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Der Israelit · 1919-12-30 · Heft 51 (30.12.1919) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
60 (1919)
Issue
Heft 51 (30.12.1919)
Date
1919-12-30
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Sette <L Nr. 51 Der „Frankfurter JSraeltt". äö. Dezember 1919. v«nkfurter Wevichte. :> M! m \ Me Woche Gtzamrkkafeierrr. Dem Chanukkaftst ist in den hiesigen V-rein-en dieses Jahr in einer Weis- Rechnung getragen worden wie kaum zuvor. Das allgemeine Streben nach neuem jüdischen Leben nnd neuer Betätigung spiegelte sich hierbei, je» verschiedentlich die Veranstaltungen, je nach Charakter des Vereins waren, allgemein deutlich wieder. Vorab die Agudas Jisrvel-Jugendgruppe wußte mit gutem Erfolge das Lichterftst als Anlaß zur Sammlung ihrer Freunde zu nehmen. Schon der Ausspracheabend am Sabbatausgang, der die Chanukkawoche einleitete, war dem aktuellen Thema gewidmet und fand ein dolles Haus. Mittwoch abend fand dann eine gemütliche Veranstaltung der A. J.-Jugendgruppe in den Räumen des Mekor Ehajim statt, bei der Ansprachen, Theaterspiele und Tombola die vielen Teilnehmer bis in die späte Abendstunde vereinigt hielten, während zur gleichen Zeit dtwen im Rechnchaal die A. J.-Mädch-ngruppe zusammen mit der Jüdischen FrauenverEinigung Chanukka in schönster Weise hielt. Eine sinnige Fortsetzung fand dir Chanukkaveranstaltung der Ä. J.-Jugendgruppe in der gemütlichen Freitagabendzusammenkunft des Vereins, die dieses Mal ein wirklich festliches Gepräge trug. Reden sowie schöne Tischlicder sorgten für gute Stimmung der Agudasreunde. Die Agudas Jisroel- Mädchengruppe hatte ihre eigene Chanukka- Veranstaltung am Samstag Abend im.Kursaal Cafe Milani, die ebenfalls als bestens gelungen bezeichnet werden darf. Ganz besonders wurde dem Chanukkaanlaß auch die Esra-Jugend gerecht, deren Führer und Führerinnen keine Müh' und Arbeit scheuten, etwas Rechtes zustande zu bringen. Nachdem schon mehrfache Kindervorstellungen, die sich die Jugend selbst gab, dorausgegangen waren, gingen am Montag abend die Hauptattraktionen über die Bühne des vollbesetzten Rechneisaal. Die Kinder gaben sich redlich Mühe und ihre Darbietungen wurden mit lebhaftem Beifall und Danke, auch für die Führer, ausgenommen. Ein reiches, schönes Programm hatte auch der Verein „Tiferes Bacchnrim" für sein- Vor-' anstaltung am Sonntag abend zusammengestellt. Zu einem Feste größeren Stils wukys sich endlich.die Ehanukkafeier des Vereines „Montefivrr" 'im großen Saale des BolksüildnngSheimes aus. Auch aus anderen Vereinen wird über gut gelungen« Ehanukkaveranstaltungen berichtet. ' Irr bat %&a$Ceu i« die Israelitische Metigionsgesessschaft. Unter dem Vorsitz des Herrn Leopold Schwab, fand Donnerstag nachmittag im Hörfaal der Synagoge, Friedberger Anlage eine gut besuchte Versammlung stau, die rach den versandten Einladungen den Zweck harre, das Interesse der Mitglieder an der Gemeinde zu wecken. Das erste Referat hielt Herr Josef Bamberger, der ein Gremium von 23 Mitgliedern vor» schlügt, welches an der Seite des Vorstandes als Mittelglied zwischen diesem und bn Gemeinde wirken soll. Der Vorstand müßte auf diese Weise entlastet werden. Eine finanzielle Gesundung könne nur durch ein geordnetes Steuersystem herbeigeführt werden. Er berührt ferner auch die Miser^ in der diesjährigen MazzoSversorgung und verliest zum Schlüße mehrere an die Generalversammlung gerichteten Anfragen und Anträge. Herr Zahnarzt Ehrmann pflichtet in der Hauptsache dem ersten Referenten bei. Er wünscht etwas lauteres Leben in der Gemeindestube und geht dann auf die Spital, und Er uw »Frage ein. Der Lösung der letzteren Frage stehen heute nur noch technische Schwierigkeiten im Wege, die überwunden werden müflen. In der Diskussion tadelt Herr Löwenthal das mangelhafte Interesse der Mitglieder an der Generalversammlung und wünscht in manchem Aenderung'und Besserung. Die Herren Hugo Bon di nnd D. I. Weil erklären sich dagegen-mtt der bisher bestehenden Ordnung einverstandsn. Auch Herr Ignatz Aron bringt Mitzstände zur Sprache, denen abgeholfen werden müßte. Herr Dr. Hosmann meint, jman müßte auch im Westend ein kleines Zentrum für die dort wohnenden Mitglieder der ReligionSgesellschaft durch Gründung einer Nebensynagoge bilden. ES äußern sich noch ferner die Herren Oettinger, Rosenthal, Levi, Salt Goldschmidt, Markus Golde, Louis Kahn. Paul Aron, Gordon und Leo Mayer zu verschiedenen Punkten, insbesondere zur Frage der Besserstellung der Gemeindebeamten, der Hebung des Chors usw. Feste Beschlüsse wurden nicht gefsßt. Die neue Satzung der Israelitische» Gemeinde. Rach gründlichen Beratungen einer m mischten Kommission ist dem Ausschuß der israettttschen Gemeinde der Entwurf einer neuen Satzung vorgelegt worden, welche -die Gemeinde auf eine gänzlich neue Grundlage stellt. Wahlrecht erhalten alle männlichen und weiblichen GemeindeMttglieder, die .das 20- Lebensjahr ^erreicht haben. Ts werden nacki dem Prinzip der Verhältniswahlen zwischen 27 und 45 Gemeindebertreler gewählt, die ihrerseits einen zwölfglievrigen Vorstand wählen. Frauen haben aktives und passives Wahlrecht. Den Rabbinern ist das Recht zugeitauden, an solchen Vorstandssitzungen teilzunehmen, in denen KultuSangelegenheiten behandelt werden. Die Vorstände der einzelnen Synagogen werden von den Platzinhabern der betreffenden Synagoge vorgeschl..gen und vom Gemeindevorstande ernannt. Wenn von gemeinde-orthodoxer Seit« anläßlich dieser neuen Verfassung an die der Israelitischen Gemeinde aus religiösen Bedenken nicht angehörenden Gesetzestreuen unserer Stadt der Appell gerichtet wird, ob sie unter den neuen Bedingungen nicht das Opfer bringen wollten, fortan zwei Gemeinden anzuge« höören, so glauben wir nicht, daß dieser gutgemeinte Aufruf Erfolg haben wird. Von» allgemein jüdischen Standpunkte aus ist es gewiß erfreulich, wenn die „Israelitische Gemeinde" ihre Verfassung auf eine demokratische Grundlage stellt und damit die Möglichkeit schafft, daß aus der Tiefe des Volkslebens dereinst ein neuer Geist" in die Verwaltung einziehe. Dadurch wird jedoch nichts an der Tatsache geändert, daß nicht nur jetzt, sondern auch für absehbare Zeit die „Jsraelitische Gemeinde" dem Thoragefetz vollkommen neutral gegenübersteht und nach wie vor Institutionen erhält, die eine fortdauernde Höhmmg dieses Thoragesetzes darstellen. Die Gründe, die seinerzeit Männer wie Hirsch und Hildesheimer zur Schaffung selbständiger, auf der Treue zum Gottesgesetz gegründeter Gemeinden veranlaßten, bestehen auch a1,o unter der neuen Verfassung fort, und die Entscheidung jener Großen, welche die freiwillige Zugehörigkeit zu religiös neutralen jüdischen Gemeinden als verboten erklärte, hat an ihrer Kraft und Gelttrng nichts einge- Heneralverfammlstrtg der Stzstagogengemeinde Israelitische Hlekigiorisgesellschaft. In der am 28. d. MlS. stattgehabten Eeneralversammiung wurden in den Vorstand Herr Marcus Hirsch, in den Ausschuß die Herren Emil Jsüür und Nathan Sonbhetmer gewählt. Die an den Jahresbericht anschließende Diskussion beschäfiigte sich hauptsächlich mit Finanzfragen. Ausführlicherer Bertcht folgt. Iamillennachrichten. Geburten. Eine Tochter: Dr. Joseph Breuer, Rückertstr. »0. Harmizwöh-Feier. Leo, Sohn des Herrn Moritz Birnstrin, Windeckfir. 50, in der Synagoge Frieöberger Anlage. Vereinskalender. Verein Mekor Chajirrr. Freitag abend, 2. Jan. 1920: „Mikro"- Herr Michael Kohn. S a m S t a g, 3. Jan.: Jahrzeitsstiftungslernen, morgens nach Schluß der Synagoge; Justizrat Dr. Naftal Hirsch. — 3°/« Uhr: „Ein Jakauw",- Redakteur Schachnowitz. Sonntag, 4. Jan., abends 6 Uhc: „Jescheskel"; Herr Dr. Jos. Breuer. Montag, L. Jan.: (Aron MoseS Schwarzschild- Stiftung), Donnerstag, 8. Jan.: (Adolf Rosenbaum.Stiftnng). AgndaS Nisrvel-Mg-chengruppe. Freitag, nach Schluß -er Synagoge t>. „Skdravortrag". Schabbos 11 Vs —12V, Uhr,nach Schluß -er Synagoge: „Tefillo"? Herr Dr' Hofmann. — SVa—4V, Uhr; „Thauro"; Herr Lehrer Hirschberg. Dienstag, 7—8 Uhr: „Jiow"; Herr Zahnarzt Ehrmann. — 8—9 Uhr: „Thauro" für Anfängerinnen; Irl. Jda Katz. Mittwoch, 8—9 Uhr: „Schemuel!l" (für Damen . und Herren); Herr Lehrer S. Uttma. Donnerstag, 8*/, Uhr abends, für Jugend- und Mädchengruppe, Aussprachabend: „Neunzehn Mriefe von S. R. Hirsch". Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Schabbos, 10—11 Uhr: „Doroth Horischaunim" Freitag, abends 8 Uhr: Zwangleses Zusammensein in den Räumen der A. I., Hananerlandstr. 17. Montag, 8-9 Uhr: „Jeschajohu". Dienstag, 8-9 Uhr abends: „Wajikloh mit 2Rnl» bim"; Herr Zahnarzt Ehrmann. — abends 8 Uhr, im Turnsaale der Realschule: Turnkursus. Die übrigen Schiurim der Jugendgruppe finden laut Programm in geschlossenen Zirkeln statt. Wegen Beteiligung an größeren Schiurim wird aus das Programm des Mekor CHajtm verwiesen. Hevetzeiten. w ros?- Freitag abend 4,10 Samstag morgens 8.— Samstag nachm. 4.— Samstag abend 5.25, Wochengottesdienft: Morgens 7.05 Nachmittags 4.— Einladung zur GENERALVERSAMMLUNG Die Mitglieder unseres Vereins werden hierdurch zu der am 11. «Januar 1990. nachm. 8 Uh, int Verein» lokal, Xjangoatr. 18 stattfindenden 41, ordentlichen GENERALVERSAMMLUNG höfl. einzuladen. Frankfurt a. Al., 23. Dez. 1919. Seliumaim~Tii eatei* Ab Dienstag, den 23. ds., täglich T1/, Uhr :• „Die Faschingsfee“, Operette in 3 Akten von A. M. WILLNER und R. OESTERREICHER. Musik von E. KALMAN. Nur noch kurze Zelt! Nur noch kurze Zeit! Jeden Mittwoch-, Samstag-, Sonnu- Feiertag- Nachmittag 3Va Uhr, bei kleinen Preisen: „Des braven Kindes Weihnachtswunsch“. Außerdem täglich geöfinet: SCHUMANN-WINTERGARTEN-DIELE SCHUMANN-BIERKELLER. Neu! Dir. PAUL HEiTERS „Possen-GeseUschafr“. GGGGGGKK Die Verwaltung des Vereins MEKOR CHAJIH E. V. OrosöSronfifurl am Eschenheimer Turm. SmMMnmi Zillerthal und Sierlabamt. 6 V. iiftf. Änf. Z’/j M abends. Ne» eröffnet: Wein-Klause. Eingang nur Stiftftratze 88

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