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Der Israelit · 1903-04-06 · Heft 27 (6.4.1903) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 27 (6.4.1903)
Date
1903-04-06
Page
– (sequence 12)
Language
German
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immer uitcntbedt zu bleiben. Die durch das Wort „fötuatmorV geblendete Masse starrt wie hypnotisirt beharrlich nach der falschen Richtung und läßt dem Mörder Zeit und Muße, alle hinterlassene Spuren sorgsam zu verwischen. Auch in Dubosary scheint der richtige Zeitpunkt bereits versäumt worden zu sein!. Es tauchen bereits Zeugen auf, welche Ribalenko am 14. Februar in den Laden eines Juden eintreten, aber nicht wieder herauskommen sehen wollten. Andere Zeugen wollen gehört haben, wie der jüdische Inhaber des betreffenden Ladens einem Glaubensgenossen gegenüber das Wort „es ist geschehen!" geäußert habe. Daneben geht die übliche Verdächtigung der Behörden, die angeblich verhindern wollen, daß Etwas herauskommt, sowie die von Polna.und Könitz her bekannte „Präparirung von Zeugen." So hat der Sohn eines christlichen Arztes in Dubosary vor dem Untersuchungsrichter bekundet, mit eigenem Ohr gehört zu haben, wie ein namhaft gemachter Bürger seinem 12jährigen Jungen die Aussage einzutrichtern gesucht hat, er habe am 14. Februar den Ribalenko in einem jüdischen Tabaksladen verschwinden sehen. Inzwischen machen stch in Dubosary für die Juden bereits die üblichen. Folgen geltend. Sie werden von den Massen beschimpft, bedroht und schärf boykottirt! Kein Christenkind wagt es mehr, einen jüdischen Laven zu betreten aus Furcht, von dem Besitzer „zu Mazzoh" geschlachtet zu. werden. Andererseits darf, auch. kein Jude sich auf's flache Land hinaus wägen, da er gewärtig sein muß, von den Bauern mißhandelt und mit Hunden gehetzt zu werden. Auch zu einem Krawall in Dubosary selbst ist es bereits gekommen. Am 16. März rottete sich eine Schaar halbwüchsiger Burschen zusammen und begann die Juden zu prügeln und ihnen die Fensterscheiben einzuwerfen. Es gelang jedoch noch, die Bengel auseinander zu jagen, worauf die Juden aus ihrer Mitte eine Art. Bürgergarde organisirt haben. Jetzt patrouilliren 300 Juden die Straßen von Dubofary ab, und es ist uwfomehr zu hoffen, däß es zu keinen Ruhestörungen kommen wird, als die Dubosaryer Juden weit und breit wegen ihrer ungewöhnlichen Körperkraft bekannt und gefürchtet sind. Literarische Notiz. Die Herstellung der Schriften des 18. Jahrgangs des hebräischen Litteraturvereins „Mekize Nirdamim" hat dieses mal eine Verzögerung erlitten, weil für die Beendigung des so wichtigen Ritualwerkes „Orchot Chajim" noch die ehemals Luzatto'sche Handschrift, welche sich jetzt im Besitz des Jewish College in London befindet, verglichen werden mußte. Jetzt ist das ganze Werk fertiggestellt und mit verschiedenen Anhängen und Registern versehen, eine ansehnliche Bereicherung der jüdischen Litteratur. Außerdem ist auch noch das vo Jehuda Barceloni verfaßte Seter Ha'ittim, von Ober raöbiner Jakob Schor in Knty (Galizien) zum erste Male nach Handschriften ediert und mit einem sachge mäßen Kommentar versehen worden. Als drittes Wer erscheint, unabhängig von den bereits erschienenen, ein neue Lieferung vom Diwan des Jehuda Halewi. So mit dürften die geehrten Mitglieder des Vereins für di Verzögerung reichlich entschädigt werden. Die Versendung der Schriften wird voraussichtliö im nächsten Monat erfolgen. Neue Meldungen zun Beitritt mit dem Jahresbeiträge von Mb. 10 Werder gerne vom Vorsitzenden enkgegengenommen.; Berlin, Kräusnikstr. 7. Dr. A. Berliner. Berlin. Gelegentlich einer Sitzung, welche die Gesell schast vom Rothen Kreuz inr oberen Saale der Phiiharmonii gestern Abend abhielt, stürzte der durch die Einrichtung vor Kinder-Dolksküchen bekannt gewordene Kaufmann H ermann Abraham in einen g'öffneten Kcllerschacht und brach dabei beide Oberschenkel, so daß an seinem Auskommen gezweifelt wird. Breslau. Wie in den Vorjahren erfuhr aucb im abgelausencn die Schülerzahl der Religions-Unternchts-Anstalt l eine nicht unerhebliche Steigerung. Während im letzten Schulprogramm von 490 Kindern, die im Leufe des ganzen Jahres anr Unterricht th.ilgenommen hatten, berichtet wurde, ist in diesem Jahre diese Zahl auf 633 gestiegen. . Lemberg (Ern Wohlthätcr.) Am 11. März feierte einer der reichsten Mitglieder der hiesigen jüdischen Gemeinde im Kreise der Seinkzen in unauffälliger Weise seinen siebzigsten Geburtstag mit der Spende von 100.0r 0 Kronen zum Zwecke der Verheiratung arurer jüdis^er Bräute. TschaSniki (Rußland.) Tie ganze jüdische Familie des greisen Wächters des jüdischen Friedhofes dahier, wurde von einemBauern in spater Nachtstunde überfallen und bestialisch ermordet. Der Bauernbursche hat sich vor dem Morde geäußert, daß er „die Zahl der Juden in Tschasniki vermindern werde." Briefkasten der Nedaetiorr. Ein Abonnent in Altena i. W : Ja. Auf verschiedene Anfragen: Die Omcrtabelle wird der nächsten Nummer beigelegt. M. in M.: Einige früber in uns. Blatte erschienenen „Vorschriften für Peßach" können für den Preis., von 10 Pfennig durch unsere Geschäftsstelle bezogen werden.. In der aus Hamburg auf Inserat Nr. 2140, am 20. März eingcreichten Offerte, wurde vergessen die Adresse anzugebcn und bittet Reflektant hierdurch hoslichst, dieses unter obiger Chiffre nachzuholen. Fra gekäst e tt. Wer liefert .Kopfhalter" beim Schächten?' 7

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