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Der Israelit · 1904-11-10 · Heft 89 (10.11.1904) · page 22

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 89 (10.11.1904)
Date
1904-11-10
Page
– (sequence 22)
Language
German
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1904 seinen Zuhörern ein stellte, wenn er 1. seinen Schiur zu lange ausdehnte, und wenn 2. der Vortrag desselben sich als ein blob.es Verlesen des jüdischen Textes und dessen wörtliche Uebersetzung kundgab. Wenn er aber irgend ein religiöses Thema anschlug, von einem jüdischen Texte ansging, seine näheren Ausführungen hauptsächlich in zusammenhängenden deutschen Erklärungen machte, ohne freilich auch hierbei die loschaun hakaudesch nicht ganz bei Seite stehen zu lassen, auch die rechte Beschränkung im Zeitausmaß walten ließ, dann waren alle seine Zuhörer ganz Ohr, dann konnten sich auch die sonst religiös Indifferenten nicht ganz der Macht der Rede entziehen. Der Schiur in unserer Zeit, in welcher die meisten Zuhörer auf dem Lande das eigentliche Lernen nicht verstehen, soll daher eine kurze, etwa fünf Minuten dauernde religiöse Ansprache sein, die von einem bestimmten, auf den betreffenden Tag Bezug habenden Text ausgeht und ein zusammenhängendes Gedankenganze ergibt. Der Stofs zum Schiur ist zahlreich vorhanden. Jede Sidroh der lausenden Woche bietet passende Stellen, sowohl im Text als im Raschikommentar. Unseres großen und unvergeßlichen H i r s ch's Pentateucherl lärungen aber werden Jedem in diesem Falle große Dienste leisten. Durch sie tverden wir auf Geist und Gemiith unserer Zuhörer einwirken können. — Auch die Hastorah zur laufenden Sidroh lasse man nicht als unangebautes Brachfeld liegen. Was einfacher Laienverstand nicht immer aus ihr herauszulesen vermag, insbesondere die mehr verborgen liegenden Verbindungen zwischen Sidroh und Haftorah. das hat in meisterhaften Betrachtungen Herr Rabbiner Nobel in scinenr „Tbabor" zu Tage gefördert. — Auch das soll nicht unerwähnt bleiben, daß es uns Lehrern gar keinen Abbruch an unserer Ehre bringt, wenn wir so manchen inhaltsreichen Aufsatz aus denr Gebiete der Homiletik benützen, wie wir derartige Essays öfters im „Israelit" finden. Freilich muß erst recht hier der praktische Blick sichten und ordnen. Auch darf in diesem Falle der Schiur kein bloßes Ablesen von einem Zeitnngsblatte sein, sondern eine kurze, gewissermaßen zur Selbstständigkeit gereifte Darlegung. Wohl gibt es auch gute Schiurbücher, so Orach chajim von Schwarz, die verschiedenen Werke von | Seligsberger, Abaudas Jsroel von Rabbiner Schwarzt stein und Menanroh von Dr. Goldschmidt. Doch alle , diese Merke bergen für den praktischen Zweck eine zu l große Fülle von Wiederholungen und Nebensächlichi keiten, leiden namentlich am Mangel einer festen Dis-! Position. Welche Langeweile und geistige Ueberbürd- : ung muß doch den Zuhörer befallen, wenn er die vielen! „Schriftbelege" über sich ergeben lassen muß im > Dr ach chajim von Schwarz. Wer also auch diese Werke i zu benützen gedenkt, der muß erst recht die Sonde anj legen. Nebensächliches au «scheiden, den jüdischen Text j auf das nötbige Maß beschränken, seinen deutschen j Worten aber eine zusammenhängende Form geben. . Nach diesen Grundsätzen einen Schiur abzuhalten, er-! fordert freilich auch entsprechende Vorbereitung. Da! muß man sich schon einige Tage vor Samstag darauf einrichten, was dieses Mal als Gegenstand der Betrachtung vorgenommen werden soll, aber nicht erst zehn Minuten vor Beginn des Vortrags, oder sich gar; unvorbereitet in den „Strom der Rede" stürzen. Da; merkt auch der unkundige, aber aufmerksame Zuhörer j unsere Unsicherheit, fühlt sich gelangweilt und ist ver-! stimmt. — Soll auch der Drt des Schiur berührt wer-! den. dann ist Einsender der Meinung, daß unsere Synagoge als Stellvertreienn des einstigen Vet-Hami-! drosch der einzig richtige ist. Hier ist man ohnehin für j Gottes Wort und seine Erklärung empfänglicher, hier i wagen sich Unaufmerksamkeit und frivole Nngeniertheit! nicht wie im Privatbanse hervor, hier hat Niemand per- ■ sc gliche Gründe, dem Vorträge fern zu bleiben. — * Schließlich lügen wir noch an. daß auch für das Schiurkernen, wenn es auf fruchtbaren Boden fallen und unseren Zuhörern eine Erbauung des Herzens und Geistes werden soll, als oberstes Leitmotiv gilt: Wenig und gut ist besser, als vieles und schlecht. A. R. taen, Für den folgenden Thcil ist die Nedactiov nicht verantwortlich «wmniA rint »rtifuna in finna auf dir riturtlr ZrwrrläMaKtit der cncrorlefrarn lEacrrn. Sie äntehtr CU «ibactlon unternimmt niemals cinr Prüfung in Kr,-, auf dir riwrNr ZuvrriaMgkei, der onorprirsenen wahren. Me Seftrher had«. wrnn Ne iu Vierer Hinsicht gesichert sein woürn. dir Anpreisungen. Rrsrrrniru etc. selb!» riuir Lontreir pr »»terw^fe». Schiuft her 2nfrrctennnnai;tnci]i P.tt«: für dir Wonlagsnammer. Smmin.i Tvritl) ftir Mr JionnrrSfla«naaurr, S*Ktta»od| Siittaq 12 Ndr. nufer LlaN ariangt rearlmSkig LUontog und Donner Par: in dr- Ai.enLkur.Sin rum prrfauüt. Nrelamcliourn wegen „ späte» «lRtrrlfen» da» liebe man bei der detreffrudrn PoNanftalt ,u machen. Ssirrten auf ehi^rauuourrn werben tägiia,, mit Ansu-tzne von Samllag »rttrrdefLrdert. Neu eröffnet! -^Q| eröffnet! Unter Aufsicht der Synagogen-! Jemeinde Adass Jisroel Kestaara»! SinwPEQ Berlin C., Gips-Strafe 12 a. Vornehmes Restaurant. Diners 12—4 Uhr. Speisen & la carte zu jeder Tageszeit. £5085 / N* > / / Äf'/A z-llüi's Htitl Ter Knitit ea1f»rechin» eingertchtet. <5nltra!hciz»mg. — Bäder im Hanfe.— Säle für Hochzeiten und Aeftlichknten. Anerkannt vorzügliche, streng rituelle - Küche. — Teieph. WB. l271» —^ Hmlsdiener am Bahnhof. >—

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