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Der Israelit · 1904-10-20 · Heft 83 (20.10.1904) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 83 (20.10.1904)
Date
1904-10-20
Page
– (sequence 18)
Language
German
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45. Jahrgang. weite Drikage zu M 83 des.Lsraekit." Weder Faden noch Schuhriemen. Zu -p p 's. Von merkwürdigen kriegerischen Unternehmungen berichtet der Wochenabschnitt *£. Da erfahren wir von den ersten Schutz- «nd Trutzbündnissen, von zwei Vundeshcrren, die schlagfertig einander gegcnüberstanden und sehen schließlich einen Abraham, der mit seinen 318 Hausgenossen den ganzen Aufstand niederzwingt, als Sieger aus dem Kampfe hervorgehen. Er wahrte strenge Neutralität, hatte an dem Verlauf dieses Krieges gar keine Interesse. Als er aber seinen Verwandten in Gefahr wußte, da trat der „Jbri", der jenseits und abgeschieden Stehende aus seiner Reserve hervor. Einer unserer ersten Ahnen hat sich als Meister der Strategie der Welt vorgeführt. Doch darin Lbertraf er alle Eroberer aller Zeiten, daß er keine Kriegsentschädigung verlangte und selbst das freiwillig ihm Angebotene ausschlug. ..Nicht einen Faden und nicht einen Schuhriemen nehme ich an, du sollst nicht sagen, ich habe Abram reich gemacht/' ruft er Sodoms König zu. Die ganze Beute stellte er ihm zur Verfügung. er wies die Schätze zurück. Einem Menschen wollte er nicht zu Dank verpflichtet sein, nur den von Gott ihm gereichten Segen wollte er hinnehmen, der Abraham mit ^212x1 in Aussicht gestellt war. Aber unsere alten Meister gehen an den Worten bvs pp njn eins ex nicht achtlos vorbei und legen diesem Ausspruch eine so hohe Bedeutung bei. daß sie erklärten, toichtige Gesetzesbestimmungen verdanken ihm ihren Ursprung. rnvv '3X bvz p» -in ree ck jtck nex n*cpn H -cx xip's bv c*.ro rsre *nrr nsios *p2 ex „Du sagtest weder Faden noch Schuhriemen,' ich tverde deinen Kindern die Reinheit durch den Altar bringen, der mit einem rothen Faden umgeben ist/ Um den Altar war ein rother Faden gezogen, wodurch eine Grenze zwischen seiner oberen und unteren Hälfte gegeben war. Das Blut des Entsündigungsopfers mußte oberhalb, das Blut des Emporopfers unterhalb dieser Linie gesprengt werden. Hatte das eine den Zweck, -für schwere Vergehungen — Pnna — Sühne zu erwirken, so wurde dem Opfernden angedeutet, daß er seinen Blick zum Vater des Erbarmens zu erheben habe, damit er Verzeihung erlange. Konnten die Hände, die Moses während der Dauer des Kampfes mit Amalek emporhielt, über das Kriegsglück entscheiden, oder konnte der Aufblick zur kupfernen Schlange, die er in der Wüste einst anfertigen ließ, diejenigen heilen, dir von den giftigen Schlangen gebissen wurden, fragen unsere Weisen. Es sollte Israel in beiden Fällen gelehrt werden, daß sein Wohl und Gedeihen nur aus der Höhe ihm zufließt, wenn es sich mit ganzem Herzen dem Dienste seines himmlischen Vaters hingibt. Das Emporopfer hatte unter andern den Zweck, für Vergehungen, die in hochfahrenden Stolz, in eitler Ueberhebung ihre Ursache halten, Sühne zu bringen, und das Blut desselben wurde unterhalb des rothen Fadens gesprengt. Dem Hochmüthigen sollte damit gesagt sein, er möge abwärts seinen Sinn lenken, sich selbst erniedrigen, seine Winzigkeit erkennen icpe men poa cm, erkennen, wie wandelbar sein Geschick ist, heute noch in vollster Blüthe und morgen hält ihn die enge Gruft umschlossen. Die Genügsamkeit lehrte der Ahn feine Nachkommen. Ein Streben und Hasten nach noch vermehrtem Besitz ist in der Regel das Ziel, das dem Reichen oorschwebt und in der Jagd nach demselben ihn nimmer zur Ruhe gelangen läßt. Stolz nnd lleberhebung. Eigennutz und Hartherzigkeit sind die schlimmen Begleiter solcher Streber. Von solchen Eigenschaften bewahrt dich die Genügsamkeit, welche Abraham gelehrt mit den Worten bvs jn» eine ex „Nicht Faden noch Schuhriehmen!" jtxo prb |n*: ’jx vmv ex rnew fwc b nexn xnrx brr» pr n Weil du sagtest leinen Faden, dafür werde ich einst deinen Nachkommen das Gebot der .Schausäden geben. Der Reichthum, der seinem Besitzer die Mittel zur Erfüllung vieler Wünsche gewährt, läßt leicht nachlässig werden in der Erfüllung göttlicher Gebote. Wenn man eine Statistik darüber erheben würde, so würde in den Reiben der Minderbegüterten und Armen der weitaus größere Theil derjenigen zu finden sein, die unsere religiösen Vorschriften beobachten. Der Reiche hat nicht Zeit den eer zu feiern, man sucht ihn vergebens, wenn er nicht gerade Kadisch zu sagen hat. an den Werktagen in der Synagoge, es ist unter seiner Würde, ein Lulow zu tragen, verschmäht es nicht, an nichtjüdischer Tafel zu speisen, die Mesuso paßt nicht in die Thürfüllung und selbst die Zedoko, womit er sich seine Seligkeit zu erkaufen glaubt, übt er nicht in dem Maße, wie es das Gesetz vom „Zehnten" vorschreibt. Es ist der alte Vers aus dem alten Lied: pW jem Israel kann kein Glück ertragen, es wird in guten Tagen Lbermüthig und vergißt seinen Gott, der es geheiligt hat durch seine Gebote, der ihm deshalb so viele Gesetze gab, weil er es glücklich wissen will. So legt denn der Reiche das Gewand mit den vier ZiziS nicht mehr an. und diese Faden konnten ihn doch ein-

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