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Der Israelit · 1904-12-15 · Heft 99 (15.12.1904) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 99 (15.12.1904)
Date
1904-12-15
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Richtiger aber erscheint die Erklärung des 011112» erwähnt im "0 »22 —111 "bv «b p'iyi 0'bi02 2112 b'i» 2'ep stehe auch den r>iv im c'ipi 012V dort. 'ob2p 'J»i 102 bl »ipo «11p 02V BHin'j'orf >12 bm20 ni2 n:v VV O'K'232 2102V. Achtungsvoll Nabb. Eand. Chaim H. T h u m i m. Vermischte. Bornheim, 6. Dezember. Am verflossenen Sabbat Chanuka den 3. und Sonntag den 4. Dezember beging die hiesige Chewra Backurim ras- Jubiläum ihres öijahngen Bestedens. Aus diesem Aulaste tand Samstags in der schön dekorirten Synagoge ein Festgottcsdicnft mit Chorgcsang und, Predigt statt. Sonntag. Mittag vereinigten sich die Dereinsmitglieder und Gäste zu einem Festessen, welches einen sehr befriedigende«. .Verlauf nahm. Großen Briiall fand dasvon einem Vrreinsmitgliede gedichtete Jubellied, welches nach der Melodie Moaus zur Jcschuosi gesungen wurde. , Lemberg. (Stiftung zum 8Mjährigen Todes, tage Rafchis.) Der hiesige Gelehrte Salomon Buber, der mit unermüdlichem Fleiße die noch nichtlberausgeglbenen Manuscripte RaschiS „Sefer Ho-Aurph-, »Siddur Naschi-, .Scfer Ha-Sedorim", ..Jssur We-Hrter" gesammelt bat und mit ihrer Bearbeitung^ und Deröffeutlichung beschäftigt ist, fordert anläßlich des am. 21). Tamus slailsindendcn 800jährigen Todestages Naschis zu Beitragen für eine Rafchi- Mung auf. Der Zweck der Stiftung, die in die Hände angesehener Per fönlichkeiteck gelegt werden soll, soll von diesen erst spater bestimmt werden; Herr Buber selbst hat bereits 380 Kronen ^gezeichnet. Um. für die Stiftung ein möglichst großes Interesse zu erwecken, hat Herr Buber sich außerdem entschlossen, jedem Spender von dem Welke .Sefer Ho-Auroh* rin Exemplar zu' verehren:Der Großrabbi,ier von Frankreich, Herr Zadoc Kahn schließt sich , in wärmsten Worten dem Aufrufe an. .. : New'Iork. (Eine AssimilatiönSblüthe.7Mie »The Jewish Gazetteberichtet, wurde »dort vor Kurzem Äu vornehmes. mit luxuriösem Komfort eingerichtete- Hotel eröffnet. Der Besitzer, selbst ein ungarischer Jude, erthxflte seinen Angestellten den. strikten Auftrag, keinem Juden i» diesem Hotel Logis zu gewähren. Einige Juden, denen die Nachricht unglaublich schien, versuchten es', in diese jMnreine Domäne mit List einzudringen, als man aber endlich das Geheimniß ihres Judenthums erfuhr, wurden.sie untre Hohngelächter zurückgewiescn. Charokterifiisch ist eS, baß dieser ungarisch-jüdische Antisemit in einem aüsschließlich^üdifchen Gasthause sein enormes Vermögen erworben hat und daß er jetzt noch Besitzer von einigen Restaurants ist, j Jbie sich einer großen Frequenz von Juden erfreuen. .Es fqrut uns.- so schließt das genannte Blatt, »daß solche Leute wie der Besitzer dieses Hotels sich schämen, alS Juden zu gelten; eS könnten sonst die Christen wirklich glauben, daß alle Juden so seien!- X. r{ Petersburg. Die Alliance Jsraelite Universelle-bewillige für die nothleidenden russischen Gemeinden Bychoff (Gouv. Tschernigoss. und Leova (Gouv. Bcffarabien) je 1000 Rubel, desgleichen für die Gemeinde Wolbrom (Gouv. Kjelze) 1000 Fran. :s — Der Minister für Bolksanfklarung hat verfügt, daß die Zahl der jüdischen Studirenden an den Universitären in Warschau und Odeffa künfttghin 15 pCt.. statt bisher nur 10 pCt., der Gesammtz^ffer bettagcn darf. > Szent Ivan (Kam. Kisküküllö.) (Ein hundertjähriges Ehepaar.) Hier lebt in einem bescheidenen Häuschen ein jüdisches Ehepaar, der Mann Aron R 0 f enfeld wird in den nächsten Tagen seinen hundertsten Ge» burtstag feiern, während seine Gattin Sara zur selben Zeit neunundncunzig Jahre alt wird: Das Ehepaar kebt seit achtundsiebzig Jahren in ungetrübter, glücklicher Ehe. 'Beide Eheleute sind noch verhältnißmäßig rüstig. Der alte Reb Aron sitzt von früh morgens bis spät abends über seinen Folianten und .lernr-. Nur hie und da macht er eine kleine Pause, um seine Gedanken in die. Vergangenheit' tu» rückschwcifcn zu lassen. Wenn er an das Jahr 1848 zurück« denkt, da wird er plötzlich ernst. Er erinnert sich an die Episode, wie er das Leben seinedamaligen Gutsberry^des Grafen Ludwig Bethlrn. der damals in der ungarischen Nationalgarde focht und „von achtzehn Wunden blutend* in die Hänvc der Wallachen gefallen war, rettete. Die gräfliche Familie erwleS sich auch dankbar dem Aron gegenüber.?.So lange dieser arbeitsfähig war. erhielt re die gräflichen Regalien hors concourS in Pgcht. AlS-dle RegäUen vom Aerar eingelöft wurden, zog sich Aron Rofenfeld pom Geschäftsleb^n zurück und widmete sich ausschließlich dem FamiUcnleben und dem Studium der Thora. Wilna. Am hiesigen Kriegsgericht hat vor einigen Tagen die Gerichtsverhandlung über den Mord der Famllie Grinberg durch einige Kosten begonnen. Beim Zeugnißverbör sagte ein Zeuge, ein Kofakenossizier. u. a. auS, daß der Wachtmeister Tschekunow jedesmal, wenn er, der Zeuge, die ihm unterstellten Kosaken zu überzeugen gesucht hatte», sie sollen doch alles, was ihnen über den Mord bekannt ist, aussagen. die Kosaken seinerseits vetsammelte und zu ihnen, sprach: »Höret nicht darauf. waS der Kommandirmde spricht; und laßt euch nicht durck den Eid Furcht einjage»; ich bin schon lange im Dienst und weiß genau, daß eine- Juden wegen nichts geschehen wird, man darf die Juden nach Herzenslust schlagen, und der Eid, der in Bezug auf sie geschworen wird, gilt nickt; wird jemand etwas aussagen. so werderi ihn seine Kameraden tödten und selbst nach dem Nuslande entfliehe».-

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