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Der Israelit · 1918-10-24 · Heft 43 (24.10.1918) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
59 (1918)
Issue
Heft 43 (24.10.1918)
Date
1918-10-24
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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24. Oktober M8. Frankfurter Derrchte. Are Woche. Keiurich Gaßu b“l Mai z, 20. Olt. Man schreibt uns aus A r o s a^: Heute, da wir an den Tisch uns setzen, an den neo ■ Tisch des Sanatoriums, den ipr-Tisch, den Herr Cahn, unser Herr Lahn, stch errichtet hat. ohne Rücksicht auf das Tuscheln und Köpfestrecken der anderen Gäste, ohne zurückzuschrecken vor den doppelten Kosten, die seine Küche verursachte — heute ist Schmerz und Trauer über uns, Weh erfüllt unser Ganzes Sein um den Verlust unseres Freundes. t( , r Wer ihn gekannt, wer einen Blick - in die feelen. vollen Augen getan, Lew leuchters sein Kinbergemüt entgegen, feine reine unberührte Seele. AuS jeder kleinsten Handlung, aus jedem seiner Worte sprachen Güte, Hilfeleistung für Andere. Immer stellte er sich in den Dienst anderer, ohne den kleinsten Gedanken zu hegen, der Dank verlangte für sein Tun. So haben wir ihn gekannt, hilfreich immer, herzensgut und besorgt wie ein treuer Bruder. — Friedlich lebten wir, getreulich bestrebt, im Schmerz untz gegenseitig zu stützen, mit Freude die Freuden teilend, empfanden wir doch alle beim Besuch seiner Ettern als teilhabend uns an der Freude de» Bruders. Jeder neue n2P war «in neues Bindeglied, schlug ein neues Band der Zusammengehörigkeit um uns Wenige. Fern jeder jüdischen Gemeinschaft, von Vater und Mutter getrennt, haben die Sabbatlichter mit ihrem warmen Schein unS in die Sabbatsttmmung des Elternhauses versetzt, haben immer wieder den JiSroelgedanken in unL aufleben lassen, haben allwöchentlich uns neu belehrt, daß wir Geschwister sind, AwrohomSkinder wir alle, in den Wegen unserer Väter wandelnd, unser Heben nach ihrem Vorbild? lebend. — Jeder t&v und 211» *v brachte so feine bescheidene Freude in die Eintönigkeit unserer Tage, die zu Wochen und Monden sich formten, gleichmäßig alle und mit demselben Ziel jedes Einzelnen. Mit den Rüsttagen zu den 2'' aber, da zog es den Jisroel-Bruder in die jüdische Gemeinschaft, konnte ihn nichts zurückhalten, da er den nvso von *®w und roin entgegcneilte Eine kurze Zeit nur sollte sie währeu, diese Reise in die Gemeinschaft der Brüder, — zum Heimgang zu den Vätern ist sie ihm geworden, dem Frühvollendeten, zum Eingang in die Pforte des py p. Der Trauer seines Elternhauses stellt sich unser Schmerz zur Seite, dasselbe Weh schnürt auch unsere Herzen und dieselbe Lücke empfinden wir alle, die ihn wie einen Bruder geliebt und ihm vertraut. — Jeder Weg, jeder Baum und jeder Strauch hier oben spricht zu untz von ihm, unser »eitereS Weilen wird zu einer einzigen schmerzlichen Erinnerung dessen, der durch göttlichen Willen von unS getrennt, der in eine bessere Welt unS oorangegangen. um frühzeitig den Lohn zu ernten für alles Gute, da» er in reichem Matze aus Erden gesät. .T2ipn. tz G. F Gretel Gottkiev Wieder haben wir in» engeren Kreise unserer Gemeinde den Vertust eines blühenden Menschenlebens zu beklagen. Vorigen Donnerstag wurde Frau Gretel Gottlieb geb. Mayer ihrem Galten, mit dem sie nur wenige Monde die Freuden einer überaus glücklichen Ehe teilen durfte, jäh entrissen. < Neben den Angehörigen steht ein weiter Freundeskreis trauernd und mit tiefem Schmerze an der Bahre der Verstorbenen. Gretel Mayer! Wer kannte sie nicht; dieses heitere muntere ewig junge Wesen, die, wo immer sie. sich, betätigte, Licht und Sonne verbreitere; sei es, wenn sie d-r Jugend ihrer Geschwister eine sorgende F:"hrerin, Gefährtin und fröhliche Gespielin war, sei es,, daß sie ,Zci Frankfurter JSraMP*. Seite 7. Nr. 4g den Freunden des stets gastlichen Elternhauses mit Würde und Anmut entgegentrat, oder wenn sie oft im Auftrag- und Vertretung ihrer Mutter unter Zurückstellung aller persönlichen Jntereffen im Dienste der Wohltätigkeit der Armen- und Watserfürsorge wirkte und fdjäiTte, spendete, linderte und den Kindern ihrer Schutzbefohlenen mit ihrem Wissen durch Unterricht zur Seite stand. Immer strömtihr Wesen Liebe und Anmut aus. In einem wahrhaft jüdischen Hause zu allen Tugenden -ines echt jüdischen Menschetl erzogen, verbrachte sie, getragen von der Liebe, der Ellern und Geschwister, eine sonnige Kindes- und Mädchenzetk. ein stetes Lachen, eine ewige Lebensbejahung, der Stolz und die Freude des Hauses. Aber auch tiefer, firtlicher Ernst zierte ihr Wesen, und mit diesem Ernste suchte sie die mannigfaltigen Probleme des Lebens anzupacken und zu lösen. In nie ermüdendem Wtssensdurste suchte sie ihre Kenniniffs stets zu bereichern, lieft sich willig belehren, und wie oft erzählte sie mit leuchtenden Augen von den genußreichen Gründen, in denen sie unter Heilung ihres NalerS in den Geist der Schriften unseres Meisters Samson Raphael Hirsch einzudrtngsn versuchte. Liebe zur Natur und den schönen Künsten und eine nicht unbeträchtliche künstlerische Befähigung ließen sie auch aus diesem Gebiete mit Fleiß und Ausdauer Ersprießliches schaffen und die Anerkennung ihrer Lehrer und Meister «».werben. Stoch jung an Jahren war e» ihr schon vergönnt, einen eigenen Hausstand zu gründen, und sofort trat sie auch an diesen höchsten Frauenberuf mit dem rhr eigenen Einste und der Heiligkeit ihrer Gesinnung heran. Ihr HauS sollte eine echt jüdische gastliche Stätte werden, und es war ihr höchstes Ziel, ihrem von demselben Geiste und gleichen Idealen beseelten Gatten die langen Jahre des Berlaffenseins an ihrer Sette vergessen zu machen. Der Fügung unerforschlich Walten hat diesem Ziele jäh ein Ende gesetzt. Verstummt ist der Mund, der nur Glück und Freude atmete, erschlafft die Hände, die stets wirken, schaffen und helfen wollten. Möge der schwergeprüfte Gatte, mögen dte Eltern und Geschwister Trost finden in dem Bewnßtseln der unendlichen Liebe und Verehrung, die sich die Verstorbene auf ihrem lurzen Crdenwallen überall erworben hat. . n"2JUri. Armut und KerLrechcn. Der Verband zur Förderung der Armen- und Watsenpflege, dahier, Geschäftsstelle: Hochstraße 3, veranstaltet unter dem Titel „Armut und Verbrechen" in den Monaten Oktober und November eine Vortragsfolge über die Beziehungen zwischen Fürsorge und Strafrechtspflege von Profeffor Dr. Chr. I. Klumber. Die Einladung enthält folgende Urbersichl: Die Borträge finden in der Geschlechterstube de» Rathauses, Römerberg, statt. Sie nahmen ihren Anfang am Dienstag, den 22. Oktober und werden am 3st. Oktober, 5/ 12., 19, und 26. November fortgesetzt. Die Vorträge beginnen pünktlich um 8 Uhr abends, nach jedem Bortrage findet freie Aussprache statt. Die Mitglieder de? Verbandes haben freien Eintritt, die Versendung der kostenfreien Eintrittskarten erfolgt aus Antrag von der Geschäftsstelle des Verbandes, Hochstraße BIII. Für Nichtmitglieder wird eine Einschreibegebühr von zusammen 5 Mark für 6 Abende erhoben. Einzelkanen für 1 Abend kosten 1 Mart; die Kartenausgabe für Nlchtmilglieder ei.folgt ir Henkels Musikalienhandlung, Fritz Baselt, Schillerstr. 14. Kerein „Livjath ßheu". Die diesjährigen Vereins - Vorträge des Herrn Profeffor Dr. Sulzbach finden während des Winterhalbjahres Sonntag Nachmittag eine Stunde vor nnm Langestraße IS, Seitenbau 1. Stock statt. Beginn derselben Sonntag, den 27. Okt. — Die rav* Nachmittag - Borträge finden regelmäßig nach dem nn:o - Gottesdienst im Hörsaal, Friedberger Anlage h, statt. Der jüdische Furuverei«. Am 6. Oktober fand dahier aus Anlaß des Nationaljüdischen Jugendtages ein Turn - und Sportfest, voranstaltet vom Deutschen Kreis der Jüdischen Turnerschaft, statt. Dasselbe war von 10 der Turnerfchaft angeschlosseuen Vereinen ouS allen Teilen Deutschlands beschickt. Der Frankfurter Jüdische Turnverein war durch 20 Mitglieder vertreten unb führte je eine Musterriege der Herren und Damen vor. Ferner beteiligte er stch an den sportlichen Ausschreibungen. In den Wettkämpfen für weibliche Mitglieder (Dreikampf) errang Frl. Rose! Rosenberg (I. T.-V. Frankfurt a. M.) den ersten Preis, im Hochsprung, offen für männliche Mitglieder, errang Herr Max Kahn (I. T.-B. Frankfurt a. M.) den er,reu Preis, während derselbe im Dreikamps de« dritten Platz besetzen konnte. Diese alünzendeu Erfolge lasten die Tätigkeit des Frankfurter Jüdischen Turnvereins im hellsten Lichte erscheinen und zeigen, welch? Bedeutung derselbe in kurzer Zeit erlangt hat. Vereinsadreffe i Frl. Lütt? Buer, Unterweg 24. FamiliennachriHten. Barmizwoh-Feier. . Heinrich, Sohn de» Herrn Abraham Zimmer, Sandweg 42, in der Synagoge Frtedberger Anlage. Iereinskalender. Verein A?,ek»r Chajim Freitag abend nach Schluß der Synagoge im Hörfaal: Mikro- Vortra g: Herr Louis Kahn. Sam »tag, nach Schluß der Synagoge: Minim; Herr Rektor Fal k. — 4 Uhr: 2,2p' py: Herr Redakteur Echaitrn » wttz. Sonnt agNachm.6Uhr: Jechesk e l; Herr Dr. Jos. Breuer. Dienstag morgen: Iah rzeitSsttftungSle rnen (Dr. Marcus Hirsch-Stiftung.) NgudaK - Jisrvel - I« ^endgrutztze. Freitag Abend: Sidra-Bvrtrag. Für Damen und Herren. Herr Jsak Sckne rb. Sonntag Vormittag %9 Ulir: Taur" h mit Raschi, unter Leitung von Herrn Leopold Appenheim e r. Montag Abend ll„9 Uhr: Geschich tSlehrgang, unter Leitung des Herrn Red. Schach«,«itz. Für Damen und Herren. (Alexander Janai.) Mittwoch Abend 9 Uhr: N e w i i m » « r 1 r a g: Herr Lehrer U na. Für Damen und Herren. B Sharnidrasch, Oftendstruste 18. Freitag abend, nach Schluß des Gottesdienstes; Halbüündig'.'r Bortrag des Herrn B. Rachelsohn über rc'tr r.ttSn. Sa m stag . r/z Stunde vor Nacht: Aas „ Messilas Jeschorim"; Herr H. Halpern. * Zacharias Wertheimber'fche Stiftung (Maus). Freitag Abend (nach Schluß deS GstteSdienstes) B 0 r t r a g. Alle anderen S ch t u r i m in d e n verschiedenen Vereinen wie üblich. mmwühhi1!»»«>,« Geketzerten. 8->'i raw Freitag Abend 4.45. Samstag Morgens 8.— Samstag Nachmittags 4.— . Samstag Abend 6.— Wochengottesdienst: Morgens 6.80. Nachmittags 4.30 Orthopädischer Turnunterricht. Schwedische Atem-u. Heilgymnastik. Meine Tumzirkel beginnek am 1. November. Anmeldungen erbeten an (3589 Sarah Landsherg, Baumweg 27. Za sprechen: Montag, Dienstag und Donnerstag von 10—1 Uhr. .ilriltiliDii Gasu. Wasser-Installation Sanitäre Ablagen. ]. Um« Langestr. 39. Tel. Hansa 2468. [3587 SohnmMm- Theater. Täglich abends halb 8 Uhr: Neu für Frankfurt! „Drei arme Teufel.44 Operette i» 3 Akten jon K. Oesterreicher u, H, Reichert Musik v«n Carl Weinberger. Jeden Sonntag 2 Vorstellungen — Nachmittags kalb 4 Uhr (Kl. Pr.) Abends halb 8 Uhr (Gew. Pr.) Jeden Montag halb 8 Uhr: S*nderYorstellnng kür kriögsbesehäftigte Arbeiter. Jeden Freitag halb 8 Uhr: Vftlksrorstelluug bei Weinen Preisen. Bi aUenVorstellungen bis auf Weiteres: „Drei arme Teufel“. In Vorbereitung (Märchenspiel): „Im Banne der Lereley“ oder „Rh einzau her“. Ein Märchentraura in 5 Bildern von W. Globes. GroßesKinderballet. Lose zur 5. Klasse der 12. Preuß..Süddeutsch. Klassenlotterie Ziehung am 8. November bis 4. Dez. V« V» 7i 25- 50noch zu haben bei Frankfurt a. HF. ©djdfergajfe 15. 100. 200. Ernst Lejeuoe Tel. Hansa 4386. Gross-Jronlifiirt am Eschenheimer Turm. 8 WM. Ziilerlhal und Sierkabamt. Die Vorstellung beginnt täglich '/>« ühr abend» Neu eröffnet: W ei n-Klaus s. (Siit Dann nur Stift st raste 32. 023^25 47280118

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