Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 97 (8.12.1904)
- Date
- 1904-12-08
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2446951-2449986-2450074--61976-2524549- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
2110 dunklen Augen ihres gulen, tobten Mütterchen?, und lächelte ihr beruhigend und liebreich zu. Mit einem Aufschrei warf daS Kind sich der alten Frau in die Arme. Es klang so schmerzlich, so verzweiflnngsvoll, daß es der Großmutter das Herz zerschnitt. „Großmutter. Großmutter, laß mich nicht fort! Nein, sag' nein! Du bebältst mich hier, ich weiß es! Und trotzest Allen, Allen!"' Und sie umschlang die alte Frau fest mit ihren beiden, schwachen Armen, als ob sie sie nicht i wieder lassen wollte. Beruhigend fuhr die Hand der Großmutter über den dnnkellockigen Scheitel ihrer Enkelin. Sie war tief erschüttert. „Miriam. Kind, was ist geschehen? Sprich!" Da riß das Kind wie außer sich die oberen Knöpfe des Kleides auf, riß und zerrte: „Da sieh, da sieh, Großmütterchen!" Und die alte Frau sah und erblaßte. An feiner, goldener Kette hing da ein kostbares, kleines, goldenes Kreuz. Die alte Frau löste mit bebender Hand die Kette vom Halse ihres Enkelkindes. Sie hatte verstanden, sie wußte genug. „Das, das hat er ihr, mir, ihrem Kinde anthun können, mein Gott, mein Gott, wie muß er gesunken sein!" Sie nahm das Kind auf's neue in ihre Arme, herzte und küßte es. Dann richtete sie sich auf. Sie war eine gebietende Erscheinung, in diesem Augnblick aber erschien sie wie eine jener stolzen, alttestamentlichen Frauen, deren Worte niemals ungehört verhallten. Fest erklang es jetzt von ihren Lippen: „Du bleibst bei mir, Kind! Er soll es wagen, zu kommen. Dich zu fordern! Der Ebrlose, der Berräther! Sei ruhig, Miriam! Du bist das Kind meines Kindes, ick bin jetzt Deine Mutter! Ich werde ihm schreiben, er soll es wissen, daß ich Dich schütze." Und hoch aufgerichiet, ohne zu wanken, schritt sie zu ihrem Schreibtisch. Lange saß sie hier, lange. Dir kleine Miriam war langst draußen im Garten, imme, noch saß die alte Frau, schrieb, setzte ab. um wieder zr beginnen. Dann trug sie den Brief eigenhändig zu, Post. Die kleine Miriam blieb bei der Großmutter. Sr wuchs bier zu einem prächtigen Mädchen, einer treue, Jüdin, heran. Ihren Vater aber sah sie erst wieder als der Todesen^el rasch und unvermittelt an sei, Lager trat. Es war erst einige Jahre nach ihrer Fluch, aus den, Elternhause. Er hatte sie an sein Sterbelager gerufen, und sie war mit Einwilligung der Groß-? mutter gegangen. Er hat der kleinen Miriam noch in's j Ohr geflüstert mit leiser, erlöschender Stimme, wie oft er bereut hat. daß seine Willensschwäche und der Ehrgeiz seiner Frau ibn diese falsche Bahn betreten ließen. Er ist als Jude gestorben und hat die Tochter noch einmal an sein Herz gedrückt. Die kleine Miriam aber kehrte in's Haus der Großmutter zurück. C-7 u i e t ® z «. *co Für dm folgenden Theil ist die Redactiou nicht verantwortlich. DU fUboctto* snterntaat nlraal* eine Prüfung tu Kkk«g auf dir rituelle Zuverlässigkeit der augepriesrnrn gEtorren. Die §qUftcr |iiM. wenn sie ln dieser Hinsicht gesichert sein wollen, die Anpreisungen, §eferrn,rn etc. seid» einer Soutrotr tn nuterwrrfe». fiätnft der Snseratenonnahmr ist Veto: für die Montagsnumwer. Sonntag Früh S Uhr. für die Sonnersiagoamamer, Mittwoch Mittag lltlltr. unftr Sinti gelangt rraelnätzig xiovtog und Donnerstag tn den AdeuLstvnden rmu Versandt. Leclamatiourn wegen,n späten Eintreffen» de» Urdr non de» der drtr essenden »ostanstait ,u macken, vfsertru aas Ehifflranuonreu werden täglich, mit An» nah me von K! Ka«.tag weiterdefdrdert. HärklMM. Einem tüchtigen Kaufmann o,^ Reisenden, nicht unter 28 Jahren. auS achtbarer Familie ist Gelegenheit geboten, in eine süddeutsche. Ciaarrcnfabrit ei«,» heirathen. Off. beliebe manunt. F. G. N. 6862 an die Geschäftsstelle dieses Blattes senden. Derschwiegenheit verlangt und Zuge» sichert. j? ÜJ) SIL* HJÖ Berlin W, ü. d. T.inrfan 14, Tcnnittela reiche Heirath, vonschusslo». Etb. 1883, TeL l. 7895. (6317 Streng 103 Streng Q&nse/sH, aarantirt rein, v«r»de'4»/, loten c«pm rrachnechse per tßfb. * S)t. 1.CO. ■ . U§3? A. ELulb. vkrttral. rkhküsvtlsilhnmss^ksMilft j'Schji, (alte Leipziger) auf Segenseiligkeit errlchlet 1830. SeschäitSstan» Ende September 1004; HS 700 Personen mit608 Millionen Mt. DersichrrunaSfumm«. Vermögen: Gezahlte Versicherungssumme«: LS« Sltsitone« Mark. 186 Millionen Mark. Die LebenSverflcherunaS-Gesellschaft ,» Leipjig ist bei «rsicherten,« Auf die Prämien der lebenslänglichen Todesfallverffcherung (ordentliche Jahresbeiträge der Tab. I) wurden fett 1888 ««verändert alljährlich 148» 42°|0 Dividende an die versicherte« vergütet. Näb. Auskunft ertb. gern die Gesellschaft, sow. deren Pertret». V Strrii fitSMitcttcilltlinj tr. nv nmv ji Sertii N. Gr Hamburgerstraße 13—14. Zahlreichen Bewerber» au» alle» Branche» stehe« mu wenige offene Stellen gegenüber. Im Jateresie der Sache bitten wir daher, die Herren Ghes» na» Baeamen dattmSgiichst «UMHette». Die Dermitteluug erfolgt, für beide rheile kostenlos. Heirath. Sohr tiicht. j. Mann. 34 J„'J»r. in. großen Wnnrenkenni niffen seit längeren Jahren Reisender, tncht cvent. sich ,» verheirathen. Einheirath in ein gutgeh. Geschäft nicht ausgeschl. Gell. Off. unter Nr. 6953 nn die Geschäftsst. d. Bl. „Iunq Iuda" Seitschrift für nnfrre Jugend. ezugSpreis sürS annzeJahr SM. Erscheint alle 14 Tage (jeden & OrcitagjinPrag.Böhmen. Diese Zeitschrift ist eii^ia in ihrer Art. Sie widmet der Pflege «rhedra- Uche« Sprach« eine eigene Rubrik. Durch ,ede Buchhandlung zu « » beziehen. >6959 Prabe-Exemplare grati» chfrant». Ia. Fettaänse 102 Daare. perPfd. 86 Pf«, gegen Nachnahme, empfiehlt Gäntemästeret 1424» Johannes Wlaadt II., Maxdorf (Pfalz).