Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 60 (1919)
- Issue
- Heft 51 (30.12.1919)
- Date
- 1919-12-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit IflhMann » 117 »an 30. . Dezember 1919 M Bl ..... ue.i g Tebct 5680. Abonnement pro mevtelinft* t Deutschland Sek den' Postämtern M. 3.75, bei direkter Bestellung und Rechnungserteilnug durch den Verlag M. 4.50 vierteljährlich, für Lehrer und Kuliusbeamte (nur direkt) M. 2.25 vierteljährlich. Deutsch-Oesterreich und Nngar» Kronen 12.50 Viertels.; Tschecho-Slowakei Kr. 7.50 Viertels., Holland sl. 1, Skandinavien Kr. 2, Schweiz, Frankreich und Belgien Fr. 1.50. England 1 8k. 6 p.. Amerika 0.50 Doll, vierteljährlich. Darch den Buchhandel wie beim Verlag. Deic'Isroelit^rickeint jeden" Donnerstag Inserate: 60 Pfennig, Stellengesuche 50 Pfg. ex. lufiveTeuerungsznschlag fnrdie sechsgespaltene Colonel- Zeile: Rabatt nach Tarif Inseratenannahme durch den Verlag des Israelit G. m. b H.. Frankfurt a.M., Gr. Eschenheimerstr.23 Lei. 8842, AmtHansa, sowie sämtl. Annoncen-Exved. des In- und Auslands. 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Korrespondenzen und Nachrichten: Berlin (Zum Aufbau Palästinas.) — Berlin (Staatszuschüsse für jüdische Gemeinden.) - Berlin. — Karlsruhe (Süddeutsche Berfassungs-Aenderungen). — Wien (Die bolschewistische Ge'ahr in Palästina?) — Warschau (Mißhandlung jüdischer Soldaten). — Bratislava i Die Landesversammlunq der slowakischen Orthodoxie). --- 5. Personalien: Mainz. --- 6. Vermischtes: Berlin. - Berlin. — Hannover. - Heidelberg- I'r München. - 7. Feuilleton-Beilage: Eine Kriegs-Chanukka. 8. Frankfurter Bex iA\i:ßu den Wahlen in die Israelitische Religionsgesellschaft. — Chanukkaseiern. — Zuzug von Ausländern. — Personalien. — Die nene Satzung der Israelitischen Gemeinde. — Familiennachrichten. — Vereins- Klender. - Gebezeiten. - 9. Volksfreund: Zum Chanukkofeste. - Die Sünde des Menschen. - Denken und Beten. — Spendenverzeichnis. Sofort bestellen! Samson Raphael Hirsch’s großen Penf ateuchCommentar in neuer Auflage erhalten die Abonnenten des „Israelit“ (auch neu hinzutretende) als Prämie rnl 1Lzu Mk. 36 — statt Mk. 60.—. Lieferung in 15 Heften zu je Mk. 2.40, auf Wunsch auch bandweise. Wir bitten um eifrige Propaganda für den „Israelit“ in Freundeskreisen. Vertreter gegen Provision überall gesucht. Man wolle sich der beigefügten Postkarte bedienen. ___ Frankfurta. M. Verlag des „Israelit“ G. m. b.H. Marksteine der Zeit. Die rasche Aufeinanderfolge der Geschlechter bis zu den Erzvätern im ttsteu Buche der Thom reizt unsere Midraschweisen zu einem drastischen Worte: Es sucht der Weltenherr im Schutte des Weltgetriebes nach kostbaren Perlen. Dumpf rollen die Erbmassen in raschem Schwünge zur Seite. Sind aber die Kleinodien gefunden, so ruht die Schaufel, liegen stumm und unbeachtet die Massen und das Auge sieht und ergötzt sich nur noch am Glanz und milden Feuer des Kleinods.-Was liegt noch an den zehn Generationen von Adam bis Noah) was an der Zeiten zehnfachem Wechsel von Noah bis Abraham, wenn dieser selbst mit seinem der Sonne zugekehrten Leben durch lange Kapitel der heiligen Lehre wandelt? Wie ist das Dröhnen der mächtigen Alvsim aus dem Hause Esaus verhallt, wenn Jakobs Wanderleben sich in einer ganzen Reihe von Thoraabschnitten vor unseren Augen abspielt! Mit eiligen Schritten geht der Thorabericht über all das hinweg, was nur als Kette und Träger des Eigentlichen und Wesentlichen gedacht ist. Der Ballast ist abgeworfen und der Flug geht in die Höhe: über die Gipfel verklärten Patriarchenlebens hinauf zu den Höhen in Leiden gewonnener heiliger Volksberufung, in Qualen geborenen neuen, reinen Meyschtums. Die Vätergeschichte schließt ab, was jetzt folgt heißt: Volk in Not! Der Prozeß beginnt, ins Unermeßliche gesteigert, von neuem. Es werden wieder Staubwolken durch die Luft wirbeln und dumpf die gewaltigen Erdschollen rollen bis der Kern, von dem Glanz und Leuchten ausgehen soll, herauskristallisiert wird- Der Väter Wanderleiden wiederholen sich bis aufs Haar. Jakobs Geschichte geht in Israels Geschichte über, wie die gleiche Oktave in die höhere Lage der enger gespannten und feiner gezogenen Sette. Esau, der Jakob Rechte neidet und Segnungen mißgönnt, die diesem nie zuteil wurden, lebt wieder auf. Laban nutzt wieder Jakobs Hände — in der Gestalt des Pharaonenherrscher — betrügt ihn um Lohn und Glück und setzt ihm endlich nach, wenn er mit Weib und Kind den Weg in die Freiheit sucht. Wie oft wiederholt sich wohl dieses Schauspiel! Wie viele Saitenlagen hat wohl die durch die Geschichte zitternde Harfe der jüdischen Tränen! Mizrajim, Babel, Persien, Mazedonien, Hellas und Rom! Und die Harfe weint und zittert weiter — in immer höheren, feineren Lagen . . . Ein kleiner Markstein auf Israels langem Wander- und Leidenswege taucht auf. Der zehnte Teweth! Und er zwingt das Auge, noch ganz im Lichte des Makkabäerwunders befangen, zum ernsten, beschaulichen Rückblicke. Wie merkwürdig! Wir feiern Siege nach Jahrtausenden noch, wiewohl kaum etlichen Jahrhunderte nachdem sie errungen waren, der ganze Siegespreis und vieles — ja alles — dazu wieder verloren ging.. Wir beweinen die Belagerung der Stadt durch die Nebukadnezargarden zweiundeinHalbtausend Jahre noch nachdem die Stadt wieder erbaut und bald zwei Jahrtausende nachdem sie wiederum, unter ganz anderen Umständen, in Asche und Trümmer geschlagen worden ist. Weil wir Juden hinter den konkreten Dingen den höheren Sinn ahnen, den Geist der Geschichte, der das kleinste Geschehen beseelt und mit Leben an füllt. Darum muß alles, ob es der Väter Stilleben betrifft oder von des Volkes Geschicken erzählt, als kostbarstes, heiligstes Geschichtsgut treulich aufbewahrt bleiben, daß. kein Atom davon verloren geht. Auf die Frage N213N 'Xö (Stehe Tr. Sabbat 21), d. h. was soll uns, nachdem alles eroberte Glück längst zerronnen ist, noch dieser Steg bedeuten? erzählt der Talmud kurz und knapp die Wundergeschichte vom Oelkrüglein. DieMakkabäe'rwaffeist längst zerbrochen, das Wunder des Oelrestes, von dem in Tagen, da man bereits alles verloren gab, ungeahnt neues Leben und neues Licht erblühten, vollzvg sich in der Zeiten Folge noch hundertmal und vollzieht sich andauernd. Hier der höhere Sinn des Sieges, der die Begehung des Chanukkahfestes für alle Zetten rechtfertigt. Auf die Frage, was uns heute der zehnte Teweth bedeuten könne, nachdem das Ereignis dieses Tages ja später von der Entwicklung der Dinge so mannigfach überholt wurde, antwortet aber der Ptßmondichter mit dem Hinweis auf die Väter, die „so sie vertrauten dem Namen Gottes, 1NL2 '2 '7112«, groß und glücklich daftanden, wie sie aber wichen und Ihm den