Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 28-29 (9.4.1903)
- Date
- 1903-04-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Jahrg-ns. . JSS28&89« Kenlrat-Hrgan für das orthodoxe ZudenLhum. - - Begründet von - ' - - 7 'vT':: ' Dlk. Teyrnsnn A Dorrirerstag, den 12. Nissan 5663 9. April 199 s. Unsere nächste Nummer, eine Doppelnummer, erscheint des heil. PetzachfesteS wegen Dienstag, den 21. April.! Kl Schimurim. (Schluß.) " ‘ - ‘ Mainz, '8. April. 1 Die dritte Nummer des Festprogramms cd"0 chreibt, wie bereits erwähnt, vor,, daß ein kleines'. Quantum Petersilie, -in Essig oder Salzwasser einge- >aucht, genossen wird.. Die Uebersetzung von caia mit »sietersilie ist nicht ganz sicher; einige geben sie durch, f Sellerie wieder, der auch vielfach verwendet wird; andere nehmen Rettig, Radieschen oder auch Kartoffeln. In - unseren Gegenden nimmt man zumeist Petersilie.! Es ist aber Vielen nicht bekannt, daß Petersilie > ine Pflanze ist, die ungewöhnlich yiele kleine Schma- ' otzerthierch'en auf sich hat. Dieselben sind sehr klein imd sind, weil sie dieselbe grüne Farbe wie die Peter- >ilie Haben, nur bei sorgfältiger Prüfung' zu erkennen, jedenfalls darf derselbe ohne genaue Untersuchung nicht j genossen werden, und es ist daher besser, eines der anderen oben genannten Gewächse zu venvenden, als' Petersilie,'die man nicht untersucht hat. | Dieser Umstand dürfte dem um das Kaschrus seines Haushalts besorgten Familienvater erwünschte Veranlassung geben, die leider in unserer Zeit auch sonst im Jahre vielfach vernachlässigte Untersuchung ,wn Speisen auf Milben, Würmern u. dgl. den Hausj zenossen an's Herz zu legen. Es gibt leider sehr viele zmter uns, die in diesen Kleinigkeiten, „Kleinigkeiten" ,:rbicken, die nicht wissen, daß der Genuß von Jnsek- . en und Würmern uns durch Gottes Wort ausdrücklich I wch strenger als der Genuß von nsrv untersagt ist, jaß es sich also hier nicht um einen Akt besonderer Gewissenhaftigkeit handelt, sondern daß unsere Speisen nicht nur.Isis, sondern sogar n?2J sind, wenn sie mit Milben und Würmern' genossen werden. Es - gehört nicht viel Witz und Verstand dazu, diese religionsgesetzlich gebotene Vorsicht zu belächeln und zu bespötteln. Aber es gehört noch weniger Einsicht dazu, diesen Spott in seiner ganzen Armseligkeit-zu erkennen und zu würdigen. .122p w'b 12 'v Wer wollte, möchte man mit den Worten des Propheten fragen, in unserem Zeit der Mikroben und Bakterien, verächtlich über eine Sache urtheilen, weil sie klein und unscheinbar auftritt? Wenn die wegen ihrer Kleinheit mit dem bloßen Auge nicht einmal wahrnehmbaren Bazillen die Träger der furchtbarsten Krankheiten sind, welche unser körperliches Wohl in so hohem Grade gefährden, wer wollte sich dann der Erkenntniß verschließen, daß der Genuß aller dieser Schmarotzerthiere unserer sittlichen Reinheit die Trübung zu bringen vermögen, welche Gottes Wort als Folge davon bezeichnet, wenn es mahnend zu uns spricht:7>bub22 '.M2N brr Verunlautert euch nicht durch alles dieses?! , Das sinnliche Auge des iw, bet nicht erst am Sedertisch, der überall sein 22b nru-i rroam no, der es aber besonders bei der Hand hat, wenn er an der mühevollen, zeitraubenden Arbeit des „Besehens" naserümpfend vorüber geht, der stttlich Schlechte, sucht und ahnt den Zusammenhang nicht, der zwischen dem sinnlichen Genuß und der sittlichen Lauterkeit und ihrer Trübung besteht. Er beredet sich leicht, die an und für sich erlaubten Pflanzen. Speisen und Früchte zu genießen, ohne die vorgeschriebene gewissenhafte Untersuchung vorzunehmen, und ist nur allzugern geneigt, diese Scheidung des selbst an und für sich Gestatteten von dem ihm anhaftenden Unreinen für eine orthodoxe Uebertriebenheit anzusehey. < .' 7