Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1904-12-29 · Heft 103-104 (29.12.1904) · page 30

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 103-104 (29.12.1904)
Date
1904-12-29
Page
– (sequence 30)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2449986-2450079--62111-2524853
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

2240 gezerrt oder gar eingepaukt wird, was Voraussetzung sein mutz, wenn der Geist in genussfröhlicher Stimmung! leben soll. An die Stelle dieser „Besprechungen" - sollen diese Erzählungen Helene Otto's treten. Sie will der Jugend einen mühelosen fröhlichen Besitz bieten, aus dem sich dann, wenn sie heranwächst, das Verftändnitz derselben Sagen in höchster Kunstform erheben soll: alio die Lektüre des Homer. Vergil, Ovid. Mit den Nibelungen betritt sie nun das reiche Gebiet der deutschen Sagenwelt. Wir wollen hoffen, datz diesen beiden Schriften noch manche andere folgen werden. Ick» kenne dick,! Praktische Anleitung zur Enthüllung des Charakters aus der Handschrift. Mit vielen Musterbeispielen. Schriftproben und Charakter-Analysen, sowie einem Anhang: Schüler-Schriften. Von D. Ammon. Broschirt Mk. 2.—, elegant gebunden Mk. 2.50. Schwabacher Verlag in Stuttgart. Der Verfasser, eine öffentlich anerkannte Autorität auf dem Gebiete der Handschriftendeutung, gibt in klarer, für Jedermann verständlicher Darstellung Aufschluss über das Wesen der Graphologie, d. h. über die Kunst der Charakterbeurtheilung aus der Handschrift, und weiht den Leser an Hand einer Schriftzerlegungsiabelle in alle Geheimnisse dieser Kunst ein. Man lernt aus* dem Buche die verschiedenartigen Eigenthümlichkeiten der Schriftzüge kennen Und hat Gelegenheit. an den beigegebenen Schriftproben nach Anleitung des Verfassers Charakter-Analysen anzustellen, so datz man bald ohne fremde Beihilfe aus jeder Handschrift den Charakter des Schreibers zu bcurtheilen im Stande sein wird. Etwas ganz Neues und sicher vielen willkommen, ist der Abschnitt ..Schülerschriften und .ihre Veurtheilung". Er behandelt ein Spezialgebiet, das bis jetzt von keiner anderen Seite gepflegt worden ist. und dürfte besonders auch für Eltern. Lehrer und Erzieher von hohem Werthe erscheinen, denn er zeigt, wie aus der Handschrift des Schülers seine Individualität. seine intellektuellen und moralischen, seine Gemüths- und Temperaments-Eigenschaften mit Sicherheit zu erkennen sind, und bietet so zugleich unschätzbare Fingerzeige für Erziehung. Berufswahl und andere wichtige Lebensfragen. Offizierschre und Ehrengerichte. Ein Blick hinter die Kulissen. Von einem Eingeweihten. Gr. 8". Braunschweig. Richard Sattler. Der „Eingeweihte" ist ein höherer Offizier, dessen Ausführungen sich namentlich gegen den thatsächlichen Missbrauch von Seiten höherer Instanzen der an sich so notwendigen ehrengerichtlichen Institutionen sowie gegen das sich immer mehr fühlbar machende Protektionswesen richten. Fritz Reuters Stromtid. Hochdeutsch von O. Heidmüller. Preis cleg. geb. Mk. 5.— Das berühmteste Werk des grossen plattdeutschen Humoristen liegt nunmehr in hochdeutscher Uebersehung vor und der Leser hat Gelegenheit, sich ein Urtheil darüber zu bilden, ob der Eindruck dieses eigenartigen Werkes wirklich so eng an die plattdeutsche Sprache gebunden ist, wie vielfach behauptet wird. Der Ueberfetzer hat mit grosser Pietät und genauem Verständnitz gearbeitet. Er hat den schlichten, ungesuchten erzählenden Ton festgehalten, der auch dem Reuter'schen Platt eigentümlich ist. Die plattdeutschen Volksfiauren, die allerdings hochdeutsch redend undenkbar sind, lässt er platt reden, wie Reuter selbst, und man kann dreist behaupten, dass sich diese plattdeutschen Dialoge 'aus dem hochdeutschen erzählenden Text noch lebendiger abheben, als aus dem plattdeutschen Original. Durch den hochdeutschen Text in die Situationen eingeführt. versteht der hochdeutsche Leser auch die plattdeutschen Reden und empfindet den Reiz ihrer Echtheit und Urwüchsigkeit. Kurz, diese pietätvolle, Reuter's Eigenart mit vielem Geschick und Verständniss wahrende Uebersetzung kommt den Wünschen aller Jener entgegen, die nicht plattdeutschen Stammes sind, und welchen ohne die Uebersetzung Reuter, und insbesondere die wunderbare ..Stromtid". ewig ein verschlossener bleiben würde. Man lese nur und man wird Reuter auch in diesem neuen Gewände schnell lieben lernen. Paul Holzhansen, Bonaparte. Byron und die Briten. Ein Kulturbild aus der Zeit des ersten Napoleon. Verlagsbuchhandlung von M o r i y D i e st e r w e g. Frankfurt a. M. 1904. Dr. Paul Holzhausen hat es bekanntlich seit Jahren mit Erfolg unternommen, den litterarischrn Niederschlag der gewaltigen Zeit zu untersuchen, die der Persönlichkeit Napoleon I. den Stempel ausdrückte. In der Reihe der Erscheinungen hierüber ist das vorliegende Werk nach fachmännischem Urteil das bedeutendste des Autors. Ein durchaus origineller Vertreter der Litteraturwissenschaft und ein Pfadfinder .auf dem eigentlich erst von ihm erschlossenen Gebiete der Stimmungsgeschichte. schildert Holzhausen mit tiefem Eindringen in den Gegenstand und mit feinem Kolorit die Persönlichkeiten und die Litteratur des zeitgenössischen Englaüd, welche sich um den Namen Bonaparte gruppiren. So wird das vorliegende Werk dazu beitragen, den im In- und Auslande wohlbekannten Namen des Verfassers in immer weitere Kreise dringen zu lassen. Denn Holzhausen hat bei seinen Veröffentlichungen ein Publikum im Auge, dem durch die gelehrte Welt keine Grenze gezogen sein soll. Seine Werke sind für jeden bestimmt, der sich für die Zeit .des großen Korsen interefsirl.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.