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Der Israelit · 1904-10-27 · Heft 85 (27.10.1904) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 85 (27.10.1904)
Date
1904-10-27
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1Ö02 fuubigei Ereigniss war es aber, dass unser Rabbiner Dr. Niemirower zur Hoftafel geladen wurde. In seiner Unterhaltung mit König und Kronprinzen lenkte der Rabb'ner das Gespräch auf die Emigrationsfrage und betonte auch die Rothwendigkeit eines Gemeindegesetzes. Auch eine jüdische Delegation, der Audienz bewilligt wurde, hat durch ihren Sprecher Dr. Burstin und Schmirer ein Communitätengesrtz verlangt. Der König sprach von einem Projekt, das alle nichtorthodoxen Kirchengemeinden regeln würde. Im Theater wurde ein Stück der Königin gespielt, das unser. Glaubensgenosse, der gefeierte Dichter Dr. Steuerman.' ins Rumänische übersetzte. Die Königin dankte ihm und dem jüdischen Maler M. Finkelstein, der die Dekoration geleitet, huldvoll. Zum Hofball wurden einige Juden — Bankiers. Industrielle. Litteraten wie Rabbiner Dr. Niemirower und Frau geladen. Sollen die Juden Besserung der Verhältnisse erwarten? Jsraelowitz. Vgl. die entsprechende Rotiz im Hauptblatt. Red. Der Verein zur Förderung der Handwerke und technischen Berufsarien unter de« Jude«. Düsseldorf, im Okt. Der vorgenannte Verein versendet soeben seinen Jahresbericht. In dem adgelaufenen 24. Vereinsjahre standen im Ganzen 46 Lehrlinge bezw. Fachschüler unter Obhut des Vereins. Von diesen waren 30 Bestand aus dem Vorjahre und 16 Reuaufgenomnlene. Von letzteren werden: 3 Schlosser, 3 Schneider, 2 Sattler und Polsterer, 1 Klempner, 1 Buchdrucker. 1 Modellschreiner, 1 Schirmmacher, 1 Photograph. Ferner besuchen: 1 Bauhandwerker, 1 Techniker. 1 Zuschneider entsprechende Fachschulen. Ihre Lehrzeit bezw. den Fachschulkursus beendeten: 3 Schneider, 3 Schlosser. 1 Sattler und Polsterer, 1 Bildhauer. 1 Polsterer und Dekorateur. Am 31. März 1904 waren 36 Lehrlinge bezw. Fachschüler vorhanden, wovon 17 im Lehrlingsheim zu Düsseldorf und 19 bei auswärtigen Meistern (2 davon durch Aachen. 4 durch Hamburg) untergebracht waren. In Düsseldorf. Aachen und Hamburg besuchen die Lehrlinge die städtischen Fortbildungsschulen und im Lehrlingsheim zu Düsseldorf erhalten die Zöglinge noch in 2 Stunden wöchentlich Unterricht in den Elementarfächern durch Herrn Lehrer Longerich. Aus.den beigefugten Rechnungsabschlüssen ist ersichtlich, daß Düsseldorf über einen Kassenbestand von Mk. 1866,91 verfügt. Aachen einen solchen von Mk. 837,33 und Hamburg von Mk. 403,86 hat. Ei» Erlaß De» Zaren. Eine hübsche Illustration zu dem letzten Erlaß des russischen Kaisers, aus dem übrigens deutlich hervorgeht. dass die jüdischen Volksmassen, welche unter den am 3. Mai 1882 geschaffenen Beschränkungen gegen die Juden am meisten litten, von der Wohlthat dieses Erlasses völlig unberührt bleiben, bietet die nachfolgende Mittheilung, die aus Odessa zugeht und die beweist, dass auch die Reicheren nichts von diesen Rechten genießen werden: „Da laut Manifest den Juden, die Kaufleute erster Gilde sind, erhebliche Rechte zugestanden sind, wird für Sie das beigelegte Dokument von gewissem Interesse sein. Was darin bescheinigt ist, bleibt auch ferner auf Grund des Manifestes in Kraft. Es ist ein Zeugnitz oes Atamans von L. vom Juli d. I.. wo dem Kaufmann erster Gilde D. die Erlaubniß ertheilt ist. im Laufe eines Monats in zwei Städten im nördlchen Kaukasus zu geschäftlichen Zwecken zu wohnen, unter keinen Umständen aber zur Mineralwasserkur, was ausdrücklich verboten ist. Da beim Einlöfen der Kurkarte die Pässe vorgezeigt werden müssen, so konnte die Kur de facto nicht gebraucht werden." Sollte man das wohl für möglich halten? Und ein solcher Staat wagt es, „im Jntresse der Kultur" einen Krieg zu führen! vermischtes Berlin. Der Kaiser hat derFran Johanna Abrabam, ceb. Br ahn. Schopcrstraße 3t. die Rothe Kreuzmedaille dritter Klasse vcrli he». Bukarest. (Königliche Auszeichnung eines Radbiners in R umänicn.) Das Bukarcstcr Amtsblatt publiziert in einer seiner jüngste» Nummern die Mittheilung daß König Karol von Numäni«» de» Obcrrabbiner von Bukarest A. Tauber zum „Ritter"' erhoben habe. Die Aufzeichnung erfolglc in „Anerkennung der Verdienste, welche der Herr Oberrabbiner sich auf dem G» biete der Wissenschaft und des Unterrichts* erworben hat. Berichtigung. In dcnr Artikel '„Weder Fa^cn noch Schnhriemrn" haben sich zwei simwntsd lknde Druckfehler cingrscdl'chen. Es muß beißen (t. Spalte): Sun de-Heere stall Buadesherrcn. (4. Spalte): erwarten statt erwarben. Briefkasten der Expedition.?. I. in B.: Betrag dankend empfange«. ° E. S. in O: Gesetzliche Bestimmung ist, 6 wöchentliche Kündigung vor Ouartal, demnach hat der Austritt am 1. Januar zu erfolgen. P- C. in M tt.: Die Offerte versteht sich incl. der genannten Beilagen, vorbehaltlich, daß die betreffende» Jahrgange oorräthig sind.

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