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Der Israelit · 1904-12-29 · Heft 103-104 (29.12.1904) · page 27

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 103-104 (29.12.1904)
Date
1904-12-29
Page
– (sequence 27)
Language
German
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laxen Indifferentismus und der schwankenden Halbgläubigkeit, von höchster Wichtigkeit ist. Wir halten das Schriftchen für sehr beachtenswerth und möchten es Jedem, der auf die Umgestaltung und Verbesserung unseres Lehrerbildungs- und namentlich Seminarwesens irgendwie, von Einfluh ist, dringend zur Lektüre und — nmtatis mutandis — zur Beherzigung empfehlen. L. A. Religio nsphilosophie. Tr. Venctiancr, L. Die Lehren und Ideen des Judenthums. (a zpidösäg tanai es eszmfci) Budapest. Singer und Wolfner 1904. Wenn es eine Disziplin in der jüdischen Wissenschaft gibt, die mit Recht über Vernachlässigung klagen kann, so ist es die jüdische Religionsphilosophie. Schon seit langer, langer Zeit ist fast nichts auf diesem Gebiete gearbeitet worden, forschen wir nach dem Grunde dieser seltsamen Erscheinung, so dürfte der Mangel an geeigneten Quellenschriften mit ein Grund dieser stiefmütterlichen Behandlung der Religionsphilosophie sein. Diesem Mangel soll die in der Ueberschrift genannte Schrift abhelfen. Verfasser stellt aus dem ganzen grossen Schriftthum des Judenthums Alles zusammen, was über die Fragen, die die Zeit bewegen, Licht verbreiten kann. Auf Grund seiner Forschungen weist nun Verfasser nach, daß das Judenthum die Quelle aller Sitte und Gesittung ist, daß ihm nichts Menschliches nicht nur nicht fremd geblieben, sondern, daß es allem Menschlichem zuerst das Wort geredet. Verfasser ist stolz auf sein Judenthum und diesem stolzen jüdischen Bewusstsein gibt er in glänzender Form Ausdruck. Kl.. Nachschlagewerke. The Jewisli Eucyclopedela. Vol. VIII. New-York. Funk and Wagenalls Company. Schon oft. fast bei Erscheinen jedes einzelnen Bandes des einzigartigen oben genannten Monumentalwerkes haben wir auf die eminente Wichtigkeit u. hohe Bedeutung dieses Unternehmens aufmerksam gemacht. Es erübrigt sich daher, bei der Herausgabe des achten Bandes unter Verzicht auf allgemeine Betrachtungen diesen allein und seinen Inhalt gesondert zu schildern. Der achte Band der Encyklopädie zeichnet sich unter den anderen ganz besonders durch die Fülle und die Reichhaltigkeit seiner Illustrationen und wichtigen Artikel aus. Es ist das wohl ein Werk des Zufalls, der hier durch das Alphabet einige wichtige Materien unter einen Hut brachte. So ist u. a. ein äußerst interessanter Artikel der» welcher vom Machsor handelt. Er zerfällt in verschiedene Abschnitte, die die Riten, die Uebersetzungen u. s w. klarlegen. Besonders werthvoll sind die Bildertafeln zu diesem.Artikel. Es sind vorzügliche Wiedergaben einzelner Seiten aus den bekannten handschriftlichen Machsorim in der Sulzberger-Sammlung zu Newyork und auch aus dem britischen Museum zu London. Gerade jetzt, wo wir bei Gelegenheit des 700. Todestages des Maimonides' gedenken, wird auch eine naturgetreue Abbildung einer Seite aus dem Maimonides'schen „Jad", dessen Original sich im britischen Museum befindet und von 1472 datiert ist, Beifall finden. Leben und Werke des Maimonides selbst werden erst im nächsten Bande behandelt werden. Don mehr lokalem Interesse ist der sorgfältig bearbeitete Aussatz über Mainz, der die Geschichte der Mainzer Judenschaft in Vergangenheit und Gegenwart unter Beigabe zahlreicher Illustrationen erzählt. Auch die Vergangenheit anderer Kehilloth. wie Marburg u. a., wird, immer mit Unterstützung der besten Photographien und Reproduktionen nach Gemälden, ausführlich behandelt. Besondere Aufmerksamkeit ist dem Artikel „marriage" (Heirath) zugewandt worden. Er enthält nicht nur sämmtliche Bestimmungen des jüdischen Ehereckts. sondern auch die wechselnden Gebräuche bei Eheschließungen, wie sie bei sämmtlichen Juden der Erde Brauch sind. Der Artikel zerfällt allein in 33 Abschnitte und weist 6 Abbildungen aus. Interessant , sind hauptsächlich die statistischen Daten über Ehe-? schliessungen in verschiedenen Ländern und Zeitaltern, i Wollten wir all' das anfzählen. was in diesem . Bande noch erwähnenswerth wäre, so würde der uns . zur Verfügung gestellte Raum nicht ausreichen. Das , Gesagte jedoch wird schon zeigen, daß dieses jüdische j Konversationslexikon vollständig berufen ist. den Aufj gaben gerecht zu werden, die seine Herausgeber sich ge-! stellt haben, und daß daher seine Anschaffung für jeden > gebildeten Juden fast eine unbedingte Nothwendigkeit j genannt werden darf. I. L. > _;_j_ Mehers Großes Kor. rsations - Lexikon. Ein; Nachschlagewerk des a. gemeinen Wissens. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Mehr als 148,000 Artikel und Verweisungen auf über \ 18,240 Seiten Text mit mehr als 11,000 Abbild- , ungen, Karten und Plänen im Text und auf über : 1400 Jllustrationstafeln (darunter etwa 190 i Farbentafeln und 300 selbständige Kartenbeilagen); sowie 130 Textbeilagen. 20 Bände in Halbleder ge. bunden zu je 10 Mk. Bibliographisches Institut in Leipzig u. Wien. 1904 Als ein stattliches Werk ist der siebente Band von i Meyers Großem Konversations-Lexikon der Oeffenl-! lichkeit überwiesen worden. Textlich ein wahrer

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