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Der Israelit · 1904-11-07 · Heft 88 (7.11.1904) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 88 (7.11.1904)
Date
1904-11-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
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45. Achr-a«-. M 88. r?• Kenlrak-Hrgan für das orthodoXe IudsnLHmn. Begründet von Dr. in Mstrrz. . »V.««*» 29. Ch.fchwa« 5665. r»«tas, de« 7 Novtmber 1994. Ein neues Religionsbuch.') Dem Erscheinen des unten genannten Lehrbuchs durfte man mit berechtigten Erwartungen! entgegensehen; denn es wurde lange zuvor von sachverständiger Seite laut gelobt und als große That gepriesen. Schon im Jahre 1899 machte in der Centralausschußsitzung oes Rcckbinerverbands in Deutschland bei Erörterung der Frage eines einheitlichen Lehrrnittels für den jüdischen Religions- und Geschichtsunterricht Herr Rabbiner Dr. Werner-München die Mittheilung: „Die Vereinigung der bayerischen Rabbinen habe Herrn Rabbiner Dr. Groß-Augsburg mit der Abfassung eines solchen Lehrmittels betraut und dieser habe zwei Drittel desselben bereits fertig gestellt. Das Buch sei eine wunderbare Leistung, vielleicht etwas zu weit nach rechts gehend. Sämmtliche bayerischen Rabbinen seien darin einig, daß dieses Buch obligatorisch in allen Gymnasien und Realgymnasien werde eingefikhrt werden." Nachher wurde in den freien Konferenzen der bayerischen Rabbiner oft über dieses Buch verhandelt; eine eigene Schulkommiffion wurde zur Prüfung und Sichtung eingesetzt und ein reger schriftlicher Gedankenaustausch unter den Kollegen eröffnet; mit dem Schulfache vertraute Männer trugen mit ihrer Erfahrung und ihrem Wissen zur Ausgestaltung des Werkes und zur Ausgleichung der auf diesem Gebiete unvermeidlichen Verschiedenheit der Ansichten und Gegensätze bei; bis endlich anläßlich der diesjährigen Ausschußsitzung des Landesvereins der bayerischen Kultusgemeinden die Rabbiner aller Richtungen mit einem GeMhl der Genugthuung und •) Lehrbuch der israelitischen Reügion wr die oberen Klagen der Mittelschulen von Dr. Heinrich Grob. DittrittSrabbinee in Augsburg. Svaukfurt a. fBL 1904. Verlag von 3. Kaufmann. Erleichterung auf die vollbrachte That, die geeignet sei» viel Gutes zu stiften, Hinweisen konnten. So stellt sich uns vcün das Buch als ein Kompromiß dar, das vor seinem Erscheinen durch die Hände vieler in religiöser Lehr- und Lebensauffassung getrennten Personen gegangen ist und deren Geist und Sinn beschäftigt hat. Diese haben zweifelsohne in ehrlichem Verantwortungsgefühl jeden Satz sorgfältig geprüft, in seine Bestandtheile zerlegt, auf die Niveauunterschiede der Dogmen- und Glaübensanschauung untersucht und im Interesse des Einheitszweckes ge-' ebnet und geplättet. Wie es trotzdem möglich war, daß Stellen darin geblieben, wie:, „Die Darbringung deS Opfers im Heiligthnme drückte symbolisch die UNgetheilte Hingebung des Menschen an Gott auS. Die Erinnerung an den Opferkultus mit allem, was mitdemselben zusammenhing, tritt in mehreren CeremonieN zu Tage, so unter anderem in dem Gebrauch der Challa (s. 8 191, in der jetzt nicht mehr aktuellen Enthaltung von dem Genüsse des neuen Getreides vor dem 16. Nissan und der vielfach noch vorhandenen Scheu der Israeliten, das erstgeborene Junge eines ihnen gehörigen Thieres zu schlachten, weil es ehemals geopfert worden ist (S. 81)", oder: „Zur Erinnerung an das Licht, das Juda Makkabi bei dieser Gelegenheit im neugeweihten Heiligthum wieder angezündet (vergl. Sabbat 21), werden am Chanukafeste in der Synagoge wie im Hause Lichter von Oel oder Wachs, mit einem beginnend, in steigender Zahl angezündet (S. 71)" — daß, wie erwähnt, trotz der geübten gewissenhaften Kontrolle Steven in dieser theils falschen, theils schablonenhaften und verschwommenen, da» Wesentliche unterdrückenden Darstellung verbleiben konnten, ist uns ebenso auffällig und unerklärlich, wie der Umstand, daß in einem Buche, das Herrn Rabbiner Dr. Groß als Verfasser nennt, der Jugend buchstäblich w "vn vbv wm «?2, einschließlich der Vorschriften über die „drei Wochen" (eS fehlt nicht einmal die sicher

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