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Der Israelit · 1904-11-17 · Heft 91 (17.11.1904) · page 29

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 91 (17.11.1904)
Date
1904-11-17
Page
– (sequence 29)
Language
German
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1968 toren allgemein anerkannt ist, galt lange als verloren. Im Jahre 1851 gelang es Steinschneider den größten Theil desselben in einer Handschrift der Bodleiana wiederzuerkennen. Verfasser fand in den Schätzen der Genisah noch manche Ergänzungen. Steinschneider sowohl als auch Zunz und Landshut gaben uns in ihren Werken über die Selichot und Techinot. die sich in dem Siddur des Gaon vorsinden, genauen Aufschluß. Dagegen wurde über die Form der Pslichtgebete bei Saadia, wie über den weitaus interessantesten Theil des Gebetbuches. über die halachischen Vorschriften, die die Gebete begleiten, fast noch gar nichts mitgetheilt. Man svrach überhaupt lange Zeit nicht mehr über den Siddur. Verfasser hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, uns über diesen wichtigen Theil des Gebetbuches zu orientiren. und ein Blick in das Büchlein zeigt uns, wie unendlich wichtig diese Vorschriften des Gaon sind, und wie viel ste zur Klärung so mancher strittigen halachischen Frage beitragen können. Verfasser hat übrigens uns nicht blos einen Auszug aus dem Siddur gegeben, er bat auch mit unermüdlichem Fleiß und mit anerkennenswerthem Scharfsinn diese halachischen Vorschriften mit den Vorschriften der späteren Koryhpäen der Halacha verglichen und so manche Schwierigkeit erhellt. Die Entheilung ist folgende: Gebete für die gewöhnlichen Tage, Segenssprüche, (überaus interessant und lehrreich in diesem Abschnitt sind die Vorschriften über Kiddusch Hachamah, Pidjon Haben und Ehalla) Sabbat. Neumondstage und Festtage und endlich Fasttage. Es würde zu weit fuhren, wollten wir uns an dieser Stelle über Einzelheiten auslassen. Das Merkchen wird sicher in allen Kreisen, die sich für jüdische Wissenschaft interessiren, mit lebhafter Freude begrüßt werden und wir wünschen dem Verfasser, der sich auch in dieser Arbeit als ein ernster Gelehrter zeigt, daß es ihm recht bald vergönnt sein möge, das ganze Siddur, dessen größerer Theil schon druckfertig bei ihm liegt, herauszugeben. Mainz, im Nov. Kl. Vermischtes. *mpo r.bn .nrrv B’pbn xm 'p'lNQ D Es ist eine Agitationsschrift, die uns vorliegt, und zwar eine Agitationsschrift zur Gründung einer jto 'p'tne ircn in Rußland. In glanzender Form, mit seltener Klarheit, mit großer Sachkenntniß und mit unübertrefflichem Geschick schildert Verfasser. Herr Jakob L i p s ch L tz aus Kowno (Rußland), die Gefahren, die daS gesetzestrene Jndevthum Rußlands bedrohen. Tie Gefahren sind geistiger Art. Eine unjüdische hebräische Journalistik, die alles echt Jüdische mit unerhörtem Hohn förmlich überschüttet, vergiftet die jüdische Jugend Rußlands; russische Aufgeklärte, die sich so nennen zu dürfen glauben, weil sie mit dem praktischen Judenthum gebrochen haben, versuchen die Lehrstätten der Thora in ihre Hände zu bekommen. Wer sich über russisch^jüdische Verhältnisse Klarheft verschaffen N'ill, dem empfehlen wir dieses Werkchea, das von dem Verfasser zu beziehen ist. Verfasser kennt genau die Verhältnisse und ist auch, wie kein Anderer, dazu berufen, über sie zu urtheilen. Aus den einigen zwanzig Briefen von den größten Männern des Judenthums der letzten Jahrzehnte, die Verfasser seinem Merkchen voranschickt, können wir ersehen, daß Vers, schon seit unzähligen Jahren mit wahrer Aufopferung der Sache des gesetzestreuen Judenthums in Rußland dient. Daß er hiefiir von gegnerischer Seite mit allen erdenklichen Mitteln, mit erlaubten und unerlaubten, mit lauteren und unlauteren, bekämpft wird, ist selbstredend. Rabbi Jizchok Elchonon Spektor s. A. stellt ihm das Zeugniß aus, daß er mit ihm zusammen zwanzig Jabre für das Wohl des Judenthnms ge arbeitet und daß Rabbi Jizchok Elchonon nichts ohne ihn unternommen habe. Rabb.i Samuel Mohilewer. Samson Rapbael Hirsch, Rabbi Jisroek S a l a n t, sie Alle verehren in dem Verfasser den unerschrockenen und unermüdlichen Kämpfer für daS Judenthum. Er rnft nun alle Gefetzestreuen Rußlands zur Samnrlnng auf, damit sie den Gefahren Widerstand leisten können, damit sie sich vereint in den Riß stellen und eine Mauer um das iüdische Gesehesheiligtbum errichten. Ist auch das Werkchen in erster Reibe für Rußland berechnet, so hat es auch für uns Interesse, da wir aus ihm ein treues Bild der russischjüdschen Verhältnisse gewinnen können. Mainz, im Kislew. Kl. CW3 min- Ein Buch für die jüdische Ehefrau. Mt einer Beigabe: Lehren unserer Weisen über Erziehung der Kinder. Don Dr. L. Münz, Rabbiner in Kempen (Pr"v. Posen). Verlag von A. I. Hofmann, Frankfurt a. M. 1904. Pr. 0.80 Mk. Mit dem vorliegenden Buche hat der durch seinrabbinische Gelehrsamkeit und seine Schriften berühmte Verfasser, Dr. L. Münz, einem seit Jahren in religiösen Kreisen immer schärfer hervortretenden Dedursniß in glänzendster Weise abgeholfen. Schon lange war es der Wunsch der religiösen Kreise, ein Buch zu besitzen, das in deutscher Sprache und in deutschen Schriftzeichen der jüdischen Frau als Wegweiser in der Beobachtung der das Eheleben betreffenden Religionsvorschriften dienen kann. Bereits vor einer Reihe von Jahren hat der Verein für die orthodoxen Interessen des Judenthums die Herausgabe

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