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Der Israelit · 1904-12-29 · Heft 103-104 (29.12.1904) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 103-104 (29.12.1904)
Date
1904-12-29
Page
– (sequence 25)
Language
German
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Kentrat-Hrgan für das orthodoXe Zudenlhum. 2S. D«». tg«4 ■l Memistzk WM j» Jß 103 & 104. Mr. 8. XXXXXXDTX X X X X X XXX X X X X X X X X X X7X^X‘~XJ_XI?CX~X~^r5?^r Homiletik. Jacob, Dr. B. Rabbiner der Synagogengemeinde . Göttingen. Im Namen Gottes. Eine sprachliche . und religionsgeschichtliche llntersuchung zum Alten und Neuen Testament. Berlin N.-W. 7. Verlag von S. Calvary u. Co. 1903. 176 S. 3 Mk/ Dem schlichten Menschenverstände mag wohl die Frage nach der Bedeutung der Wendung: cvz „im Namen Gottes" recht sonderbar erscheinen, ist sie doch nicht nur in der Schrift, sondern selbst im Sprachgebrauche des täglichen Lebens eine der wohl am häufigsten vorkommenden stereotypen Formeln, die selbst im Sprachschätze des gemeinen Mannes nicht fehlt. Nicht also dem gelehrten und philosophisch geschulten Geist. Ihm erscheint diese Frage bei genauerer Betrachtung als ein schwieriges Problem, das wohl erwogen und tief ergründet werden muß, um bezwungen und endgültiger Lösung entgegengeführt zu werden. Dem Verfasser dieses Buches jedoch ist die Prüfung und Erörterung der genannten Frage zu einem umfassenderen Problem geworden, das sich nicht nur auf das sprachliche, sondern auch auf das religionsgeschichtliche Gebiet erstreckt, und nach beiden Richtungen ebenso wichtige wie interessante Resultate zu Tage fördert. Die Arbeit gliedert sich in drei Theile, von denen der erste das nv im sog. Alten Testament nach seinen mannigfachen Gebrauchsweisen behandelt, der zweite das ovofia im Neuen Testament, die ursprüngliche Nebersehung des alttestamentlichen ev in seinem erweiterten oder richtiger umgestalteten Sinn darlegt, der dritte dagegen die Quellen für die im neuen Testament auftretende Verschiebung und Umgestaltung dieses Begriffes nachweist. In einem letzten achten Kapitel wird anhangsweise die Frage über den Zeitpunkt und die Ursachen erörtert, die zu der Außergebrauchsetzung des heiligen vierbuchstabigen Gottesnamens geführt haben. Der erste Theil zeigt zunächst, daß nach hebräischer, wie überhaupt semitischer Anschauung Name und Namengeber, Veranlassung und Vollziehung der Namengebung von gewichtiger Bedeutung gewesen ist, weil hier die Ertheilung eines Namens als der Ausdruck eines Hoheitsrechtes erscheint. Von dieser Anschauung ausgehend, gewinnen wir eine bessere Einsicht in den Zweck und die Bedeutung mancher Namensänderung, wie sie uns die heilige Schrift verschiedentlich berichtet. Nirgends aber gewinnt im A. T. — daraus weist der Verfasser mit Nachdruck hin — der Name die Bedeutung einer realen Macht, vermittelst deren man in magischer Weise Wirkungen auszuüben vermöchte. Das ist nach der religionsgeschichtlichen Seite das Fäzit dieses ersten Theils der Jacob'schen Abhandlung. cm ist daher nicht „im Namen d. i. in Stellvertretung Gottes" zu übersehen, weil nach altteftamentlicher Auffassung Gott durch Niemand und Nichts vertreten werden kann, vielmehr heißt diese Redewendung: (Rede) „in dem Worte "3 d. h. in seinem Geiste gesprochen, von ihm erfüllt, beherrscht. Nur aus der unzulässigen und unhaltbaren Uebersehung „im Namen Gottes" konnten sich jene falschen theologischen Hypothesen ergeben, die selbst namhafte christliche Forscher dazu geführt haben, eine Superiörität des Neuen Testaments und eine Höherentwicklung des Gottesbegriffs in diesem gegenüber dem Alten Testament ans eben dieser formelhaften Redewendung herzuleiten, während in Wahrheit das Gegentheil zutrifft und auch aus der vorliegenden Untersuchung sich ergibt. Dieses Verhältniß klargclegt, die Reinheit des alttestamentlichen Gottesbegriffs erwiesen und mit starken, unumstößlichen Beweisen durch Heranziehung aller hiefür in Betracht kommenden Vibelstellen gegen apologetische Umkehrungsverfuche gesichert zu haben, darf umsomehr als ein Verdienst des Verfassers bezeichnet werden, als das. hier behandelte Litteraturgebiet jüdischen Gelehrten meist fernzuliegen Pflegt.. Daß nebenher ganz ungewollt und unbeabsichtigt auch falsche Behauptungen der Bibelkritik widerlegt werden, und umso überzeugender als sich die Widerlegung gleichsam von selbst ergibt, wird man dankbar und mit Genugthuung entgrgennehmen, so gleich auf Seite 8, wo die Annahme eines zweiten Sch'öpfungsberichts und die Hypothesen von einer Verschiedenheit

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