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Der Israelit · 1904-10-27 · Heft 85 (27.10.1904) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 85 (27.10.1904)
Date
1904-10-27
Page
– (sequence 25)
Language
German
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Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. Atälter für die israel. Schule. 27. Okt. «go-t.1 l«r. 1». Vereiir israelit. Tehrer in Schlesien und Posen. Der Denkschrift aus Anlaß des 25jährigen Bestehens des „Vereins israelit. Lehrer in Schlesien und Posen" entnehmen wir die Vorrede: Fünfundzwanzig Jahre, ein verschwindend geringer Zeitraum im Alter der Menschheit, sind im Alter des Menschen ein sehr bedeutender. Namentlich die ersten fünfundzwanzig Jahre seines Lebens. Er erwirbt sich in diesen nicht nur die Kräfte für das harte Ringen um sein Dasein, sondern auch im wesentlichen alle diejenigen Eigenschaften des Körpers, des Geistes, des Herzens, die ihn zu einer selbstständigen Persönlichkeit machen. Fast noch mehr, und besonders in einer Zeit, in der Vereine auf den verschiedensten Gebieten lvie Pilze so plötzlich und so zahlreich aufschießen, trifft dies auf den Verein zu. Er hat außer den erwähnten Erfordernissen auch die Berechtigung seines Daseins zu erweisen. In allen diesen Beziehungen durfte der Verein israelitischer Lehrer in Schlesien und Posen mit innerer Befriedigung auf den beendeten Lebensabschnitt blicken. Er hat nicht bloß die Berechtigung des eigenen Daseins nachgewiesen. sondern vorbildlich für die Gründung einer Reihe anderer gleichartiger Vereine gewirkt. Seine Jahresversammlungen haben eine Fülle von Anregungen auf geistigem Gebiete gegeben, haben in der indischen Lehrerschaft der beiden Provinzen das Gefühl der Zusammengehörigkeit hier gelveckt, dort gestärkt. den Sinn für die gemeinsamen Ziele gehoben und dadurch die Selbstachtung des jüd. Lchrerstandcs gekraftigt und sein Ansehen in den Gemeinden erhöht. Dadurch ist auch den Gemeinden ein nicht zu unterschätzender Nutzen erwachsen. Auch das Bewußtsein der Interessengemeinschaft zwischen Lehrern und Rabbinern tm Dienste der.heiligen Sache wurde eifrig gepflegt, so daß in der Mitte unseres Vereins von dem leider anderwärts sich geltend machenden Mißtrauen zwischen den beiden Ständen, auf deren gemeinsamer Arbeit die Zukunft unserer Gesammtheit beruht, kaum eine Spur sich zeigte. Mochte doch unser Verein auch in dieser Beziehung ein Vorbild zum Segen des Judentums sein? In unseren Kreisen hat die Erfahrung gelehrt, daß gerade diese Arbeit auf gemeinsamem Boden beide Theile mit gegenseitiger Achtung erfüllt, die beste Grundlage für gedeihliches Wirken. Die verschwindend geringen Ausnahmen sind nur eine Bestätigung der Regel, die uns durch die Zugehörigkeit zahlreicher Rabbiner zu unserem Vereine und ihre eifrige Betätigung an unseren Berathungen gegeben ist. In unsrer JubiläumSverfanunlung ist, neben Kollegen Herbst- Liffa und dem Unterzeichneten, Herr Rabbiner Dr. Guttmann, einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt worden und dadurch deutlich zum Ausdruck gebracht worden, daß es in unserer Mitte einen Unterschied zwischen Lehrern an der Volksschule, denen an höheren Schulen und den Rabbinern nicht gibt, daß unser Verein vielmehr den gemeinsamen Boden bilden soll zu friedlicher, einträchtiger Arbeit an dem Heile des Ganzen. Eine besondere Feier der fünfundzwanzigsten Jahresversammlung lag ursprünglich nicht in der Absicht des Vorstandes. Nur ein knapper Bericht über die bisherige Wirksamkeit sollte gegeben werden; sonst sollte diese Versammlung sich durch nichts von ihren Vorgängerinnen unterscheiden; anspruchslose eifrige Thätigkeit sollte sie charakterisiren. Unerwartet wurde

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