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Der Israelit · 1904-11-17 · Heft 91 (17.11.1904) · page 30

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 91 (17.11.1904)
Date
1904-11-17
Page
– (sequence 30)
Language
German
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1964 eine§ solchen Buches angeregt. Die Ausführung scheiterte aber bisher an den überaus großen Schwierigkeiten der darznstellenden Materie, an der Eigenartigkeit des zu behandelnden Stoffes. Es ist das besondere Verdienst von Dr. L. Münz, daß er es verstanden hat. dieses Problem in geradezu überraschender Weise zu lösen. Der zu behandelnde Stoff ist klar und übersichtlich geordnet; die Sprache ist leicht verständlich und prägnant, die Darstellung überaus gewählt, geschickt und feinsinnig. Das ganze Buch enthält neben einem Vorwort und einer Einleitung, in welcher die religiöse Bedeutung und die sanitäre Wirkung der das Eheleben der jüdischen Frau betreffenden Vorschriften beleuchtet wird, acht Kapitel, von denen ein jedes einen besonderen Abschnitt behandelt und ein in sich abgeschlossenes Ganze bildet. In diesen Kapiteln wird in ausführlicher Weise und in klarer Darstellung alles Wissenswerthe und praktisch Wichtige geboten. Um den Ueberblick nicht zu stören, erfahren nebensächliche oder doch seltene Fälle in Anmerkungen und besonderen Anhängen ihre Darstellung. Dadurch wird es jeder Frau, auch der weniger gebildeten, leicht möglich, sich sofort und ohne Umstände über alle Einzelheiten zu orientiren. Der Werth des Buches wird noch dadurch erhöht, daß sich am Schlüsse desselben eine mustergiltige, ausgezeichnete Abhandlung von demselben Verfasser findet „Lehren unserer Weisen über Erziehung unserer Kinder". Es sind da so vortreffliche, gesunde, von hohem sittlichen Ernst getragene Lehren und Anweisungen über die Erziehung der Kinder enthalten, daß sie auch in der heutigen Zeit an aktueller Bedeutung nichts eingebüßt haben und darum von Jedem, dem eine religiöse, sittliche Erziehung der Kinder am Herzen liegt, gelesen und beachtet werden sollten. So bietet das vorliegende Buch, gleich ausgezeichnet durch die Art und. die Wärme der Darstellung, eine Fülle des Wissenswerthen und wird sicherlich von allen religiösen Kreisen mit Freuden begrüßt werden; dies beweisen schon zum Theil einige dem Buche beigedruckte Approbationen hervorragender jüdischer Gelehrten.*) Es ist zu erwarten und zu wünschen, daß das vortreffliche Büch von Dr. L. Münz für jede jüdische Frau, welcher die Beobachtung der religiösen Ehevorschriften noch heilig ist, ein treuer Führer und Wegweiser werden. Dr. L. £3 4 H t tn ch?a f 4 l i di e's.' Girctttncifion und Syphilid-Prophylaxe. In der „Monatsschrift für Harnkranlheiten und sexuelle Hygiene" findet sich eine ebenso fleißige wie lesenswerthe Arbeit von dem Mannheimer Arzt Dr. •) Die AuLslattu-g des DuHeL Ift elnej oottcenlldje, der V.'-'il r»L.'iih.i d.'j Q.mIijm 3o.>£.•!. eil» i\jjc atz j.c. Heinrich Lob, welche die Frage der Beschneidung und der Prophylaxe luaiischer Erkrankungen behandelt. Abgesehen von dem wissenschaftlichen Interesse, das diese Arbeit bietet, gewinnt sie für uns Juden noch dadurch an Bedeutung, daß von Neuem der Beweis geliefert wird,' eine wie weittragende hygienische Wirkung der Circumcision zukommt. Auf Grund eines genauen und weitschichtigen statistischen Materials wird nachgewiesen, daß Circumcidirte venerischen Jnsektionserkranknngen viel weniger ausgesetzt sind als Nichtcircumcidirte; ja. die Circumcision ist im Stande, wie Dr. L ö b am Schlüsse seiner Arbeit behauptet, die Häufigkeit der Svvhilisinfektion bei der städtischen Bevölkerung * auf über die Hälfte ihrer jetzigen Ausbreitung (von 39,1% auf 15,9%) zu vermindern. Es sei deshalb, so sagt Dr. Lob. in allen Fallen, in denen aus beliebigen Gründen die Circumcision in Erwägung gezogen wird, deren Altsführung vom ärztlichen Standpunkte zu befürworten. Aus den angeführten Gründen ist es begreiflich, wenn neuere Autoren, wie Hutschison, Freeland, eine obligatorische Einführung der Circumcisiion bei Juden und Christen gerne sehen möchten. Ich selbst habe bereits in meiner im Jahre 1898 erschienenen Arbeit „lieber die Vortheile der rituellen Circumcision" in ganz gleicher Weise darauf hingewiesen. daß das Verhältniß der venerischen Erkrankungen bei circumcidirten und nichtcircumcidirten Individuen unter ganz gleichen Umstanden zu Gunsten der ernteten spricht. Wir sehen also von Neuem, wir sehr der ethische Zweck einiger religiöser Uebungen — hier der Circumciston — den hygienischen Anschauungen und Erfahrungen gerecht wird. Dr. Münz-Bad Kissingen. Lcd WasserS Kraft, Gesundheit schasst. Dieses gute deutsche Sprichwort stellt Prof. Dr. H e r m. Rieder als Motto seinem trefflichen Merkchen „Körvervflege durch Wasseranwendung" voran und er beweist in überzeugendster Weise, daß dieses Sprichwort ein sehr beherzigenswerthes Wahrwort ist. Dieser Beweis wird in sehr gründlicher, aber keineswegs trockener Weise — die sich für dieses feucht-frische Thema auch nicht wohl schicken würde — erbracht und von Kapitel zu Kapitel gewinnt uns der Verfasser immer mehr für seine Wasserkuren, für die wir uns erwärmen, selbst wenn es sich um Kaltwasseranwendung. kalte Abwaschungen und Abreibungen handelt. Ein solches Buch kann und wird thatfachlich zum Segen von Tausenden von Menschen werden. Wir wissen, wieviel gerade auf dem Gebiete der Wasserbehandlung von Unberufenen herum gepfuscht wird und wie wir der. Direktion eines in der Wasserheilkunde

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