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Der Israelit · 1919-01-09 · Heft 1 (9.1.1919) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
60 (1919)
Issue
Heft 1 (9.1.1919)
Date
1919-01-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
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s. Jarmer 1910 *2csSb3BoaitmaxmGti£iÜB*aa»GaMalmmBaBBaeaB3Z3BaaamsxaEip3SW*aB3SSM*SBias$EssKSrsfrm den oder sogar wohlhabend waren, fizid jetzt total verarmt. Zu all diesen Unglücklichen kommen außerdem noch die vielen vorübergehend in Wien sich aufhaltenden erbarmungswürdigen Opfer der schmachvollen Pogrome in Galizien, Mähren re. Unter Vermittlung der KultuSgemeinde haben sich die in Betracht kommenden Körperschaften und Personen in einem Jüdischen ZentralhtlfSkomitee vereinigt, daS mit einem Aufrufe an die Oeffentlichkeit herantritt. Aus 9er jUfllfdien öemelofle?u Lemberg. Lew-erg, 29. Dez. Laut dem Warschauer jüdischen „Moment" überwies das polnische Hilfskomitee in Warschau an die jüdische Gemeinde in Lemberg eine Spende von einer halben Million Kronen zugunsten der Pogromopfer. Die jüdische Gemeindeverwaltung LembergS sandte aber diesen Betrag mit der Erklärung zurück, daß mit einer halben Million Kronen die blutigen Exzesse von Lemberg nicht ungeschehen gemacht und der Schmerz der jüdischen Bevölkerung nicht gelindert werden kann. kg»—i JkmwQwu Pie smeMsnllck-Wilcke rreiessllrm )UM fFteöensfeönsrell- Iürich, 30. Dezember. Der amerikanisch-jüdische Kongreß in New- §oxl f)at eine Delegation zum Friedenskongreß gewählt, an deren Spitze der Richter Mack steht und der von bekannteren Persönlichkeiten Louis Marshall angehört. Vertreter der Orthodoxie ist Rabbiner Low ent hal. Personalien. Oberrabbiner Rabbi Rbrahaw Grürrburg y^T. SteBmatt, 3. Januar. JT 133 b3U. VS ist eine große, schwere Trauer, die unS umsängt. Ein Geistesfürst in JSrael, einer der ältesten, Vornehmsten und Würdigsten ivin ’iiw in Ungarn ridNZ.i mo 'N'lr»v, ist dahingegangen. Gin scharfer, hellleuchtender Geist, hat er von feiner frühesten Jugend an, im Sinne des bnitz ruro ->2 218 Tag und Nacht in der Thauro geforscht. Aus seinem edlen Herzen und auS feinem hohem Geiste, ein Meister der Kanzelberedsamkeit, kam das Wort Gottes und zündete und begeisterte für iTTOjn mir. Sein ganzes Dasein v'wn d2 ein ununterbrochener Gottesdienst. Sein Mannesalter fiel in eine Zeit, da sich die größten Kämpfe auf dem Boden des jüdischen Lebens in Ungarn abspielten. Es war die weltberühmte jüdische Kongreßzeit. Mitten in.dieser Drangnnd Sturmperiode begegnen wir dem jungen Rabbi, ein anerkannter miia ^13, mit einem reichen Geist und mutigen Herzen, als einem der führenden Mittämpfer für die Sache der Gesetzestreuen. Nach dem Kongreß war er als Magid nach Miskolcz berufen worden, wo er tm Mittelpunkte der Ereignisse eine überaus fruchtbare Tätigkeit entfaltete Dort gründete er bald eine ansehnliche Jefchiwa, wo er fast täglich zwei Schiurim, zumeist stehend, bei häufigem Fasten, vortrug. Jeder Schiur dauerte 2—3 Stunden. Allabendlich hielt er in der Synagoge vor Hunderten von Zuhörern großangelegte Borträge, die eine gewaltige Zugkraft nuSübten. An Markttagen find die Zuhörer von weit und breit zugeströmt, um den Lehren dieses frommen Mannes zu lauschen. Einige Jahre später?slgre er einem Rufe nach Kesmark, einer deutschen Stadr in Oöerungarn, wo seine gottgesegnctcn Geistssgabsn in einem Zeitraum yen 45 Jahren zur Mute und Outsuituus seluuutea. Ern Mann Der Israeli«. »on seltener °M-zenSg«te, in seinem Aeußern eine imposante, ehrfurchtgebietende Erscheinung, beherrschte er mit seinem goldreiuen Vharakter jede noch so verwickelte Situation, flPftti ^n3. Wie eine eiserne Gäule staub er da, wie eine eherne Mauer von gewaltiger Hoheit, mit unbeugsamer Festigkeit, wenn eS aalt, dem von ihm erkannten Gottesrecht, dem Din Thauro Geltung zu verschaffen. Wenn man aber an seinem Sterbetage in seiner Stadt gefragt hätte, wie der Prophet zu seinen Zettgenoflen sprach: Zeugt gegen mich, wer weiß etwas Unrechte» von mir? iy -ivnn, sie würden «it einem Herzen gesagt haben: Wir find Zeugen! Du hast keinem wissentlich unrecht getan, nicht geredet andermit dem Munde, wie du eS empfandest mit dem Herzen. Rein und unbefleckt hast Du Würde und Bürde eines K3öVi# K'jn, eine» treuen Seelenhirten in Israel getragen. Und zuhause war er so, wie in der Oeffentlichkeit. Ein müßiges Reden war in seinem Beisein ausgeschlossen. Er hatte auch ein schweres Haus. Acht Töchter nnd zwei Söhne, hatte er zu erziehen, zu versorgen. In seiner rührenden Selbstlosigkeit hat er es stets peinlich vermieden, seine Söhne und Schwiegersöhne irgendwie zu protegieren oder eine schriftliche Empfehlung für sie in die Wagschole zu werfen, vnon.i 720 »rütOj? pflegte er mit zerknirschtem Gemüte zu sprechen; MPn ist mir ja doch niemals was schuldig geblieben. Er sah alle Töchter und Söhne seine- Hanfes eigene Häuser gründen nnd auch noch Enkelkinder z» Trägern seines Geistes sich enrmicketn. Das KeSmarker RabbinerhauS war auch durch vorbildliche Betätigung echtjüdtscher Gastlichkeit berühmt. Zeder Fremde, arm oder reich, der vor der Mahlzeit z» Besuch gekommen war, war auch bald als Tischgast eingeladen. Auch Leu »ater, ländischen Anliegen zollte er sters gebührende Beachtung. Jeden patriotischen Aufruf hat er mir seinem Scherstein honoriert. Wegen seiner Bürgertugenden war er auch in Stadt und Kreis eine allgemein verehrte Persönlichkeit. Die Krtegsschrecken haben auch in seinem Kreise große Verheerungen angerichtet. Wiederholt war die Gegend von der russischen Invasion bedroht. Nach dem abgeschlossenen Waffenstillstand hoffte man der Segnungen eines heranbrechenden Friedens teilhaftig zu werden. Für Ungarn ist eS anders gekommen. Die Tschechengefahr hat eine ganze Reihe blühender Gemeinden verwüstet und nochmals mußten gar viele unserer hartbedrängteu Glaubensbrüder zum Wanderftab greife«. ES wirkte beruhigend, daß der greife KeSmark Raw wie ein Held aus seinem Wachtposten verblieben ist. Knapp vor dem Einzuge der Tschechen hat dieser Gottesdiener seine reine Seele ausgehaucht. jVIXn 5JBW HJHn ’JDD. In den ewigen Frieden ist er etngegangen, in einem Augenblick, da die Menschheit noch nach Frieden schmachtet. Er ist dem Frieden vorausgeeilt, um mit den tiefbetrauerten Zadiktm ukdauschiw, die in dem Martyrium der jüngsten Wochen sich zur Engelshöhe empvrgeschwungen, vor den Gnadenihron Gottes hinzutreten, uy mn' hin cni' 'diu p'38i, daß Er schone und sich erbarme seines armen und schlaffen BolkeS. (Oberrabbiner .Grünburg ^>'27 war Schwiegervater des auch in Deutschland wohl bekannten Herrn Rabbiner Horovtez aus Jerusalem.) Nürnberg, 3t. Dez. Ein vortrefflicher Mann, ein echter Jehudi, der sich besonders um das gesetzestreue Leben in Nürnberg große Verdienste erworben hat, ist uns entriffen worden: Herr Berthold Horovitz, ein älterer Bruder des unvergeßlichen 1. Vorsitzenden des Zentralvereins, Dr. Maximilian Horovitz ist im 75. Lebensjahre dahingeschieden. Gerade und aufrecht, ein Mann der Wahrheit und UeberzeugungStreue, so hat er sich alle Zeit seines Lebens bewährt, so lange er in der Oeffentlichkeit stand und auch, seitdem in den letzten Jahren der Verlust deS Augenlichtes ihn von öffentlicher Betätigung sernhielt. 1844 in Posen geboren, siedelte er schon als Kind mit seinen Eltern nach Berlin über, wo sein Vater eine angesehene Stellung in der Kaufmannschaft errang, und erhielt teils dort, teils im Hause de» Bruders seiner Mutter, des damaligen Düsseldorfer, späteren Posener Rabbiners Dr. WolfFellchcufeld?"«, eine sehr sorgfältige Erziehung. Die Grundsätze, die ihm ssa seinem gelehrten Oheinr und nsrdtldlichen Nr. 1 Sette 5 Führer in JSrael nahegebracht wurden, haben sich ihm hesonderS rief eingeprägt und ihn auch nach seinem Eintritt in» geschäftliche Leben auf den We^en wahrer Frömmigkeit erhalten. Sr hat aus große ihm angebotene Stellen verzichtet, um dem jSibbat treu bleiben zu können, und ist nicht um Haaresbreite von den als wahr erkannten Lehren abgewichen. Als er sich vor 47 Jahren in Nürnberg niedergelassen und nicht lange nachher ein Haus begründet harte, empfand er tief den Mangel toratreuen Lebens daselbst, vor allem daS Fehlen eines Gottesdienstes in den überlieferten Formen. Im Namen von 32 Gemeindemitgltedern wandte sich Horovitz 1874 in einer Bittschrift an die Verwaltung der Kuliusgemetude, um die Erlaubnis zur Einrichtung eines traditionellen Gottesdienstes in dem alten Betlokal der Gemeinde zu ererhalten. Als dieses Gesuch abgelehnt wurde, gründete er den Verein AdaS Jisroel und nachdem er die Anerkennnng dieses Vereins beim Stadtmagistrat zuerst vergeblich erstrebt hatte, erwirkteer beim Ministerium in München die Erluubnis zur Abhaltung gottesdienstlicher Versammlungen in d-w neu gegründeten Verein. Fast 25 Jahre hat er dann mit Treue und Hingebung an leitender Stelle in der Vorstandschaft diese» Vereingestanden, der seitdem immer mehr emporgestiegen und zum Mittelpunkte für einen ansehnlichen Kreis gesetzestreuer Männer in Nürnberg geworden ist. Am Grabe rühmte Rabbiner Dr. Freudenthal die Frömmigkeit und Ueberzeußirngstrene des Dahin, geschiedenen, der allen zuru Vorbild dienen könne, und hob als sein besonderes Verdienst die Gründung der orthodoxen Gemeinde in Nürnberg hervor.. 4. Jan. Am Bnr> haben wir hier einen Mann zu Grabe getragen, dessen ganzes Lebe« ei« gsttsemstHres and gotrgsMkges gewesen ist« Herr Louis Lohn, einer alteingesessenen Hawörrraer Familie angehörig, hat ebenso wie seine Vorfahren die Pflichten eines frommen Jehudi, wie die eines redlichen Priesters, nach dem heiligen Worte deS Propheten Jefaia: „Mein Geist, der auf dir ruhet, und meine Worte, die ich dir in den Mund gelegt, werden nicht aus deinem Munde weichen, auch nicht auS dem Munde deiner spätesten Nachkommenschaft", erfüllte- Abends und morgens, bei Wind und Wetter, versäumte er nicht, sein Gebet im Gotteshause zu verrichten, wohltätig und gebefreudig kam er dem Gebote: Opfere dem Ewigen von deinem Vermögen “pfiß "n fl« *733, stet» gern nach. Allen jüdischen Instituten wendete er mit voller Hingebung feine Anteilnahme zu und bedachte sie mit wertvollen Geschenken. Der Dank dafür wurde ihm von den Herren Herm.^ Gumpertz, JSr. Strauß und Dr. Plato bei der in seiner Wohnung abgehaltenen Trauerfeier ausgesprochen. Reckt ingshnuserr, 1. Jan. Der Rabbiner de» Vereins „zur Wahrung der religiösen Interessen de» Judentums in Westfalen", Herr Dr. Mtchalsky, ist zum Distriktsrabbiner und Direktor der Präparandenschule in Burgpreppach gewählt worden und hat die Stelle angenommen. Mit großem Bedauern sehen die zahlreichen, dem Verein angeschloffenen Gemeinden ihren Rabbiner scheiden, der sich in sechsjähriger, unermüdlicher Tätigkeit durch sein selbstloses Eintreten für ihre Jntt-reffen die Wertschätzung weitester Kreise' erworben hatte. Nagyszombat, 20. Dez. Am 16. Dezember ist hier ein ob seiner Biederkeit und religiösen Lebensweise allgemein geachteter und beliebter Mann, Herr Moritz Neumann tm 56. Lebensjahre infolge eine» Unglücksfalls verstorben. Der Verblichene, der aus feinem bisherigen Wohnorte Majteny, nachdem er von den Ortsbewohnern total ausgeraubt worden, flüchte« mußte, fand nun hier sein tragisches Ende. Herr Rabbiner Eduard Reich hielt am Grabe einen ergreifenden Nachruf, indem er die Ehrlichkeit, Gewissenhaftigkeit und religiöse Lebensweise deS Verstorbenen rühmte. n"3wr>. Familiennachnchten. Bsvtttizwoh-Feiev. Heinrich, Sohn brs Her«, B. Wechsler, Lehrer, Alzenau t. Ufr. Vttlsbte. Dr- Dsrs Bisch, Gkkiltngen, Dr. phil. Siaftwonn, MürrcherttWieseni'ionn. — Selmg Ka«snmnn, tz»benb»rg mit Horru Fritz Hirsch, Mainz. r-q I David Koppel & Frau Matchen, geh: Kaufmann beehren sich ihre am 5. Januar-Sehebat itattgefunden* Goldene Hochzeit aoauEeigen. Jugenheim, a. d. Bergstr. 16709 rirHUlqUiiigi. bildhübsche-, geöild. Mädchen auS erstem orthodoxem. Hause, suche ich paffende» Gatte«. Lief!. Angebote U. Ff. L. 398 an Annoneen-Expedit. 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