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Der Israelit · 1904-12-29 · Heft 103-104 (29.12.1904) · page 29

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 103-104 (29.12.1904)
Date
1904-12-29
Page
– (sequence 29)
Language
German
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kleine Mangel rnib Beschädigungen des häuslichen Mobiliars, Wäschezeugs, Kleidervorroths etc. energisch zu Felde zieht und sie glänzend besiegt: dieses ideale Hausbuck ist Hermine Clars durch und durch eingehend nützliche und zuverlässige litterarische Neuschöpfung „Das A B C des Hauswesens". Ein selten gründlicher Rathgeber auf allen Gebieten haushälterischen Schaffens und Wirkens, der in flottem, anziehendem Gewände soeben im Schwabacher Verlag in Stuttgart zum außerordentlich billigen Preis von Mk. 1.— erschienen und von dort durch alle Buchhandlungen zu beziehen ist. Friedrich Ltoltze und Frankfurt am Main. Ein .Zeit- und Lebensbild von Johannes Proelß. Frankfurt a. M., Neuer Frankfurter Verlag. Preis drosch. Mk. 4.—, vornehm geb. Mk. 5.— In der Zeit, da die alte Freie Reichs- und Kaiserkrönungsstadt am Main nicht nur der Sitz des deutschen Bundestags, sondern auch der Brennpunkt der großen Volksbewegung war. die 1848 die Reichsverfaffung des Frankfurter Parlaments, 1859 die Schillerfeier, den Nationalverein und dann den deutschen Sänger-, Schützen- und Turnerbund in's Leben rief, besaß Frankfurt einen Lokalpoeten, der ein Dichter von Gottesgnaden war. Dies war Friedrich S t o l tz e. Stoltze's Humor ist so kerndeutsch und so herzerquicklich, wie der Fritz Reuters; sein Leben aber war weit interessanter als das des plattdeutschen Meisters. Johannes Proelß, dem wir schon die Biographie Scheffels und die Geschichte des „Jungen Deutschland" verdanken, war der Berufenste, dies Leben zu schildern. Als Redakteur des Feuilletons der „Frankfurter Zeitung" hat er in den achtziger Jahren Stoltze persönlich sehr nahe gestanden. Er läßt in seiner Darstellung den Dichter selbst oft zu Worte kommen, so daß der Leser Stoltze's Humor ganz direkt kennen lernt, während der Biograph uns erzählt, in was für erregten Lebenskämpfen Stoltze zum Humoristen reifte und sich als Humoristen bewährte, als der er besonders auch» ein überaus wichtiger Schilderet jüdischen Lebens und Treibens war. Der Verlag bat dem hübsch ausgestatteteu Werke zwei B'ldnisse Stoltze in vorzüglichem Lichtdruck mit faksimilirten Unterschriften darunter, ei» bisher noch nicht veröffentlichtes aus dem Jahre 1854. sowie das Faksimile eines Gedichtes beigefügt. . Fritz Döring, „Schimmelchen und andere Novellen." Berlin W. 60, Concordia Deutsche Verlags-Anstalt. Hermann Ehbock. Preis geheftet Mk. 3,60, gebunden Mk. 4,60. Auch in dem vorliegenden Buche, einem Novrllenstrauß. der viele Freunde finden wird. Hai Fritz Döring toieder die starken Vorzüge seines Talentes bewiesen.. Als guter Erzähler hält er den Leser immer im Bann der kräftig vorwärtsschreitenden Handlung, so daß das Interesse niemals erlahmt; aber daneben gelingt es ihm auch, ohne das erzählerische Ziel aus dem Auge zu lassen, die Gestalten psychologisch zu vertiefen und vor allem eine schöne Stimmungsmacht zu entfalten. Diese Vielseitigkeit bewährt er überall. Er führt »ns mit gleicher Sicherheit in Großstadtnoth wie in Kleinstadtfrieden; er lann ebensogut mit kräftigem, ganz aus diese Erde gestellten Humor erfreuen, wie durch Tragik erschüttern und den Blick öffnen für ewige Reue. Geradezu meisterhaft geschieht letzteres in der Geschichte des blinden Knechtes, der im «heiligen Brausen" sich läutert. Am schönsten aber offenbart sich seine Eigenart erst in der letzten Geschichte des Bandes, deren sprühende Lebendigkeit jeden bezwingen must. Möge dem Buche der verdiente Erfolg beschieden sein! Gedanken über das Denken. Von Herm. Heisler. 52 Seiten Oktav. Preis Mk. 1.— 1904. Verlag von Strecker & Schröder in Stuttgart. Ein verdienstliches Büchlein, das auch äußerlich eine schone Ausstattung erhalten hat. Schon der Titel ist gut erdacht und rnzt gebildete Menschen, sich mit dem Jnbalt zu beschäftigen. Dem Vorwort entnehmen wir die bescheidenen Einführungsworte des Verfassers: ..Die vorliegenden Blätter sind Gedanken eines Laien, welcke dem Kenner vielleicht ebenso bekannt als abgethan erscheinen dürften, die aber zufrieden sind, wenn es ihnen gelingt, den einen oder den anderen Nichtkenner zum Nachdenken anzuregen." Es ist recht erfreulich. daß ein „Laie" der Verfasser dieser Blätter ist, und seine Bescheidenheit berührt uns angenehm. Was aber die Hauptsache ist: wir freuen uns darüber, daß man das Büchlein zur Einführung in das große Gebiet des philosophischen Denkens mich wirklich empfehlen kann. Helene Otto. „Die Nibelungensage." In der Sprache der Zehnjährigen erzählt. 1. Band: Sigfriedsage. 2. Band: Hildebrantsage. Jeder Band Mk. 2.— (Geschenkausgabe in Ganzleinen). Leipzig 1904, Verlag von K. G. Th. S che ff er (Hauslehrerverlag). Von derselben Verfasserin rühren bereits folgende Schriften in der Sprache der Zehnjährige» her: Odyssee, Ilias und Aene>s. Man erkennt also ein zielbewußtes Bestreben, den Sagenstoff, der dir Grundlage der klassischen Litteratur bildet, der Jugend in einer ihr geläufigen Weise zu erschließen. Wenn wir heute klassische Kunstwerke erklären wollen.- so müssen wir deren Lektüre immer wieder durch eine „Besprechung" unterbrechen, bei der mühsam zu Tage

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