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Der Israelit · 1904-10-20 · Heft 83 (20.10.1904) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 83 (20.10.1904)
Date
1904-10-20
Page
– (sequence 29)
Language
German
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Ein Denkmal für jüdische Soldaten. Unter imposanten Feierlichkeiten wurde am 5. v. Mts. auf dem Salem Fields-Friedhof in Cypretz Hills (Newyork) der Grundstein zu einem Denkmal für jene israelitischen Soldaten gelegt, die während des Bürgerkrieges als wackere Unionstreiter den Heldentod gefunden haben oder später gestorben sind. Die Feier fand unter den Auspizien der „Hebrew Union Veteran Affoication" statt, die im Jahre 1896 organistrt wurde, um das Gedächtniß an die gefallenen und zur großen Armee abberufenen Kameraden alle Zeit heilig zu halten und treue Vaterlandsliebe zu üben. Es war denn auch dieser Veteranen-Verbapd, der den ersten Anstoß zur Errichtung eines würdigen Monumentes gab, und in heller Begeisterung hat seither die israelitische Bevölkerung der Metropole reichlich beigesteuert, um ihre Heldensöhne in dankbarer Erinnerung zu ehren. Das Denkmal wird nach einem Entwurf des Architekten I. F. Walsh hergestellt zu einem Kostenpunkt von 15,000 Dollars, während die Tempel- Emanu-El-Gemeinde das benöthigte Grundstück aus dem Friedhof im Werthe von 7000 Dollars angekaufi und dein einschlägigen Komitee zur Verfügung gestellt hat. Bei der Feier führte Herr Nathan Straus den Vorsitz. Außer den Veteranen in G. A. R.-Uniform hatte sich ein zahlreiches Publikum, darunter auch viele Damen, um die mit dem Sternenbanner geschmückte Rednertribüne gruppirt und lauschte andächtig den patriotischen Worten der Festredner. Die alten Kriegshelden kamen mit gesenkten Fahnen und unter gedämpftem Tromnrelklang angerückt, und nachdem zuvörderst die Jugendkapelle der „Hebrew Sheltering Guardian Society" einen Trauermarsch gespielt hatte, wies Herr Straus in paffender Ansprache aus die weihevolle Bedeutung des Tages hin. „Wir haben uns hier an heiliger Stätte versammelt." Hub der Redner an. „um den tapferen Unionkämpfern, die unseres Glaubens waren, den ihnen gebührenden Tribut der Dankbarkeit zu zollen. Wir wollen ein Monument errichten, das der Nachwelt ihre Heldenthaten verkünden soll und damit gleichzeitig auch die allezeit opferwillige Vaterlandsliebe unserer Raffe. Und wie auf blutiger Wahlstatt, so haben wir Juden auch im Frieden als gute Bürger stets treu-zum Sternenbanner gehalten. Hoffentlich ist die Zeit nicht mehr ferne, daß Kriege überhaupt nicht mehr geführt zu werden brauchen. Keine Regierung, welche es auch immer sein möge, hat das Recht, andere Nationen aus Eroberungssucht mit Krieg zu überziehen, und nur dem Dolle allein steht es zu, über Krieg und Frieden zu entscheiden. Den Gefallenen zum Gedächtniß sei das Monument geweiht, dessen Eckstein wir jetzt zu legen im Begriff stehen." Nachdem Herr Straus feine Ansprache geendet, sprach Rev. Dr. Samuel Schul m a n das Eröffnungsgebet, und weitere Ansprachen hielten sodann Schulkommiffär Jacob W. Mack, General Daniel E. S i ck l e s, General Horation C. King und. Stadtraths - Präsident Chas. B. Fornes, wahrend Ex-Register Ferdinand L e v y die eigentliche Ecksteinlegung dornahm. Ein Schlußgebet von Rev. Dr. H. Pereira M e n d e s und ein Musikvortrag der vorerwähnten Kapelle brachten die eindrucksvolle Feier zu Ende. ‘ vermischtes. Budapest. (DerNasenach!)Jn der sogenannt» besseren Gesellschaft Budapests amüsiert man sich gegenwärtig über einen Vorfall, welcher sich kürzlich bei der Trauung eines Millionärssohnes aus der Leopöldstadt zngetragen hat. Der junge B.kam nämlich vor einige» Wochen auf die Idee, eines schönen Sonntag Morgennicht nur die Wäsche, sondern auch seine Religion zu wechseln. Er wurde Katholik, nachdem er eine Religion verließ, wüche ihm von der Nase abzulesen war. Hierauf faßte er de» Entschluß, zu heirathen. Die Dame, die sein Herz erwählt, lebte im vorigen Winter auch noch in ungeordneten ReligionSverhältniffen. Die Trauung war auf einen Sonntag festgesetzt. Vor dem Palais der Brauteltern stand bereits eine lange Reihe nobler Equipagen. Man bestieg die Wagen rmd der arrangierende erste Kranzelherr gibt dem ersten Kutscher das Kommando magyarisch: ,,A templomba”! (Bedeutet sowohl Tempel als auch Kirche. Red.) Der Kutscher lüstete den Hut, schwang die Peitsche und fuhr zur — Synagoge in der Tabaksgasse. Malitiös bemerkte ein aristokratischer Trauungszeuge, als er hörte, wie der Kutscher zusammrugeschimpt wurde: „Er ist halt der Nase nach gefahren!' Nenret-Kereßtnr (Zehllm), 9. Oktober. Unsere altehrwürdige Gemeinde war verflossenen nwo naar der Schauplatz einer besonders herzerbebenden Feier. Es fand nämlich an diesem Tage unter de» üblichen Eeremouien die feierliche Einweihung der neugeschnebeneu mm "®D statt, welches die hiestge Gemeinde, auf Anregung unseres allgeliebten Herrn Oberrabbiner D. Friedmaun unter Bcthei» ligung desselben, von dem rühmlichst bekannten Soser Herr» Schwarzstein in Jerusalem schreiben ließ. An der Fette betheiligle sich die ganze Gemeinde, das Mäntelchen spendete die männliche, den Silberschmuck die weibliche Jugend. Unser Oberrabbiner hielt bei dieser Gelegenheit eine mit allgemeinem Beifalle aufgenommene, tttsdurchdachte Weiherede. Samuel Reiner. Briese«. Die hiesige zweillassige jüdische Volksschule wird nicht mehr von voll 20 Kindern besucht, weil jetzt die meisten jüdischen Familien ihre Kinder auf dtt höheren Schule« schicken. Die Regierung hat daher auf Antrag des Magistrats angcordnet, daß bte jüdische Schule in eine einklasiige umgewandelt und dtt dadurch frei werdend« Lehrkraft für dtt katholische Schule verwendet wird, dtt ganz, besonders unter dem Lehrermangel zu leide» hat. Odessa, 10. Oktober. In Anbetracht des großen Elends daß die Aushebung der Reserve unter der hiesigen jüdisch» Bevölkerung hervorgerufen hat, bewilligte da- Central-Komitee der „Alliance Jsraelfte Universelle' uuserm Hilssausschuß. eine neue Gabe von 20,000 Franc». New-Pork, 17. Oktober. Im Judenvieriel im östlich» Theile von Broolliu grrieth eine Mttthskaserne in der Moorstraße in Brand, wobei vier Person» erstickten und 15 Bcr» tttznngm erlitt». Verantwortliche Redaktion O»car Leb man« in Matni - ervedltion de» •3*radif. SchottSratze 9b. Z 9Vu<f unh Veda* der I>o6. Wlrtb’f ’fieit Vosbuchdrurfcrrf Aetten-Vrfellschakt fit Buh»

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