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Der Israelit · 1919-01-09 · Heft 1 (9.1.1919) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
60 (1919)
Issue
Heft 1 (9.1.1919)
Date
1919-01-09
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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HM IS. Rx. 1 »Vrr Frankfurter Israelit^ 9. Januar 1AS. Frankfurter Berichte. Aus dew Htechkuschafstöerichle der Syuagsgengemcinde „ZlsraekiLrfche Hte° tikiousgeftlkschaft" 1917/1918. Der Bericht geht von dem Einfluß des viereinhalbjährigen Lkrieges auf die Gemeinde aus. Bon den rund tausend männlichen Mitgliedern haben 516 unter den Waffen gestanden. Den heimgekehrten Kriegern wirb der WiÜkomrngrutz der Heimat und der Kehtlloh entboten. Mir h«her Befriedigung wird die Opferfrendigkeit registriert, die die Mitglieder auch im - bgelauieuen Jahre auf allen Gebieten des Gemeinde^ leben? bekundet haben. Ein Aufruf tür eine Beisteuer zur Deckung des letztjährigen Defizits erbrachte den Betrag von 88,600 Mk. Leider weist das zu Ende gegangene Rechnungsjahr wieder einen bedeutenden Fehlbetrag auf, so daß ein neues Eingreifen der Mitglieder nötig sein wird. Da die Folgen der Kriegsnerhaltnisse sich auch noch späterhin geltend wacheu werden, so flehe man vor der Notwendigkeit, das Budget aus eine festere Lreuergrur dlage nach Maßgabe deZ'Eittkswmens des Ämze nen zu stellen. ' Trotz der zunehmenden Schwierigkeiten auf dem Gebiete der Nahrunksmittelverteilung konnte auch dieses Jahr, wenigstens wechselweise, die Abgabe von Koscherbutter und Tomor, auch für Pessach, durchgeführt werden. Dagegen hat die Mflchpersorgung nicht zu dem gewünschten Erfolge geführt. Alle dazu fähigen Geschäfts- und sonstige Betriebsinhaber werden dringlichst ersucht, soweit irgend möglich, sabbattreues, durch den Krieg erwerbslos gewordenes Personal einzustellen, um diesem, nicht aus staatlichem Zwange sondern in freier Erfüllung heiligen Gotiesgebsres und jüdischer Bruderpflicht-.ine Existenz zu verschaffen. Die Fürsorge für die in Not geratenen Mitglieder konnte trotz der großen Anforderungen, die fie stellte, in bester Weise fortgesetzt werden. Eine neuerdings eingeleitete Sammlung zurWiederanffüllung des Ariegshilfsfoubs, die noch im Sangs ist, harte bis jetzt rund 43,660 Mk. erbracht. Seit Ausbruch des Krieges konnten insgesamt 850,006 M. VN KriegSüNterstützungen bewilligt werden. Um für die mrittdebeamton, die besonders unter der Teuerung der Lebensmittel zu leiden haben, einen KriegSzulagefvndS zu schaffen, hat sich aus Jnialtve der Herrn Emil Isaak ein besonderer Ausschuß gebildet, der in rsthriger Werbearbeit bereits den Betrag von 100,000 M. für den genannten Zweck zusammenbrachre. Zum Unterhalte ausländischer Glaubensgenossen, die erst jetzt in ihre Heimat zurückkehreu können, wurde auch at Berichtsjahr durch Gewährung entsprechender Zu- 'chLffe beigetragen. Auf Anregung der Deutsch-Holsändischen-Palästina-Berwaltung wurde an den beiden Letzten Peffachtagen sin allgemeiner Palästinatag yermnstaltet, und ergab der Mizwosverkauf dar erfreuliche Resultat von 10,200 Mk. für Erez JiSroel. 41 Angehörige der Krhilloh habe ihre vaterländische Treue mit kum Tode besiegelt. Zum ehrenden Angedenken sollen ihre Namen nach Friedensschluß in das Memorbuch der Synagoge eingetragen werden. Ehrende Worte des Gedenkens widmet der Bericht den verstorbenen Prof. Michael Altmann, Oßerkantor Julius Friesl ander, Jakob Emanuel und Moritz Baß Ferner wird des auf dem Schlachtseid gefallenen Justtzrat Dr. Friy Berg, der sich als Rechtsbeistand für die Rothschildsche Hospitalstiftung sehr verdient gemacht hat, dankbar gedacht. Es werden dann im Berichte eine große Reihe pon Spenden und Slifiungen, zum Teile in ansehnlicher Höhe, für die Gemeinde und ihre verschiedenartigen Institutionen einzeln aufgeführt. Die Finanzlage der Gemeinde wurde wiederum vorwiegend durch Zuschüsse an die Kaschrusbetriebe ungünstig beeinflußt. Der Etat schließt mit dem Fehlbeträge von rund 27,000 M. Eine Gesundung der Fmcmzverhältnifse sei nur von einer dem Einkommen entsprechenden Regelung der Steuerverhältrüsse zu erhoffen. Es wird noch ferner über die Unterrichtsanstalten der Gemeinde eingehend berichtet, ebenso über die Thoralehranstalt Jeschiwo und d^e Georgine Sara v. Rothschildsche Stiftung. Der Bericht schließt mit der dankbaren Anerkennung, daß der Ausstieg unseres GomeindewesenS und seine Entwicklung ans kleinsten Anfängen ohne das ihm bet jeder Gelegenheit vom Staate erwiesene wohlwollende Entgegenkr-mmen kaum möglich gewesen wäre. Tranerfeker irr der SyrtagogeIrredberger Zutage. Am Mittwoch tos# hnV fand in Verbindung mit nnjia und jtsp in der Snnugone Friedkerger Anlage drv Trauer der Gemeinde n-n die Vorgänge in Lemberg ihren würdigen, nachhuittgen Ausdruck. Die Synagoge war vollgesn^t von Betern, die zum größten Teile saftend und in Talith und Tefillin, dem Gottesdienst offiziellen 112L nwn-Charakrer verliehen. Hrrr Rabbiner Dr. Breuer fand in seiner Predigt warnte Töne der Trauer und Teilnahme, UNd mtdwcte bei dieser Gclegcnheir Worte treuen Gedenkens auch dem vor weh cren Monaten verstorbenen “35, Rabbi Chajirn Salowkizik ans Brlsk Agudas Äugend' uud Mädchengruppe Der Newiim-KnrS (Schemuel ll) findet bis auf weiteres Mittwoch abend 8—9 Uhr statt. In der Mädchengruppe spricht am DienStag) den 14. Jan., nachmittags &U Uhr (Hanauerlandstr, 17), Herr Gtudienrat Dr. M.S ch ü l e r über „Betrachtungen zu den Wahlen". Einführung vvn Gästen (Damen) erwünscht. ^eteiu eßemakrger Schüler der Weakschuke der Israelitischen Htekigiousgesellschaft 1917/18. Am 89. Tebeth fand in den Räumen oes „Mekor Ebajim" ein geselliges Beisammensein des Vereins ehemaliger Schüler der Realschule der Israelitischen Religionsgeseuschaft, Jahrgang 1917/18, statt, das einen schönen Verlauf nahm. Jüdische Rezitationen und Biolinvorrräge umrahmten da? mit Geschick zur Aussührung gebrachte Lustspiel. Den Sch! ß des wohlgelungenen Abxndk bildete eine amerikanische Versteigerung, deren Erlös zum Teil dem Hilfskomitee für Loniberg Angeführt wurde. An die Kandelsschüter. Man schreibt uns; Wie wir hören sind die Schüler der Fvrtdildunfls- und Handelsschulen neuerdings nicht mehr am Tchabbos vom Unterricht befreit, so daß de» größer« Teil voraussichtlich nicht Zeit findet am Morgengottesdienst teilzunehmen und. Leienen zu hören. Dieselben seien deshalb darauf eufmerksam gemacht, daß »eitenr des hier bestehenden Krias-Hatauro- Vereins jeden SchaSboS Nachmittag um 3 Uhr ein Gottesdienst stattfindet, in welchem geleient und anschließend Mincha geort wird. Das Lokal befindet sich zur Zeit Bürneftraße SS (Mainzsche Synagoge). Anmeldungen sind an den Vorstand zu richten. Sprechsaal. Wie ränge nsch! AuS dem Osten kommt die grausige Kunde: Das jüdische Volk blutet. — - - — Legionäre des freiheitstobenden Polens morden und plündern. Hunderte von Juden jeglichen Alters und Geschlechts liegen in ihrem Blute in d n Straßen Lembergs. Unzählige Juden sind auf der Flucht durch dir Karpathen, um ihr nacktes Leben zu retten in diesen bitterkalten Wlnternächten. Thorarollen, von Vandalen zerfetzt, find zum Spielball der Winde geworden. — Das jüdische Volk blutet. — — Aber der deutsche Jude schläft und schlummert seinen schon mehr als hundertjährigen Schlaf (seit Sprengung des Ghettos) . Nur ein ganz klein wenig Mitleid mit den Glaubensgenossen in Galizien, er spendet zur Linderung der Not!- Wann wird endlich die Zeit kommen, daß du deutscher Jude fühlst, daß da dein Bruder, deine Schwefle rleidet?Daß sein Blut dein Blut ist? Daß Ihr Kinder eines Vaters, daß Ihr ein Volk , seid? Streife doch endlich alles Fremde ab. Lerne jüdisch fühlen und denken. Sehe tn deinem Bruder wirklich deinen Bruder, nicht nur deinen Glaubensgenossen! Dann wird endlich aushären das jüdische Volk zu bluten. Dann wird es ein Volk sein und neu erstehen wird dos jüdische Haus —Erez Jisroel. -r. Familiennachrichten. Barmizwoh-Feier. Richard, Sohn des Herrn Edmund Ettinghausen, Palmftraße 11, -in der Synagoge Friedberger Anlage. — Fritz Goldenberg, tm Waisenhaus in der Synage, im BeryauS des Waisenhauses. StteinMen-er. Verein Mekvr Ehajim. Freitag, abend: Mikrovortrag) Herr Felix Bei fuß. Sams rag, nach Schluß der Synagoge: Dtnim : Herr Rektor Falk. — 18'/, Uhr: „Melochim") Herr Professor A.Weyl. »/,4 tttzr: 3j»r pr; RedaSeur Schachn owitz. Sonstag Nachm. S Uhr: Midrasch; Herr Rabb. Br. Lorsch. Montag abend 6 Uhr: D ijn i m; HerrRekt. Fa l k Dienstag abend 6 Uhr: Gemore: Herr Rabb.-- Aff. <#. Posen. Montag und Mittwoch, übend 7 Uhr: G e m o r o) Dr. Jos. Breuer. DienSta g und Donnerstag, abend 7 «hr 3jsr p»; fwr »ed. Schachnowitz. Agnva- Dtsruel Ängendgr»p-e. Freitag aband nach Schluß der Synagoge: Sidrsasrtrag'. Herr Fritz Josevh Sams rag Nachmittag slf4 «hr: „Hilchaus SchadbvS") Herr Dr. M. Lange. Sonn rag Vormittag '/--Uhr: Laurotz mit Nascht, unter Leitung von Herrn Leopold Oppenheim er. Montag Abend 7 Uhr: GkschtchtZsehrgang, unter Leitung de» Herrn «cd.« cha ch n, «t tz. (Teiln?hmer°Referar; Herr Gerson Schn erb.) Mitt w o ch, SUhr: Newii m; Herr Lehrer Unna. Asutza- Jisvoel Mäd chengrnptze. Sonntag, '/,ll Uhr vorm.: Hebräischer Sprach kursus. DienStag 6'/t Uhr: „Betrachtungen zu den Wahlen") Herr Studtenrat Dr. Schüler. Jüdische Frauenvereinigung. Sonntagabend 5'/, Uhr: „Prophelenwort und GesstzeSlehre") „Die jüdische Frau und die neue Zeit") Ho«r Dr. Joseph Breuer. Alle anderen Schiurim in den verschiedenen Vereinen wie üblich. •!gsjjCT!Egas!ra”gL^^ HeSetMerr. KD riDV Freitag Aber,0 4.20 Gamstag Morgens Samstag Nachmittags 4.— Sanlftag Abend 5.35 Wochengottesdienst: Morgens 7.--_Nachmittag» 4SO am Eschenheimer Turm. Uiieoler al und Vierlabareki. Die AorstWiig kegW Wich abends. Neu eröffnet: Wein^Klituse. Eingang nur EViftstrahe W. 2ar Lvskübrullg »on (359^ Maleru. Weißbinder-Arbeiten Lackieren von Möbel und Schilder empfiehlt «ich August vevpkny, Maleru. W«!ßhin(ierge9ctiäft, Oberaam-Anlage 7, Htli. p. uqg Fdht>gasS6 HÄ;onsMbIev\Vracha /wir haben j ami Filialen! latze. Hüte in modernen Farben u„ Forcen. Sehnmann - Theater Täglicli abends 7 Uhr Neu für Frankfurt „Am Brunnen vor dem Tore“. Singspiel in 3 Akten t#b Oskar Felix. Musik vom Walter W. Goetze. Jeden Freitag Abend 7 Uhr. bei kl. Er.: Gr. TeilesYörstellff. Jeden Sonntag — 2 - Torstelltrage» — Nachmittags 3 Uhr (Ll. Pr.) — Abends 7 Uhr (Gew. Pr.) In allen ToriteUungen bis auf Weiteres: „AM BRUNNEN VOR DlITOEI"' Lose zur 1. Klasse der 13. Preuß. Süddeutsch. 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