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Der Israelit · 1904-12-15 · Heft 99 (15.12.1904) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 99 (15.12.1904)
Date
1904-12-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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M SS. Gentrat-Hrgan für das orthodoxe ZudenLHuw. Begründet von Br. Ife^nrattn in Wr«t«z __. ... 7. Thevet 5665» D»»««rstag, de« is. De»emd«r 1904. VVJit Beginn des neuen Jahrgangs gelangt in unseren, Blatte eltM Qtofat historische Erzählung * aus der Feder einer unserer bedeutendsten Meister zum Abdruck. Die Erzählung wird das Leben und die Schicksale '<• -i Simons tat SMeLortz auf breiter historischer Unterlage behandeln und einen Einblick in die eigenartigen, schimmernden Zustände jener Zeit in fesselnd.anregender weise dem Leser gewähren. Trotz der Romanform, in der die Erzählung gegeben wird, ist die historische Treue durchgehend gewahrt. bCS SStTCtCftl^» Mil dem unserer heutigen Nummer beiliegenden SssüllsÄHZfpis! (Mt Wfiia bet Hink Mel Mich Mt Aste) glauben wir unseren jungen Freunden eine besondere Freude zu bereiten. Gesellschaftsspiele auf.jüdischer Grundlage, wie das unsrige, giebt es unseres Wissens noch nicht und wenn dasselbe Beifall findet, lassen wir weitere folgen. Red. des MJsraeM". Zm SchMrieMtii Msm Mainz, 14. Dezember. Ein alter Erfahrungssah jüdischer Lebensweisheit spricht dem vierzigsten Lebensjahre die volle Einsicht — ws — und dem fünfzigsten die von Erfahrung getragene rechte Beurtheilung der Verhältnisse — rury — zu. Wenn diese Regel nicht nur für Menschen, sondern auch für die von ihrem Geiste getragene Schöpfungen und Veranstaltungen, also vielleicht auch für diese Blatter gilt, dann ist der Uebergang vom fünfundvierzigsten zum sechsundvierzigsten Jahrgang ein Schritt von mehr als gewöhnlicher Bedeutung. Es braucht nicht erst gesagt zu werden, daß unsere Weisen mit der Charakteristrung dieser Lebensalter nicht jedem Vierzig- und Fünfzigjährigen Einsicht und Rath zuerkennen wollten, und noch weniger, daß wir uns diese Attribute zusprechen. Immerhin aber markirt dieser Lebensabschnitt den Zeitpunkt, in dem unsere Einsicht und unser Rath, wie groß und wie gering sie auch sein mögen, ihrer vollen Entwickelung entgegenstreben und sich dementsprechend äußern. Die Kenntnisse, die wir sammeln und die Erfahrungen, die wir machen, mit einander zu verbinden, nicht nur sie äußerlich uns anzueignen, sondern auch in ihr innerstes Wesen zu sehen, sie e i n z u s e h e n, das ist Einsicht oder wie der Ausdruck der heiligen Sprache — wa von ps — im Deutschen sich vielleicht noch präziser wieder geben ließe: Zwischen sicht. Sie ist allgemein angewandt, die Art und Weise, die wir bei der Lektüre als das Lesen z w i s ch e n den Zeilen bezeichnen, also die Fähigkeit, sich nicht nur den Inhalt dessen anzueignen, was schwarz auf weiß vor uns steht, sondern auch dasjenige durch Schlüsse und Folgerungen zu ermitteln, was die Worte unausgesprochen enthalten. Der Plan, den wir in Folge dieser Einsicht entwerfen, den Lebensvorsatz, den wir auf Grund dieser unserer Beurtheilung der Verhältnisse fassen und zu verwirklichen strebem ist n». Diese wahre Einsicht und den darauf gegründeten rechten Lebensplan erkennt die Väterweisheit also dem Jahr-

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