Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 28-29 (9.4.1903)
- Date
- 1903-04-09
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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636 .-■■■ ' - •< - ■ ■ ' -■ - ■ stechen lasse?" Und jetzt erst ertheUte er den Juden den Befehl,. diese Summe auf ihren Schultern über die Prager Brücke nach dem Altstadter Rathhaus zu traKn, bantft das Vergehen der Juden Allen bekannt würde. Musketiere mußten neben ihnen einherschreiten; wer den Beutel zudecken würde, sollte aus offener Straße - gezüchtigt werden. Diese Geldbeutel wurden von folgenden Aeltest'en getragen: Jakob Munka, Esais Liberl, Jsais Kapschrk, Samuel Tochle,» Rabbi Eneko, Rabbi Josef, Gentl Relach, Mark Schneider, Hirschl, Gypven . Michel Liga.'Waldstein ließ die Summe bei der Stadtkanzlü - deponiren, „zur Vermehrung der katholischen Religion .und zum unvergänglichen Andenken seines Namens und des ganzen Waldstein'schen Geschlechts." Als die an dem schmachvollen Zug betheiligten Juden das Geld auf den Schultern in das Rathhaus gebracht hatten, wurde Joseph unter dem Galgen in Freiheit gesetzt. „Gelobt sei, der alles zum Besten lenkt und vergibt. . Amen.^ So endet der Bericht von dieser grausamen Episode aus dem Prager Ghetto. Die jüdische Leidensgeschichte zeigt hier wie fast überall das sittliche Verhalten auf Seiten der Juden, auf der anderen Seite die Barbarei. ' England. , London, 1. April. Vor der königl. Kommission, die sich mit der Frage der Beschränkung der Einwanderung in London beschäftigt, wurde vor einigen Tagen der jüdische Armenvorsteher, Herr Joseph, über seine Ansicht, wie dem übermäßigen Zudrang mittelloser Fremder, vorzubeugen sei. gehört. Herr Joseph wies zunächst nach, daß die Uebecvölkerung Londons nur zum kleinsten Theil der Einwanderung vor Außen zuzuschreiben sei. Es werde auch kein anderes Mittel gegen dieses gesundheitsschädliche Zusammendrängen großer Menschenmassen geben, als das, alle die Fabriken, die nicht an London gebunden seien, aus der Stadt zu verlegen. Was die Behauptung anbetreffe, daß die jüdische Einwanderung dazu beitrage, die. Löhne der englischen Arbeiter zu drücken, so sei diese Behauptung als unhaltbar zu beweisen. Die Juden seien in ihren Lebensanforderungen keineswegs bescheidener, als die englischen Arbeiter und könnten deßhalb ebensowenig wie diese mit geringen Löhnen auskommen. Uebrigens sei die jüdische Gemeinde stets darauf bedacht, solche jüdische Einwanderer, die für die englischen Verhältnisse ungeeignet seien, wieder in ihre Heimath zurückzubefördern. Ein Verbot der Einwanderung, oder eine starke Beschränkung derselben werde England des Rufes berauben, Zufluchtsort aller Bedrängten zu sein. Dagegen würde er es für richtig halten, wenn man solche. Leute, die in England.Verbrechen begingen, wieder in die Heimath abschöbe. Zu den Städten, die sich gegen die Fremdeneinwanderung ausfprechen? gehört auch Liverpool. Dadurch, daß Amerika einer ganzen Anzahl von. .Auswanderern den Zutritt verweigert, wird Liverpool, wohin dieselben meistens zurücktransportirt werden, um einett höchst unerwünschten Zuwachs bereichert. Die Leute bleiben insolchen Fällen wegen Mittellosigkeit in Liverpool hängen und fallen den Behörden zur Last. Neu emAegrmgrne Bücher. (Besprechung Vorbehalten.) . Fuchs, Dr. Bernhard. Kaiser Wilhelm, Prof. Delitzsch und die Babylonische Verwirrung. (Sammlung moderner Kampfschriften Nr. 3.) 55 S. Pr. 90 Heller — 75 Pfg. 6.—10. Tausend. Wien XVIII. Verlag der „Sammlung moderner Kampfschriften." Meyer, Dr. S-, Negcnsburg. Contra. Delitzsch! 1. Heft. Mit einem Briefe des Herrn Prof. Friedrich Delitzsch an den Verfasser. 59 S. Frankfurt a. M. I. Kauffm a n n. 1903. (Siche auch vor. Nummer.) Einladungsschrift zu der öffentlichenPrüfung der Israelitischen Religionsschule zu Frankfurt a. M. am 4. u. 5. April 1803. Jahresbericht der Realschule der Israel. Religionsgcscllschaft in Frankfurt a. M. 1902—03. Bon Dr. G. Lange. Klausner, M. A. Hie Babel» Hie Bibel! Anmerkungen zu des Professors Delitzsch zweiten Vortrag über Babel u. Bibel. Dritte, mit einem Nachwort verseh. Auflage. 40 S. Pr. M. —50. Berlin NW. 7. S. Calo ary u. Cie. 1903. Getahrungs-Ausweis des Preßburgcr israel. Waisenknaben -Instituts für das Jahr 1902. Pozsony 1903. Fried, Babetre (Prag.) Erlebtes und Erdachtes. 128 S. Druck von Moriz Weizner u. Sohn, WienIX. 1903. Israel am Scheidewege. 16 S. Zürich. Verlag von C ä s a r S ch m i d t. Nossig, Dr. Alfred und Trietsch. Davis. Palästina, Zeitschrift für die kulturelle und wirthschaftliche Erschließung des Landes. (1. Jahrg. .'Heft 5/ö) Berlin SW. 47, Jüdischer Verlag. G. m. b. H. Freimann, Dr. A. u. Brody, Dr. H. Zeitschrift für hebräische Bibliographie. Januar-Fcbruar-Hcft. Unter Mitwirkung namha'tcr Gelehrter herauygegcocn. 31 S. Frankfurt a. M. I. Kaufsmann. Alock, ö. A. Rev. Key of tlie Hebrew Psalter. 367 pp. London, Elliot Stock 62 Paternosttr Row E. 8. 1903. Herz, Dr. Gr. Englische Schauspieler u. englisches Schauspiel {. Z. Shakespeares in Deutschland. (Theater geschichtliche Forschru gen. Hcrausgegeben von Bertdold Litzmann XVIII.) Mit 5 Karten. 144 S. Hamburg und Leipzig. Verlag von Leopold Votz 1903. Programm und Lehrpläne des Polytechnischen Instituts, Hessischen Gerrerbe-Akademie und Technikums, Friedberg (Hessen) II. Aufl. 46 S. (Siche auch vor. Nummer.) Zola. Emile. Die vier Evangelien. Wahrheit. Roman. Aus dem Französischen von Leopold Nosenzwerg. 2* B. I. B. 371 S. II. B. 355 §. Pr. M. 6—. Stuttgart und Leipzig, Deutsche Verlags-Anstalt- Jloesick, F*-rdynand. Chopin. Zycie i Twörczos’c. Tom L Warszawa. Napladem Kciegarni Ferdv nanda Hoesicka - Kolve, Dr. Theodor. Professor der Kirchengeschrchtr in Erlangen. Das bayerische Rclrgionsedrkt vom 10. Januar ts03 und die Anfänge der protestantischen Landcskrrche in Bayern. Ern Gedentblatt. 44 S. Preis 90 Pfg. Zweite Auflage. Verlagsbuchhandlung Fr. Junge, Erlangen 1903. - . . .....