „Schaffung eines geistigen Zentrums in Palästina". Alle diejenigen, die nach Prima S ehumai eate e Täglich abends 7 Uhr! Täglich abends 7 Uhr! „Das Musikantenmädel“. Operette in 3 Akten v. Bernhard Buchbinder Musik von, Georg Jarno. Jeden Sonn- oder Feiertag 2 Vorstellungen 2. Nachmittags 3Uhr (Kl. Pr.) Abends 7 Uhr iGr. Pr) Jeden Freitag 7 Uhr: VOLKSVORSTELLUNG (Kleine Preise.) As&aräsm tigft&i geöffnet; SCHUMANN-W1NTERGÄRTEN.-DIELE M@u@g ergiktesetges EC&nstierprogrämm- Neu! SCHUMANN - BIERKELLER. Neu! Dir- WILLY LEYENDECKERS rheinische Burleakengesellschaft „Holländische Kakao- und Liqueurstube.“ am Mcherchrimer Turm. bester ostfries* ßrenntorf, liefert mit eigenem Fuhrwerk prompt Eduard Lefeime, SßhSfergasse 15. Tel BL Böi 11 B i§< M Betrag abzüglich Jnseratenciebühr der Expedition des Blattes zur Weiterleitung für wohltätige Zwecke überwiesen. " ®. Beulftcäe Rot- MS Wei&wme Ungarischer Natnrwein and Pal Süßwein alles nßÖ1? 12 " Die stenMaphWen Berichte der Frankfurier Stadt vrwrdneten- .SersamMlung ssix können im i4»nm: erneut be- '§ zogen werden von der z MLÄMi Mpkl L SSikWöSA | i säiiimn^ 2ä< ol H. im § Teifalbaum Fiscberfeldstr.aße 12. 9 Frankfüit 1. M- Tel. Hansa 6198. Math«! und Sierkabarert. RsrrentzMMg 6 V, tfbr, Rnf.71/, Wrabenüs. Neu eröffnet: Wein*Klause. OFittrttttirt «nr Gtiktitraffe 32 J. H.LußmannS5hne Elektr. Lichtu. Kraftanlagen Beleuchtungskörper Lamrestraße 39- Tel. H. 2468 Frankfurter - Seidenlampeftschirm - Fabrik M. WEIGAND & C0, Kaiser Wilhelm-Passage .19-21 No «1 a n I 4 i «S « <c nach eigenen künstlerischen .eaanieTIlgUng und gegebenen Entwürfen Ausführung von Reparaturen in kürzester Zeit Erez Jisroel gehen und für dessen Aufbau Mitarbeiten wollen, müssen von dem heiligen Bestreben erfüllt sein, sich dafür mit Leib und Seele einzusetzen, aus Palästina ein Zeurruu' des jüdischen Geistes auf der Basis der Thora zu machen. Man müßte dabei schon bei den kleinen Kindern beginnen. Wer das Glück hatte, in Palästina jüdische Kindergärten zu setzen, weiß welche Bedeutung dieselben für die ganze Erziehung und Entwicklung des jüdischen Volles haben. Dort wird nicht Thora gelehrt, sondern gelebt. Die heiligen hebräischen Laute, deren sich die Kleinen bedienen, beeinflussen ihr ganzes Fühlen, Denken und Sinnen. Die höyere Schule darf nicht ein Abklatsch deS europäischen Sysrenlö sein. Wir muffen vielmehr daS Bedeutungslose und Schädliche ausscheiden und nur das Wertvolle mit den jüdischen Lehren vereinigen. DaS jüdische Kind soll die Schönheit Hellas empfinden, sich aber dagegen von fremder Ethik fernhalten. Die Jeschiwous, die im Golus den Fortbestand deS jüdischen Volkes sicherten und die jetzt durch die Ungunst der Zeit zu verschwinden drohen, müssen in Erez JiSroel zu neuem Leben auferstehen. Dem Zwecke in Erez JiSroel den jüdischen Kindern das beste Wissen im Sinne der Thora zu bieten, soll die jüdische „Universitas ltlerarum" dienen. Sie soll nicht nur dem jüdischen Volke, sondern auch allen anderen Menschen, die noch zu Gott emporstreben, Leuchte und Wegweiser werden. An Kräften wird es uns dort nicht fehlen,' wir besitzen genug Akademiker, die hier nicht die Möglichkeit haben, wirkliche jüdische Wissenschaft zu pflegen und die sich jetzt schon nach dem Momente sehnen, sich in Erez Jt-roel auf dem Boden der Thora wissenschaftlich betätigen -zu können. Messiwta Gedauloh soll dann unserem Werke die Krone aussetzcn und als höchste Instanz ans religiös« wissenschaftlichem Gebiete alle schwierigen Fragen entscheiden und allen Zwiespalt aus der Welt schaffen. Sämtliche Einrichtungen in Erez JiSroet müssen im Geiste der Thora ausgebaut sein. GS soll und darf nicht auch nur der leiseste Versuch gernacht, daS alte jüdische Ehegesetz irgendwie zu reformieren, wenn nicht eine unheilvolle Trennung innerhalb der Jndenheit entstehen soll. Ebenso muß dorr daS jüdische Zivilrecht ohne weiteres zur Geltung kommen. Die Agndas Jisroel, schloß -der Redner seine interessanten Ausführungen, kennt kem anderes Streben, alsdie Heiligkeit und Unantastbarkeit der jüdischen Lehren in Palästina sowohl als auch in der Diaspora zu vertreten. Sie will niemand zurückstoßen und vielmehr mit jedem znsammsnarbetten, dabei aber stets ihrem Prinzips treu bleiben: '2 '21 ^'N2 u? 'n nra as' Famlllennachrlchten. Barmizwoh-Feier. Herbert, Sohn des Herrn M. Wolf, Gwinneiftraße 34, Synagoge Friedberger Anlage. Vekrioskalentzrr. Ber ei» Mekor Ghajün. Samstag vorm., nach Schluß der Synagoge „Dinint"} Herr Rektor Falk. — 12 Uhr mittags: „Sefer Mclochim"; Herr Prüf. A. ic t) t.«. Rachrn. 4 Uhr: „Mitra") Herr Nathan Eschrrrege. Sarrutäg mävglll 9 UßLi „GrStLkS"\ Her???, A. Pöserr- — Narsi ösr HhMgSM> Zah^ zeirn f kimsw AbLt'dS 6}|* llhr: „Midrasch^; Herr Prüf. Dr. S u l z b a ch. Montag ».Mittwochabend: „Gemoro"; Herr Dr. Jos. Breuer. Jeden Morgen nach Schluß dxr Synagoge: „Mtschnalernen". Asudas Jisroel-Mädchengruppe. S ch n b b v s 11—12 Uhr, nach Schluß der Synagogetirsch-Lekmre; nach m. 5 Uhr: „Tesillo" - Herr r. Hosmann. — 31,/a—4l/a Uhr: „Thauro"; Herr Lehrer Hirschberg. Dienstag, .VzS- V,1ü Uhr: „Jjow"- Herr Zahnarzt E h r m a n n. Agrrdas Jisrvel-Juaendgruppe. Sonntag nbend, 8 Uhr: „Jüdische Geschichte" Herr Red. S. Schachnowitz. (Damen und Herren). Heöetzeite». '2 112V - Freitag abend 5.40 Samstag morgen 8.— Samstag nachm. 4.30 Äamstag abend 7.—. Wochen gyrtesdielt st: Morgens 6.30 Nachmittag 020335