Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 61 (1920)
- Issue
- Heft 3 (22.1.1920)
- Date
- 1920-01-22
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10. Nr. 8. Der „Frankfurter Israelit". 22. Januar 1920. Iß! IM rankfirrter Werichte. Me Woche. ^errMun Gramer b"xv Man wußte wohl, daß es nicht gut stand um die Gesundheit Herr mann Gramers, man hatte Grund, das schlimmste zu befürchten, man zitterte und betete um das kostbare Leben, und dennoch schlug es wie ein Blitz ein, als am Sonntag nachmittag die Kunde durch die Stadt eilte: Hermann Gramer ist nicht mehr! Gramer, einer der ersten Familien des bayrischen Judentums entstammend,überfiebelte in jungen Jahren nach Frrrnsurt am Main und schloß sich sogleich dem hiesigen »esetzeStreuen Leben in den Bahnen, wie sie Rasb. S. R. Hirsch gezeichnet hat, mit Leib nnd Seele an. Er wurde treues Mitglied unserer Kehillo und ging umsomehr in ihr auf, als er die Tochter Selig Go lösch midi S, eineS der hervorragendsten Führer der Gemeinde, als ebenbürtige Gattin heimfüyrre. Und mehr als das. Seine Großzügigkeit, seine offene Hand, sein für alles Gute und Echtjüdische warm-schlagendes Herz, vor allem seine glühende Liebe zur Thora und zu allem, was damit zusammenhängt, dies alles hätte ihn mit an die Spitze gestellt und ihm den Ehrenplatz unter den berufenen Wegweisern der Gemeinde sowohl wie des weiteren Kelal gesichert. Da kam ein tückisches Leiden und entrückte ihn dem tätigen Leben, zu einer Zeit, da seine Seele förmlich danach dürstete, sich zum Wohle der Nebenmenschen zu betätigen. Ein schweres Herzleiden zwang ihn, schon vor sechsundzwanzig Jahren sich von jeder anspannenden Tätigkeit fern zu halten und so wenig wie möglich am öffentlichen Leben teil zu nehmen. Nun aber beaang eine Periode des stillen Wohiluns im Großen und Kleinen, wobei sich Gramer, man darf es ohne Ueoertreibung sagen, als Künstler und Meister der tätigen Menschenliebe bewährt hat. An der Seite und mit Hilfe einer Gattin von sozialeul Empfinden und begeisterter Liebe zun, jüdischen Wohltun, die zweieinhalb Jahrzehnte ihr ganzes Leben, ihre ganze Kraft, ihr ganze- Fühlen und Trachten in den Dienst ihres leidenden Mannes gestellt hat, wirkte er als Helfer und Wohltäter mit endloser, unbeschreiblicher Gütewie aus einer unversiegbaren Quelle des Erbarmens stoffen seine Guttaten allen zu, die in jeder Notlage ihn zu finden wußten, allen, die im Jntereffe des Kelal und des Einzelnen das Haus Gramer aufsuchten. Und oft genug sprengten Geist und Wille die von der Krankheit aufgelegte Fessel, nnd der Leidende ließ es sich dann nicht nehmen, an Sitzungen und Beratungen, die dem jüdischenGemeimvohl galten, sich führen zu lassen,an denen er mit einer Lebendigkeit und Sachkenntnis teünahm, die davon zeugten, 'daß auch tm häuslichen Stilleben sein Jntereffe für Gemeinde und Gemeinschaft und alles was m der jüdischen Welt vorglng, wachgeblieben ist. Dabei versäumte Herman Gramer fast keinen Tag seinen Sckiur und bildete überall, ob er in Bad Nauheim oder in einem ausländischen Bade infolge sei: es Leidens weilte, immer einen gesinnungstreuen Kreis nur sich, in dem er ganz als Jehudi, getreu stinen Traditionen leben konnte. Ein Jehudi mit ganzem Herzen und ganzer Seele, ausgehend in der Uebung von msto und der Pflege liebwarmer Menschlichkeit, jeder Zoll altjübischer Ade! — das war Hermann Cramer. In diesem Geiste wurden auch die Kinder erzogen, die Söhne und die unvergeßliche Tochter, grau Rosa Oppenheimer n*y, hie uns vor Jahresfrist tu jungen Sühren der Tod so jäh entrissen hat. Auch diesen harten chlag trug der Baier wil der Hingabe eines vertrauknSstarken Juden, rer weiß, »aß ,,alles, was Gott schikt, zum Guten ist". Mir diesem letzten Gedanken ging nun auch Hermann Gramer von dannen, du?'2Vv Vitt1?#’ njn B*.'2 dl MIge seine rt 2T feiner edlen Gattin, deren aufopfernde Liebe nicht wenig dazu Seigetrügen hat, daß unS das kostbare Leben bisher erhalten blieb, seinen Kindern und uns allen ewig beistehen. fiSTl*? pn* 128 Oefchichtskurs. Der GeschichtSkürS nach Halevy wird unter Leitung des Herrn Redakteur Schachnowitz wieder ausgenommen. Teilnehmer werden gebeten, sich am Sonntag, abends 874 Uhr, in den Räumen der Aguda, Hanauerlandftroße 18, zu einer Besprechung ü ber Zeit und Art des Kurses einzufinden. Kesped im Aesyamidrafch. Am Sonntag, 25. Januar, nachmittags 4 Uhr/ findet im Beth Hamidrasch, Ostendstroße 18, HeSped auf Rabbiner Dr. Gähn Vitt, Fulda statt. Gedenkreden halten die HerrenRektor Falk, Rabbiner Schneider, Rechtsanwalt Dr. Breuerund Zahnarzt Eyrmann. Vereinskalenber. Verein Mekor Chajim. Freitag abend, nach Schluß der Synagoge: „Mikro"- Herr Gustav Kaufmann. Samstag, 3'/« Uhr: 2pp» pp- Herr Redakteur Schachnowitz. Solmmaim-Th9itep Täglich abends 7 Uhr! Neu einstudiert! „Drei alte Schachteln“. Operette in 1 Vorspiel u. 3 Akten v. Wal t er K o 11 o. Jeden Sonn - und Feiertag — 2 Vorstellungen 2. Nachmittags 3 Uhr (KI. Pr.) Abends 7 Uhr (Gr. Pr.) Jeden Freitag: 7 Uhr: VOLKSVORSTELLUNG. Kleine Preise. In Vorbereitung: Uraufführung; In Vorbereitung: _„Die Löwenbraiit“_ Außerdem täglich abends 7 Uhr geöffnet: SCHUMANN-WINTERGARTEN-DIELE Neues erstklassiges Kttnstlerprogramm. SCHUMANN-BIERKELLER. Direktor PAUL HEITERS bestbekannte „Possen-Gesellschaft’“ Prima am Eschenheimer Turm. 0ß5iöH(üfenüOeoler. Ällerthal und vtettabamt. KamniffRung 6'/- «»r, An». VU (f|r a»e„«. Neu eröffnet: Wein-Klaus«. Eingang nur Stiftstraffe 82. bester ostkries- Lrenntort, liefert mit eigenem Fuhrwerk prompt Eduard Lejeune, Schäfergasse 15. Tel. H. 501 u 548. Verlar der „Israeli 4b. m. d. H. Franwirt am Min. Ju unserem B lag erschien: Im KklWlM von S. Schachnowttz Preis 30 Psg. Zu beziehen durch das Büro des AgudaS » Jisroel - Jugendorganisation Sra nkfnrt a.M. Historische Erzählung von JndauS. Der rühmuchst bekannte Dersaker veGeht nicht nur eine fesselnde Darstellg. d. romanhaft anmntenden LevenSgauges des „Raws von Ladi" de» Stifters des Ehavad ChafftdiSmuS zu geben, sondern zugleich auch in die Gedankenwelt des Chassidismus überhaupt in fessemder- Form einzüführeu. Das Buch ist auch für die reifere Jugend vorzüglich geeignet. Preis broschiert Mk. 3. gebunden Mk. 5,- Hu beziehen durch alle BuchbundMugr«, sowie durch den »erlag des — Kaufe alle Sorten — Flaschen, Lumpen u. Elstcke zu den höchsten Preisen. Hole selbst ab. 6LUSMANN, Schwanenstrassa 8. Sam stag vorm., nach Schluß der Synagoge' „Dtnim"; Herr Rektor Falk. — 12 Uhr mittags: „Sefer Melochim", Herr Prof. A W e y l. Sonntag abend, 6 Uhr: ,Aus der jüdischen Geschichte"; Die Kreuzzüge, Entstehung der Tousfaus, Herr Redakteur Schachnowttz. DienStag morgen, nach Schluß der Synagoge: gahrzeitsstiftungslernrn (Benjamin Kallmanntiftuttg). DienStag abend, 81/* Uhr,Hanauerlandstr. 17,part. „Maibkm zn Megilas Esther"; Herr Zahnarzt <D. Ehrmann. Mittwoch Morgen, nach Schluß het Synsgo^e: Jahrzestssttsruritzslernen (Wally Prager-Skiftunsj. Freitag morgen, nach Schluß der Synagoge: JührzeitSstistungSlernen (Benny Benjanrin-Stiftung). Auf die Veranstaltungen der Agudas Jibroel- Jugendgruppe wird htngewiesen. Jeden Morgen rach Schluß der Synagoge: „Mischnalernen". Agudas Jisrvel-MadcheugruPPe. Freitag, nach Schluß der Synagoge: „Stdravortrag". S ch a b b o s 11% —12% Uhr, nach Schluß der Synagoge: „Tefillo"; Herr Dr' Hosmann. — 3*/,—-4% Uhr: „Thauro"; Herr Lehrer H t r s ch b e r g. DienStag, 7—8 Uhr: „Jjow"; Herr Zahnarzt Ehrmann. — Mittwoch, 8—9 Uhr: „Schemuel II" (für Damen und Herren); Herr Lehrer S. Unna. Donnerstag, 8% Uhr abends, für Jugend- und Mädchengruppe, AuSsprachabend: „Neunzehn Briefe von S. R. Hirsch". Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Schabbos, 10—11 Uhr: „Doroth Horischaunim" Freitags abends 8 Uhr: Zwangleses Zusammensein in den Räumen der 2L I., Hanauerlandstr. 17. Montag, 8—9 Uhr: „Jeschajohu". Dienstag, 8-9 Uhr abends: „Wajikroh mit Mal' bim"; Herr Zahnarzt Ehrmann. — abends 8 Uhr, im Turnsaale der Realschule: Turnkursus. Die übrigen Schiurtm der Jugendgruppe findeu laut Programm in geschloffenen Zirkeln statt. Wegen Beteiligung an größeren Schiurim wird auf das Programm des Mekor Chajim verwiesen. Br-hamidrasch, Ostendstraffe 18. Sonntag früh, 8%—9% Uhr, Montag, Dienstag und Mittwoch, abends 9—10 Uhr: „Gemoro-Schiur" «öp «22; Herr Rccht-anwalt Dr. I. Breuer. Freilag abend, sofort nach 2'ipv: Vorträge über von rav; Herr B. Rachelsohn. — Abends 8 Uhr: „Stdra-Vortrag" mit Erklärungen; Herr Rabbiner N. Karpel. Jüdische Fraueupereinigung und Agudas Jisrael-Müdchengruppe. Sonntag, 26. Jan., 6% Uhr: Kurs des Herrn Dr. Josef Breuer: „Prophetenwort und GesetzeSlehre". — Mittwoch, 88. Inn., abends 8% pünktlich: Vortrag von Leopold Schwarzschild: „Individualismus und Sozialismus", im Hörsaal Friedberger- Anlage 6/6. Nach dem Bortrag findet Diskussion statt. Herren und Damen sind willkommen. y Verein „M»ntesiore" Mittwoch, 28. Januar: Bortrag des Herrn Refr. Dr. Erwin Seligmann; „Der Einfluß der Juden ln der neuen deutschen Literatur". Verein Lifereth Bachurim, Langeftr. 881. Sonntag, 28. Januar, abends 8%, Uhr r Borrrag von Frl. I. Posen: „Die Anfänge der Kultur und die Bibel". Heöetzeiten. «2 fÖIP* Frektag abend 4.40 Samstag morgens 8.— Samstag nachm. 4.— Samstag abend 5.55. Wochengottesdtenst: Morgens 6.55 Nachmittags 5.—