Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 61 (1920)
- Issue
- Heft 5 (5.2.1920)
- Date
- 1920-02-05
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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K. Februar itW. ©er „Frankfurter Israelit". Nr. 5. V Seite mmm vankfurtev Werichte. |ss ss ss| Are Woche. Iran SsM HusKeuyer« Km fast vollendeten 8V. Lebensjahre ist Frau Guggenheim aus der Welt geschieden, eine Frau, um deren Heimgang nicht nur Familie und Freundeskreise trauern, der auch vielmehr tief wird empfunden werden von allen denen, die es verstehen, was der Verlust einer kernjüdischen Frau, die in altechtjüdischer Weise in ihrem Kreise gewaltet und das Erbe ihrer Väter von min wnbcw rjn> treu gewahrt hat, für die Gesamtheit, insbesondere für unsere Gemeinde, bedeutet. Eine Tochter des weit über die Grenzen unseres Vaterlandes hinaus als bra verehrten Rabbi Dr. B. H- Auerbach Vitt, die Zwillingsschwester des als n"7> bekannten Dr. Selig Auerbach tät, waltete ge an der Seite ihres ihr gleichgesinnten vor etwa 10 Jahren verstorbenen Gatten Carl Guggenheim?"5ft in 47 jähriger Ehe in ihrem Hause in dem Geiste und Sinne, wie sie es in ihrem Elternhause gesehen. Ihr freundliches Wesen gewann ihr die Liebe aller, die ihr nahetraten, besonders der Armen und Bedrückten, die sie in ihr Vertrauen zogen, und für die sie auch Hilfe zu schaffen wußte. Ein nicht zu crschütterudes Gottvertrauen ließ sie viele schwere Prüfungen, mit denen das Leben sie nicht verschonte, in Gottergebenheit ertragen und erhielt sie aufrecht. Was uns über den Verlust trösten kann, ist die Gewißheit, die wir haben/ daß ihre Kinder in dem Geist, in dem die Mutter gewirkt und gewaltet, auch weiterleben und so die Lücke ausfüllen werden, die ihr Heimgang zurückgelaffen hat. n"2&n Are Kreuzige. Der GeschichtSvortraa im Mekor Ctzajim über „Die Kreuzrüge und die Entstehung der Taussaus", der voriges Mal mit Rücksicht aus anderweitige Veranstaliungen ausfallen mußte, findet diesen Sonntag, r Uhr abends, Langestraße 18 statt. Kttss-rdcheaSende der Zgrrdas Sisroel- Hrtsgruppe Irarrkfurt s. M. Am Anfänge des Winterhalbjahres haben wir an dieser Stelle berichtet, daß d.ie Ortsgruppe der Agudas JiSroel plane, alle 14 Tage Ausspracheabende zu veranstalten. Heute können wir feststellen, daß sich diese Einrichtung durchaus bewährt hat und allgemeine Anerkennung findet- Die Abende find gut besucht und die Referate, die die Unterlage zur Diskussion bilden, behandeln Fragen von großem Jnter-ffe. Es läßt sich nicht verkennen, wie sehr d!e Zuhörerschaft dadurch zum Denken und Handeln im Sinne der Agudaideale angeregt wird. S&humaim^T Beates» Täglich abends 7 Uhr! Täglich abends 7 Uhr! Uraufführung: „Die Löwenbraut Musikalischer Schwank in 3 Akten v. KurtKraatz und Theo Halten. Mu*ik ven Dr. O. Gaze. Jeden Sonntag — 2 Vorstellungen 2.-3 u. 7 Uhr. Jeden Freitag: VOLKSVORSTELLUNG (Kl. Pr.) Weiter allabendlich geöffnet: SCHUM ANN-WINTERGARTEN-DIELE Erstklassiges neues Künstlerprogramm. SCHUMANN-BIERKELLER, mit Direktor PAUL HEITERS bekannter Possen - Gesellschaft „Holländische Kakao- und Liqueurstube.“ IkMölAW am Eschenheimer Turm. 8 WM. Merthal und Viettadamt. Kawnitfaimfl 6'/, Uftf, Unk l'h ilhr adeM. Neu eröffnet: Wein^Kkuflf. Eingang nur Ettftft raffe 82 In einer der letzten Versammlungen sprach Herr Karl Ochsenmann über „die Neuregelung des Schulwesens". Seine Ausführungen waren so eindrucksvoll und überzeugend. Allgemein war man der- Ansicht, daß infolge der tiefgehenden Umwälzungen auf dem Gebiete des Schulwesens eine Krise hervorgerufen werde, die für die deutsche gesetzestreue Judenheit verhänanisvoll werden könne. Am Schlüsse der Aussprache wurde folgende Enischlteßung einstimmig angenommen: „Die Versammlung erklärt, daß es vom gesetzestreuen Standpunkte aus' eine der wichtigsten Aufgaben der Gegenwart fei, neue jüdische Botksschulen zu gründen'-und die bestehenden tatkräftig zu unterstützen^. Aphorismen. Bestimmung. (Ergänzung zur Betrachtung in Nr. 35 d. Bl. Bei tieferem Nachdenken scheint mir, daß es — entgegen b?x allgemein eingebürgerten Auffassung —, göttliche Bestimmungen über Gutes und Böses, das unabhängig vom menschlichen Tun den Menschen trifft, nicht gibt; d. h. nicht in Gottes Absicht liegen können. Ein Fatum, wie es sich die alten Griechen, als über der Gottheit stehcnd und wirkend dachten, kennen wir nicht; und wir können uns Gott für seine Geschöpfe nur als liebenden Vater vorstellen, der wohl manchesmal in dieser Eigenschaft, durch die Handlungen seiner Kinder auch gezwungen ist, strafender Richter zu sein, jedoch immer nur zum Wähle seiner Kinder, dieselben bessernd und erziehend; Ute über einen Unschuldigen treffend. Eine „Bestimmung",/ öie nicht durch feaS Verhalten des betreffenden Menschen verursacht — begründet — ist, scheint mir undenkbar. Auch die hiermit scheinbar im Widerspruch stehende Erzählung von Rabbi Akkiba, daß auf die Frage, warum dieser Fromu e so viel leiden müsse, eine Himmelsstimme geantwortet habe: „ES ist Bestimmung, ist in Wirklichkeit eine Bestätigung meiner Auffassung. Denn Rabbi Aktba hatte sich durch sein fromme», reineS Leben würdig gezeigt, dasselbe durch die höchstmögliche Heiligung deS göttlichen Namens zu krönen, indem er ad majorem Dei gloriam sein Leben hingab. Er erwarb sich mit diesem furchtbaren, aber kurzen Leiden das ewige Leben und waren demnach diese Leiden nicht eine, von irgend einem dunklen Fatum blindverhängte grausame „Bestimmung", sondern eine durch frommes Leben erworbene Belo hnu n g, und eine Aktbas Verdienste entsprechende Bestimmung. Daß das jüdische Wort (Gott) für Bestimmung -- „Geseiro" — durchaus nicht den Sinn eines fatumartigen, unergründlichen und unabwendbaren Verhängnisses hat, zeigt der Schluß des wundervollen Unssanei Taukef-Gebeies, wo es heißt: „Und Reue und Gebet und Wohltätigkeit (eigentlich Gerechtigkeit) wenden die verhängte böse Bestimmung — Geseiro — „ab". Wenn man durch Reue re., die böse Bestimmung abwenden kann, so war sie logischerweise nur infolge schlechter Taten verhängt. Oder wollen wir uns etwa Gotte» Walten nach der Art eines Generals vorstellen, der aus irgend einem Grunde, etwa weil er nicht den Uebeltäter oder den Tapfern herausfinden kann, jeden zehnten Mann im Regiment bestraft oder belohnt? Nein! Das würde sich nicht mit Gottes Gerechtigkeit vertragen, wenn er von zwei Menschen, die beide ganz genau in gleicher Weife handeln, den einen herausgriffe und ihm Schlecht?» bestimmte und dem andern Gutes. Ich komme nun auf die Betrachtung in Nr. 85 zurück, daß jede Bestimmung, obwohl dieselbe ihren Ursprung in unfern eignen Handlungen hat, doch nur in Erfüllung geht, wenn wir auch das Unferige dazu tun, daß sie in Erfüllung gehen kann. Wenn wir da» Wort „Bestimmung" durch „Bestimmung nach Verdienst" ersetzen, so bleibt das jn Nr. 35 erwähnte Beispiel, daß der Eine durch sein Arbeiten Reichtümer erwirbt, während der Andere trotz seines ArbeitenS arm bleibt, zu Recht bestehen Die stenographischen Berichte der Frantfurier Stadt verordn eten- Versamm lang für ISÄv können im Jahres-Abomrernent bezogen werden von der Nruckerri Kupert Kaumbach Klingerstr. 23. Tel. H. 1008. Familiennachnchten. Gebürte». Einen Sohn: Julius Lewin (Wolf), Uhlandstr. 58. — Kaufe alle Sorten — Flaschen, Lumpen n. Gälke zu den höchsten Preisen. Hole selbst ab. 6LU8MANN, Schwanenstrasse s. Vereinskalender. Verein Mekor Chajim Freitag abend, nach Schluß der - Synagoge: „Mikro"- Herr Gabriel Plaut. Samstag, 3'/. Uhr: -pp' pp; Herr Redakteur Schachn owitz. Samstag vorm., nach Schluß der Synagoge: „Dinim"; Herr Rektor Falk. — 13 Uhr mittags: „Sefer Melochim"; Herr Prof. A. W e y l. Sonntag abend 6 Uhr: „Die Kreuzzüge; Entstehung der Tansfaus". Montag u. Mittwoch abend: „Gemoro";HerrDr. Jos. Breuer. Dienstagabend, 8 Vr Uhr, Hanauerlandstr. 17, pari.: „Malbim zu Megilas Esther"; Herr Zahnarzt S. Ehrmann. Auf die Veranstaltungen der Agudas Jttzroel- Jugendgruppe wird hingewtesen. Jeden Morgen nach Schluß der Synagoge: „Mischnalernen". Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Freitag, nach Schluß der Synagoge: „Sidravortrag". SchZbvos 11—12 Uhr, nach Schluß der Synagoge; Hirsch-Lektüre; nachm. 5 Uhr: „Tefillo") Herr Dr. Hofma^n. — 3*/,—4% Uhr: „Thauro" Herr Lehrer Hirschberg. Dienstag, 7—8 Uhr: „Jtow"; Herr Zahnarzt Ehrmann. — ' Mittwoch, 8-9 Uhr: „Schemuel II" (für Damen und Herren)- Herr Lehrer S. Unna. Donnerstag, 81/, Uhr abends, für Juaend- und Mädchengruppe- Aussprachabend: „Neunzehn Briefe von S. R. Hirsch". Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Freitag, abends 8 Uhr: Zwangloses Zusammensein in den Räumen der A^J., Hananeriandstr. 17: Sonntag abend, 8 Uhr: (Damen und Herren). Jüd. Geschichte. S. Schachnowitz. (Die Männer der großen Synode.) Montag, 8-9 Uhr; „Jeschajohu". Dienstag, 8-9 Uhr abends: „WaMoh mit Malbim",- Herr Zahnarzt Ehr mann. — abends 8 Uhr, im Turnsaale der Realschule: Turnkursus. Die übrigen Schiurim der Iugendgruppe finde» laut Programm in geschloffenen Zirkeln statt. Wegen Beteiligung an größeren Schiurim wird auf das Programm des Mekor Chajtrn verwiesen. Mädcheuklub, Lavgeftraffe 8411. Sonntag, 8. Februar, abends 7 Uhr, findet eine Theateraufführung „Die sittliche Forderung" von Hartleben, daselbst statt. Gäste willkommen. Bc-hamidrafch,^Ostendstraffe 18. Sonntag früh, 8^-9'/. Uhr, Montag, Dienötag und Mittwoch, abends 9—10 Uhr: „Gemoro-Schiur" sep km; Herr Rechtsanwalt Dr. I. Breuer. Freitag abend, sofort nach a'um: Vorträge über von MB*; Herr B. Rachelsohn. — Abends 8 Uhr: „Sidra-Bortrag" mit Erklärungen; Herr Rabbiner N. Karpel. Gevetzeite«. ■nn1’ mw- Freitag abenö 5.— Samstag morgens 8.— Samstag nachm. 4.— Samstag abend 6.15. Wochengottesdienft: Morgens 6.45 Nachmittags 5.— 828331