Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 91 (17.11.1904)
- Date
- 1904-11-17
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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1955 unb Mizwas Teschuwo übten. Aber ich hatte dann nur hie eine Seite des in der Jeschiwo pulsirenden Lebens gezeichnet, die andere Seite, die heitere, lebensfrohe, welche doch die der Jugend natürliche ist, hätte ich kaum kennen oder auch nur ahnen gelernt, wenn ich z. B. vor Jom Kippur wieder abgereist wäre. Aber kaum war der Jom Kippur zu Ende, als ein hellklingender Gesang durch das ganze Dorf schallte: die Schüler begleiteten ihren Rabbi mit schmetternden Jubeltönen vom Gotteshause nach seiner Wohnung. Diese überschäumende, unmittelbar an die tiefernstesten Regungen sich anschließende Freude, hätte mich fast befremdet. wenn ich mich nicht noch rechtzeitig an die Freudenfeier erinnert hätte, die der Kohen Godaul am Ausgange des Join Kippur beim Verlassen des Gottesheiligtbums veranstaltet hatte. Roch bis tief in die Rachr hinein blieben die Schüler in der Wohnung des Meisters, der jedem Einzelnen ein Glas Wein kredenzen ließ, wodurch die heitere Stimmung eine noch gehobenere wurde. So versammeln sich jeden Freitag Abend nach Tisch und am Schabbos zur dritten Mahlzeit'die Schüler um ihren Meister und lausckm den belehrenden Thoraworten, die in freier, ungezwungener Unterhaltung von den theuren Lippen fließen, alle genießen etwas vom Mahle und stimmen dann in Hellen Weisen die Sabbatlieder an. in welchen die jugendliche Lebenslust der fröhlichen Sänger hinaus in die Gasse klingt. Was macht die Sänger so glücklich und läßt sie ihr Glück so heiter hinausjubeln? Was fesselt sie mit tausenden von Fäden so innig an das armselige, weltentlegene Dorf, daß sie es nach jahrelangem Aufenthalte nur schwer und gezwungen verlassen, daß junge Leute aus Wien und anderen Centren des Weltverkehrs das rauschende Leben der Großstadt leichten, freudigen Herzens mit dem Aufenthalte in dieser Abgeschiedenheit vertauschen? Es ist die Seelen erquickende. Augen erleuchtende, Herzen erfreuende Kraft der Thora, es ist der Reiz ihres gottbegnadeten Lehrers, an dem alle in schwärmerischer Liebe und aufrichtiger Verehrung wie an einem zweiten Vater hangen. Und dieser Mann ist von einem schweren, körperlichen Leiden heimgesucht! Aber er ist die verkörperte Wiederholung des Wunders, durch welches die Thora ihre Träger trägt. So lange er dem Studium der Thora obliegt, haben die Leiden und Schmerzen keine Macht über ihn und der Fremde würde in diesem seelenvollen, weisen, leutseligen und immer heiteren Blick alles eher linden, als die Spuren von Beschwerden und Leiden, die unablässig den schwachen Körper durchwühlen. Wer bei der kränkenden Mißachtung, welcher die Thora bei uns auf Schritt und Tritt ausgesetzt ist. je in einer schwachen Stunde an der Wunderkrast irre werden könnte, mit welcher sie der Vater der Menschheit ausgestattet hat, der wird sich an einer Pflanzstätte der Thora, wie es die Jeschiwo in Hunsdorf ist, zu neuem Lebcnsmuh nnd zur frischen, zuversichtlichen Zukunstshoffnung begeistern. Gott sei Lob und Dank. Israel ist nicht verwaist und nicht verwittwet; auch in Deutschland nicht. Auch bei uns fehlt es nicht an wackeren Edlen, welche cs durch die That ihres ganzen Lebens bekunden, daß die Thora, zu welcher uns Moscheh verpflichtet hat. das Erbtheil — nicht der Polen — sondern jeder Gemeinde Jakobs ist. Welche unsagbares Glück bedeutete es doch für die gesammte deutsche Judenheit, wenn die Ieschiwos. die alten Pflanzstätten der Thora, in den deutschen Gemeinden wieder wie einst erstünden, und den bewährten, göttlichen Thorageist in die dem Gotteswort so fern und fremd gewordenen Kreise iriigen! Wird diese Sehnsucht erst in ibrer ganzen Tiefe empfunden, so wird ihr auch die erhoffte Befriedigung und Verwirklichung folgen. Um sie zu wecken, wollten diese flüchtigen Züge auf eine Pflanzstätte der Ähora Hinweisen, welche durch ihre Eigenart und ihre dadurch erzielten Erfolge unter allen ähnlichen Anstalten eine recht angelegentliche Beachtung verdient. ©t n re i 8 e n. -ca Für den folgenden Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. Sie Ledarttan unlernlrumt nlrmatv Ou ürfiftang In gtfna ans dir rituelle Znvrrlässtgkett »er -»gepriesenen gtecrnt. Sie Segeher Mn«. ocini tu In dieser Ainstcht gesichert sein wollen, dir Anpreisungen, tUfnwpn. etc. selbst einer Eontrolr in mdmamtn. fitjinB btr Snserateuannahur ist IM»: für die Nlontagsnvmmer, Sonntag Früh v Uhr. für dieHonnerstagenmnser, Mittwoch Mittag NW Udr, Unser Statt grlruttü regelmäßig JUsetag ns» Vonnerstog in den Abendstunden tnm Versandt. Reklamationen wegen p» späten Eintreffen» de» Lebe bei der betreffenden ^^«mstäU pi warben. Offerten auf Ltzifferaononrrn werden täglich« «tt Ananahme van Kamst«- »rtterbrsSrbert. fefilloth. Ufieluorio in besten und eleganten Einbänden raMS, Wolle «. Seid«, « sowie s&mmtL Ritualien. [12e e - « Gebetbücher $ O n mr in l . t Frankfurt «. M.,l f* Brautgeschenke, | . Bßroestrasso 41. j Stickereien f. Syoagogea. J?****?******#**********?** Grosses Lager wissenschaftlicher Werke. UnlerhattungslettÜre. gehnlbüeher. 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