Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 61 (1920)
- Issue
- Heft 5 (5.2.1920)
- Date
- 1920-02-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israeli jffi EMWMMLSMISMIA»»! iTHemMBPiM W»in Ein Centralorgan (Ir das orthodoxe Judentum (I[ 01 Wätm III fsasssai Ss|üafet m Br. UWn in Krim ^ssss^s \\\ WHfiyJ Ir.-; 61. Jahrgang. «KW Sranhfurf a M.. Sen 5. Februar 1620 16 Schebat S680. BgaMggparpiwgijBnBBi ffifftottttetttettf vro Bierteljabv t Dentschland bei den Postämtern M. 3.75, bei direkter Bestellung und Rechnungserteilung durch den Verlag M. 4.50 vierteljährlich, für Lehrer und Kuliusbeamte (nur direkt) M. 3.25 vierteljährlich. Deutsch-Oesterreich und Ungarn Kronen 12.50 Viertels.; Dschecho-Slowaket Kr. 7.50 Viertels., Holland fl. 1, Skandinavien Kr. 2, Schweiz, Frankreich und Belgien Fr. 1.50, England 1 sd. 6 p., Amerika 0.50 Doll, vierteljährlich. D»rch den Buchhandel wie beim Verlag. i_i i3wa.auJKHW.ii. --.-- Der Israelit erscheint jeder Donnerstag Anserate: 60 Mennig, Stellengesuche 50 Pfg. ex. ui» >&;vuc.u^vuuyv w v4 lustve Teuerungszuschlag lürdie sechsgespaltene Colonel Zeile; Rabatt nach Tarif Jnseratenannahme durch den Verlag des Israelit G. m. S H., Frankfurt a. M., Gr. EschenSeimerstr. 23 Tel. K842. Amt Hansa, sowie sämtl. Annoncen-Exped. des In- und Auslands. Vlatzvorfchrislen^vr VerbivdUchkeU. M » Zahlungen außer direkt an den Verlag — Postscheckkonto Frankfurt a. M. No. 19 802 — erfolgen an: Konto bei der Postsparkasse Mion No. Conto bei dem Pastsparkossenamt Budape" Na. 18!'-'Ü Coto beim Postscheckamt Zürich 5fr. VIII 7254 Eonro bei der Böhmischen Unionvank, Prag und deren Filialen. vep Nachömck Ser 6ttiKe! ünö Correlponöenjen öes „Israelit“ m nur unter genauer Quellenangabe, unö, loroeil es fleh um größere lmWtze hanflelf, nur nach vorheriger öenehmigung gestaltet __ , —--'■ ' - . - a—m Inhaltsübersicht. 1. Leitartikel: Flomen est omen. — 2. Homiletik: Einige Bemerkungen;um Zehngrbot. — 3. Kleines Feuilleton: Erlebtes und Erlauschtes. — Jerusalem. — (Vom Kaukasus nach Palästina zu Fuß.) (Der Streit um Worte.) — 4. Wochenrundschau: Blau-weiße Pässe. — Die MiSrachi-Konferenz. — 5. Aufsäye: Von Hauptlehrer Freudenberger. Die Gründung uon Ansössrgmachungsgrsellschasten. — 5. Korrespondenzen und Nachrichten: Frankfurt a. M. (Deutsch-holländische Palästina-Verwaltung). — Berlin (Antisemitismus und Arbeiterschaft). — Berlin (Repräsentantensitzung der jüdischen Gemeinde). — Berlin. — Würzburg (Das Würzburger Dtstriktsrabbinat). — Breslau. — Wien (Soziale Fürsorge). Budapest (Zeichen der Einkehr ber Neologie). — Bratislava tDie Orthodoxie bet den Landtagswahlen). — Warschau (Amerikanische Unterstützung). — Krakau (Die Not in Ostgalizien). — Amsterdam (MiSrachi-Konferenz). — London (Die englische Judenheit in den Pariser Delegationen). — New-Fork (Ein Protestschrei auS Amerika). — 6. Personalien: Berlin. — Kusel. — Budapest. — Preßburg. — Komorn. — Tapolcsany. 7. Vermischtes — 9.Jüd tscher Volksfreund: Talmud Tbora, Ekln.— Westjudenfrage. — Warum sie nicht zum Ziele kommen. — Die Sünde des Menschen. — Denken und Beten — 9.Feutlleton-Beiläge:DerIudenstaatder Gtzasarrn. — 10. Kinderecke: DaS Neujahrsfest der Bäume. — Seine Freuden. — 11. Frankfurter Berichte. Familiennachrichten — Vereinskalender. Nomen est omen. Eins ,/kleine Anfrage" der Dentkchnat»onalen Zu den Faktoren, die an brr Eilöfung Unserer Värer aus aeghptifcher Knechtschaft mrtgewirkt haben, zählen unsere Wessen die Gläubigkeit ihrer jüdischen Namen DniötP NX 12V Der Name ist wohl nur ein Wort, und jümiche Weisheit lehrt: -jp'yn «IN QVN *6 „Der Name macht es nicht". Nichtsdestoweniger war cer N-mr in der jüdischen Geschichte immer das Baromeier für den Stand der inneren Wärm-', für den Pulsschlag deS jüdischen Herzens. Zu r ner Z ir, da sich ein Josua Jason nannte, ftuno es schlecht um den jüdischen Geist, so schlecht, daß d»e Stätte der höchsten Reinheit und Heiligkeit, b i Tempel, zum Mittelpunkte fremder Art und fremden Kultes wurde. Heute nach einem unglücklichen Kriege von fünf Jahren und einem ebenso ungiückl che» Frieden, der mit „Ruhe" und „Glück" taum einen verwandten Zug aufweist, da aus dem Chaos sich mit Deutlichkeit.nur die bittere Nstwendigkett inneren Zusamwerfchluffes abhebt, in dieser für das Judentum doppelt kritischen Zeit sind wir bet uns so weit, daß von deutschnationaler Seite der deutschen Regierung folgende "kleine Anfrage" zugehen konnte: „ES mehren sich die Nachrichten über Aenderung der Namen jüdischer Familien und Annahme deutscher Familiennamen. Erliegt ein hohes öffentlichesInteresse an der Ständigkeit der Namen. AuS welchen Gründen gestatten die Länder heute solche Namensänderungen? Ist für Preußen von der Verordnung vom 3. November IviS wirksame Abhilfe der Mißstände zu erwarten?" Die „kleine Anfrage" ist leider für uns eine große Frage, eine Frage um Sein oder Nichtsein. — Nicht für daS Judentum selbst. Denn dieser Lebensbaum wird immer und immer, und wenn ihm die Winde noch söviele Blätter fortwehen, neue Keime treiben und neue Früchte tragen, 'n'*i2 fix* '281 hat sich durch die Generationen der Hellenisten und Sadduzäer behauptet und kommt durch die paar Dutzend Kohns und LeviS, die den Adel ihres Standes hinter germanischen oder magyarische Benennungen verbergen, wahrlich nicht ins Wanken. Aber eine Frage des Seins ist dieser Schritt für diejenigen, die ihn tun, immerhin, deS jüdischen Seins für ihr HauS und ihre Kinder. Und der jüdischen Gemeinschaft geht — bei allem Stolze und allem Optimismus, mit dem wir solcher Abtrünnigkeit und Selbstentwürdigung entgegensteheu — wieder unschätzbare Kraft verloren, zu einer Zeit, da wir kein Atom davon zu verlieren haben. „ES liegt ein höbeöffentlicher Interesse an der Dtändigkeit der Namen"- sagen die Deutschnationalen. Es erübrigt sich zu bemerken, daß oas Jntereffe der Herrn Mumm und Genossen in der Sache ganz anders geartet ist als das uusrige. In einem begegnen wir unS aber: Tie Nomensflucht bedeutet für das Deutschtum keineswegs in dem Maße Gewinn, wie sie für ui s m schämend und unheilvoll ist. Wir sind der Meinung, daß man als Kohn und Levi dem Borland so nützen kann wie unter irgend eu.em der schönsten arischen Namendaß Deutschland — und überhaupt Europa — zu seinem Wiederaufbau der mutigen, charaktervollen Männer bedarf und daß Namenswechsel weder von Mut i och von Charakter sonderlich zeugt. j Woher mag ,wohl diese Epidemie der Namens j flucht kommen? Die Herren Interpellanten au der Deutschnationalen Fakultät könnten cS qenan j wissen. Sie sind die eigentlichen Paten bei deu | Umtausungen, über die sie sich heute so sittlich! entrüsten. Sie sind es, die durch eine alles , Da gewesene übertreffende Hetze, durch eine I „Propaganda der Tat", durch einen Knüppel-! antlsemittsmus bedrohlichster Art die Angstr stimmung geschaffen haben, auS der heraus | schwächere Naturen, die vielleicht auch sonst nicht l allzuvtele Beziehungen aus Judentum ketten, vorerst zu dieser mildesten Art des Marannentums ihre Zuflucht nehmen. Darum sollen sich die um Mumm nicht wundern und nicht fragen, warum und wieso. Wir« aber wöllen mit dieser Erklärung der Gründe keine Spur von Entschuldigung' und Verteidigung der Namensflucht verbinden. Der jüdische Name ist mehr als ein Wort, ist ein Gymhol, ein Programm, und er soll ein jüdisches j Programm sein. Er hört es aber — für I Generationen — auf zu sein, wenn er aus Scham, j aus Angst, aus Kleinmütigkeit und Geriugschätzj ung abgelegt und um einen anderen, unter dem man wie unter einer falschen Flagge durchs! fernere Leben segelt, vertauscht wird.! Rein sei der jüdische Name, aber jüdisch! bleibe er. Wer uns übel will, findet uns unter! jedem Namen, wer uns gerecht wird, wird in j unserem gut jüdischen Namen eine erhöhte Gewähr J für eine Lebensauffassung erblicken, die uns heute; noch allein aus allen geistigen und materiellen f Nöten zu retten vermag, j Der Name kann heute noch mit ein Faktor j der Erlösung werden! j Wochemm-scha«. Vlau-weiße paffe. In der gehaltreichen Generalrede, mit der beim ltttauischen Gemeindekongreß der Führer ber Orthodoxen, Rabbiner Kahnmann vonPoniwesch,! das Programm seiner Partei formulierte, kommt s auch das hübsche Wort vor, daß sich die an \ Erez Israel hangende Judenheit die modernen „blauwetßen Pässe" ebensowenig gefallen