Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 61 (1920)
- Issue
- Heft 4 (29.1.1920)
- Date
- 1920-01-29
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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W ■Vi •jv. :j!!; li;. Hi; -iv'-v «eile U Nr. 4 Der J-raeÄt. /' SS. JättM 1«?a WaS für Laute gibt es? Ich schreibe das Wort Segen an dis Dafrt. bestimme die Laute. Welches hebräische Wort bedeutet Segen? (na**) Ich schreibe es an die Tafel. Bestimme die einzelnen Laute. Wo stehen die Selbstlaute? (Unter den Mitlauten!) Vergleiche die hebräische Schreibweise mit der deutschen! Merksatz: In der hebräischen Spruche werden die Mitlaute nebeneinander gestellt und dre Selbstlaute daruntergeschrieben. * Wie würde das Wort „Segen" also nach der hebräischen Schreibweise in deutschen Lettern geichLeben werden? (S - n) e e Schreibe nun das Wort „Segen" mit hebräischen Zeichen adie Tafel: (,**?) Schreibt fünf andere deutsche Wörter in deutschen Schriftzeichen nach hebräischer Schreibweise auf eure Tafel: (z. B. W sch n, l f n rc) a e au e Schreibt nun die gleichen Wörter in hebräischen Schriftzeichen! Wenn man einige.Uebung bat, kann man die Wörter sogar lesen, wenn man bis Selbstlaute ganz wegläßt. Lies dieses Wort: nana) Ich schreibe noch folgende Wörter an: ,sv5.n,f*yn nnx ,*im ,nanxn ,'iv xnia ,a^yn x>mn ,pxn ,an^ n^v. Wer weiß, was in dieser Schrift geschrieen ist? (Sefer tauroh.) Nehmet das Buch zur Hand, tzaS ihr für heute mitbringen solltet! (Mischnah oder Kizzur.) iKmvet Wörter, die ihr lesen könnt! Welcher Verpflichtung müssen wir rmchkommen, wenn wir z. B. einen Apfel essen wollen? Wie lautet dieser. Segensspruch? Nenne andere Segenssprüche! Warum müssen totr über altes, was wir genießen, einen Segensspruch machen? “py jr'?«' nsp 'X?)'tSB '2 ffi). Wir wollen nun hören wie diese Gebete bestimmt worden sind! (H. Teilziel.) Esra und Nehemia riefen sine Behörde inS Leben, deren vornehmste Aufgabe es war, die mündliche Lehre, d. h. die Angabe, wie wo, wann ltnd von wem jedes Gebot der heiligen Schrift gehandhabt werden sollte, in ein festes Gefüge zu bringen. Man nannte dieMitgliever dieftrBehördenbmn abm (erinnert wird an die 1. Mischnah des 1 der jvax ’pi»), d. h. „Männer -er Großen Versammlung oder der Großen Synode". (Alle Oeariffe werden selbstverständlich an die Tafel geschrieben.) Diese Mäntrer der Großen Shnode haben die Form unserer Gebete bestimmt. Wiederhole, was wir von den Männern der Großen Shnode gehört haben! III. Das Buch, in dem die Verhandlungeil der Männer der Großen Shnode ausgezeichnet sind, heißt Mischnajot. Es ist in Abschnitte oder B'pnß etngeteilt. Der einzelne Abschnitt heißt pnv. Jeder Abschnitt besteht aus einzelnen Absätzen. Jeoes Absätzchen ist eirre Mischrrah. (Zeigen!) Das Wort (anfch eitien!) kommt von wtP, k>. ö. »viederholen. Was bedeutet also das Wort Mischnah? Die Mischnah enthält nämlich nicht nur Entscheidungen über schwierige Rechtslagen oder religiöse Gesetze, sondern auch, wie bereits erwähnt, die mündliche Lehre, wie sie Moses von Gott überliefert erhielt, also z. B. Bestimmungen, wie die einzelnen Gebote zu halten find. So haben w>r im raih gehört, daß man den Zehnten, die Ecken des Feldes u. a. m. den Annen zu überlassen hat oder daß mau die drei Wallfahrtsfeste feiern muß. Jin MischnajoS hören wir nun, wie man im einzelnen diese Gebote beachten soll, «lso wieviel man den Armen geben muß, welche Dinge abgabepflichtig sind oder wre die Sukkoh zu bauen ist. Das Chnmesch enthält also die schriftliche Lehre, das Mischnajos die mündliche. Wiederhole, WaS wir über das Mischnajos gehört haben! DaS Mischnajos besteht aus sechs Teilen oder Ordnungen. Jede Ordnung enthält zusammengehörige Gruppen, z. B. bilden die Vorschriften über den Sabbat mit jenen über das Neujahrsfest, den Bersöhnungstag, die übrigen Feste und Gedenktage zusammen eine Ordnung! Jede Ordnung besteht also aus Gruppen (zeigen!), jede Gruppe aus den eins zelnen Abschnitten »der O'piv und jeder pno aus | einer Anzahl von Mischnos. - Wiederhole was wir über die Einteilung des Mischnajos geh. haben! Wir woli■ u nun aus dem Mischnijos lernen, wie die Segenssprüche bestimmt worden sind! (Hauptziel.) Wir schlagen den 6. Perek von Berochos auf. Nicht alles, was ihr auf dieser Sette sehen könnt, find Misch nijos. Shrc der mittlere, groß gedruckt» Teil enthält die Mischnab. Das anders sind Erklärungen dazu. Wer weiß, wie sie heißen? Sucht nun die 1. Mischnah des 6. Pereks auf. Welche Wörter kommen euch bekannt vor? Mer will versuchen, diese Mischnah zu übersetzen? Ich will euch nun die .Mischnah noch einmal vorsagen! Was haben wir in dieser Mischnah gehört? Einüben; Uebersetzen ohne - das Textwort zu lesen! In gleicher Weise Behandlung des ganzen Pereks, hierauf das 4. und das 9., bevor man mit der Bartinuroh beginnt. (Darüber siehe die Lehrprobe: Einführung in die Raschi-Schrift!) IV. Die Mischnah saßt sich sehr kurz. Man hat deshalb viel darüber nachstudiert, was manche Mischnah alles sagen will. Manchesmal enthält sie auch verschiedene Ansichten, ohne daß wir erfahren, welche Ansicht die richtige ist. Wer kann mir dafür Beispiele angeben? Man braucht deshalb noch Erklärungen zur Mischnah. Diese gibt uns die Gemoroh. (xnar anschreiben!> In eurem Mischnajos sieben auch Erklärungen (zeigen!). Das sind aber nur Auszüge aus der Gemoroh. Damit man nicht lange suchen muß» wenn man über die einzelnen Gebote nachlernen will, haben gelehrte Männer die einzelnen Vorschriften znsammengestellt. Eine > solche Zusammenstellung ist z. B. der “pu? ski^L» niS'p oder auch bloß ni:t»p aenanut. Wiederhole, was wir über die Erklärungen zur Mischnah gehört haben! Wir wollen nun die Vorschriften über die SegenSsprüche. so wie sie jetzt zu beachten sind, im niü'j? nachlernen! jiwruiiwiiT.i 2. Die Einführung ln den Raßhi- und Mischnah'Aterrichst (Rafchlschrlft.) Lchrpwbenskizze von I. Blum in Bnrgpreppach. Altersstufe: Mittlere und obere BolkSschulklassen. Voraussetzung: Geläufiges Lesen der Quadratschrift; Uebersetzen der leichteren Teile des Chnmesch und der Tefilla. Einige Uebungen im Lesen unvokaiisierter Texte. (Dinrm.) Material: Gute (groß und deutlich gedruckte) Nascht- und Mischnaios-Ausgaben. Wand- und Schiefertafel (resp. Bleistift oder Tinte und Papier); edentl. Ton oder Plastilina oder eine anders Knetmasse. I. Ziel: Wir wollen heute eine neue Schrift kennen lernen. (I. Teilziel.) Schlagt die Schernoney-esreh auf! Lies den 1. Abschnitt! Uebersetze ihn! Wir haben diesen Abschnitt gewählt, weil er sämtliche Buchstaben der Olef-b'i's enthält. Sucht dieselben. (Schluß-Zaddi enthält die nächste Einschaltung in dem Worte; chafez.) (Wir schreiben die gefundenen Buchstaben der Reihe nach (Olef, bis etc.) an die Tafel, lassen Hb er an der Wandtafel soviel Platz frei, daß wir daneben das neue Zeichen setzen können. (Die Schüler können im Interesse der größeren Anschaulichkeit die Buchstaben mitmalen oder in Ton oder Plastilina Nachformen. Die Einführung wird dadurch zugleich interessenerregender, weil sie mit der größeren Selbsttätigkeit eine Reihe schlummernder Kräfte kost — freilich auch zeitraubender. Unter guten Schukberhältnissen genügt das Mitmalen, vielleicht sogar schon das bloße Mitschauen.) Wir nennen diese Schrift Quadratschrift. Begründe diese Bezeichnung! Die Schrift, die wir jetzt kennen kernen woklen', heißt Raschi-Schrift. Begründen! Zeigen im Raschi- Chnmesch! Wer Raschi war, sage ich euch später. Ich schreibe das Wort ran an die Tafel. Uebersetze es! Aus welchen Konsonanten besteht es? Nun schreibe ich dasselbe Wort in der neuen Schrift darunter. Schaut euch den ersten Buchstaben an! Wie heißt er? Vergleicht ihn mit dem n der Quadratschrist! (Runder, der linke Strich steht nicht senkrecht, sondern ist gebogen.) Wir schreiben ihn nun an die Tafel (neben ff der Quadratschrift). Uebt ihn auf eurer Tafel! (Formen in Don oder Plastilina). Aufsuchen im Raschi-Chumesch (oder Mischnajoh.) In gleicher Weise erfolgt die Behandlung des a und des?. Schreiben des ganzen Wortes in Raschischrift! Ich schreibe nun das Wort: an und darunter wieder das gleiche Wort in der Raschi- Schrift. Uebersetze das Wort! Welchen Buchstaben kennt ihr bereits? Vergleich der übrigen mit den entsprechenden Buchstaben der Quadratschrist ustv. Wir schreiben nun da§ ganze Mort in Raschischrift. Nächstes Worr: nam Ueberseve es. Welche Buchstaben kommen nun vor? Behandlung wie oben. Mit welchen Buchstaben, die wir bereits kennen. kann man sie leicht verwechseln? (wof mit fojin, resch mit kaf.) Wir schreiben sie nebeneinander. NächlleS Wort: Neu ist das dUe? und das gimel. DaS doleS wird mit dem resch, H8 und ffftf Verglichen. Nächste? Wort: a'nan. Neu sind a und n (verglichen werden beide mit dem hö), ' und. das Schluß« mem. (Dieses verglichen mit samech und HS.) Nächster Wort: IVSX/ Neue Buchstaben: X, verglichen mtt cheS; 2, verglichen mit doles; fl verglichen mit olef und cheS. / Nächstes Wort: x^aoi. Neuer Buchstabe: v, verglichen mit somrch und che?. Nächste? Wort: Neuer Buchstabe: V und Schluß | (vergl. mit wof, nun und sojin.) Nächstes Wort: B'aitö. Neuer Buchstabe: v, verglichen rntt ajin. Nächstes Wort: IBP. Neuer Buchstabe: verglichen mtt sojin, samech und Schluß-mem. Nächste? Wort: pit*'. Neuer Buchstabe: 51, verglichen mit sojin« pv.7 neue Buchstaben & nnd p, letztereverglichen mit sojin, Schluß-mem und wof. Wir stellen nun alle Zeichen nebeneinander, di« man "leicht miteinander verwechseln kann, (olef, cheS; bös, peh; doles, kaf, mem, resch, he; jud, wof, Schlußmem, sojin, Schluß-zadi, tes und ajin; Schluß-mem, sammech, schin; lammed und zadi.) Abschreiben in dieser Nebeneinanderstellung und in der Reihenfolge des Olef-bet. Uebungen tut Auffinden der einzelnen Buchstaben im Raschi-chumesch oder im Mischnajos; Versuche, einzelne Wörter zu lesen. (Fvrts. folgt.) Die Seilighallung des Sabbats. Kinder der Adventiften' vorn siebten Tage, die bekanntlich den Sabbath am Samötag foierit, waren bisher an diesem Tage nicht vom Schulbesuch befreit. Nunmehr hat der preußische Ntiuister Wr Volksbildung in einer Verfügung au die Regierung in Potsdam erklärt, daß dem Antrag der Eltern auf Befreiung ihrer Kinder vom Besuch der Volksschule am Samstag ftattgegeben werden, könne, analog dem Erlaß vom Jahre 1894 für die jüdischen Schulkinder. Bekannt ist auch, daß es einrge Sabbatharianer schon vor Jahren durchgesetzt haben, daß ihre Kinder die jüdische Volksschule in Mffel besuchen durften, nur damit sie am Sabbath vom 'Schulbesuch befreit seien. Leider ist der Eifer der 1 u d i s ch e n Eltern, ihren Kindern die gleiche Wohltat zu verschaffen, im allgemeinen recht gering; ver erwähnte Erlaß ist in vielen Gemeinden fast ganz unbekannt. Im Zusammenhang damit möchten wir auch an die Propaganda erinnern, die vor einigen Jahren an dem Frankftrrter Philantropin von einem Teil der Eltern und der Lehrer irrs Merk gesetzt wurde, um den Unterricht vom Sonntag aus den Samstag zu verlegen. Wahrlich, wir könnten in der Heilighaltung des Sabbaths manches von Advenristen lernen. Vachrichten und Korrespondenzen. ««» «krttemvers, 27. Okt. Der Verein JS-. raelitftcher Lehrer und Vorsänger in Württemberg E. V. versendet soeben seinen Rechenschaftsbericht über daS Jahr 1918—1919; es ist die 40. Rechnung, die öffentlich abgelegt wird. In der Einlertung erwähnt der Vorstand zunächst die 17 Mitglieder, die während deS Krieges Heeresdienst geleistet haben; 2 sind fürs Vaterland gefallen. Nun werden 9 Lehrer aufgezählt, die Unterricht während dieser Zeit an christlichen Schulen erteilt haben. Auch haben sich die jüdischen Schulen durch Schüler am vaterländischen Dienst in allen Arten beteiligt. Unterstützungen wurden 4212 Mk. verteilt an 19 Berechtigte. Doch dürste infolge der schweren Zeit diese Unterstützungen nicht ausreichen und bittet der Vorstand um regere Beteiligung der Glaubensgenossen als außerordentliche Mitglieder. Freunde des verstarb. VereinSkaflierS M. Hähnlein in Schwäbischhall haben eine Stiftung im Betrage von 2600 Mk. zu Ehren des Verstorbenen errichtet und dem Verein zur Verwaltung übergeben. Eine außerordentliche Versammlung fand am 10. Februar im Hotel Viktoria zu Stuttgart statt, wobei hauptsächlich die Schul- und Kirchenverhältniffe infolge der Umwälzung besprochen wurden. Die ordentl. Versammlung fand am 27. und 28. Juli im Hotel Westheimer zu Stuttgart statt, auf derselben war der Hauptgegenstand: die jüdischen Jugendvereine. Durch Tod wurde ab'btf rufen das langjährige Mitglied, Herr Dörfer, früher Lehrer in Mrchelbach a. d. L. Aus der eigentlichen Rechnung ist hervorzuheben: Die Gesamteinnahme betrug 12271 Mk., worunter freie Beiträge 3636 Mk. und Geschenke 2623 Mk. sind. Diesen stehen 8474 Mk. Ausgaben gegenüber, wobei außer den genannten Unterstützungen noch 3327 Mk. neue Kapitalanlage hervorzuheben sind. Dar ganze Vereinsvermögen betrug am 31. März 1919 außer der „M. Hähnletn-Stistung" 91196 Mk., wovon 87 406 Mark Kapitalsanlagen sind. Es hat im letzten Jahre um 5422 Mk zngenommen. Di« Zahl der Mitglieder beträgt 50.