Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 80 (10.10.1904)
- Date
- 1904-10-10
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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davon. Sämmlliche bezeichneten Kawerin nebst zwei Genossen als Thäter, was auch voriges Jahr von dem Pclizeipristaw Solowlin bestätigt wurde. Nachträglich bestellte sich Kawerin für gestern Freunde als Entlastungszeugen, die vor europäischen Gerichtshöfen wohl wegen dringenden Verdachtes des Meineides verhärtet worden wären, hier aber den Richtern genügten, um die Aussagen des Verstorbenen selbst auf dem Todtenbette, sowie die genauen Schilderungen seiner sechs Kinder zu entkräften, so daß alle drei freigesprochen wurden. Der Staatsanwalt selbst hatte die Schuld der Angeklagten am vergossenen Blute in flammender Rede hervorgehoben. Verthcidigt wurden sie u. a. durch Pronm, der, wie voriges Jahr gerichtlich festgcstellt wurde, einer der Hauptanstifter der Excesse war. Dieser Frcifvruch notorischer Mordgesellcn macht auf alle human gesinnten Kreise der Bürgerschaft einen devrimirenden. das Ansehen der russischen Justiz erschütternden Eindruck. Vermischtes. Breslau. (Genehmigung, eines rituellen Passage-Restaurants.) Dem B sitzer des hiesigen Hotels .Union- Hermann Tockus, Reuschestraße Nr. 45. wurde bekanntlich vor etlichm Wochen vom Stadtausschuß zu Breslau die Genehmigung zugcsprochen. in dem Nicpoldfchcn Neubau, Ncuschebraßc Nr. 5l und Antonienstrotze Nr 6.8, größere Festsäle hcrzurichtcn, um in jenen Räumlichkeiten die sogenannte 2 ^Schankkonzession ausüben zu dürfen. Nunmehr beabsichtigt Herr Tockus, daselbst in den Paterrclokalln ein Passage-Restaurant besseren Stiles zu schassen, das nicht nur den rituellen, sondern sämmtlichen Verhältnissen e'ner modernen Großstadt RechnlMg tragen soll. Zu diesem Zwecke beantragte er in der ersten Sitzung des Stadtausschuffes nach den Ferien für die benannten Lokalitäten die Genehmigung zur uneingeschränkten Schankwüttschoft. Magistrat erhob gegen das Ersuchen * Einlpruch und führte acht Konturrenzstellen an, wovon allein vier sich innerhalb hundert Schritte befänden. Ebenso führte das Polizeipräsidium fünfzehn weitere Konkurrenzstellen an, welche das öffentliche Bcdürfmß vollauf deckten. Der Vertreter des Antragstellers, Rechtsanwalt Besser, wies auf die Eigenart -des zu errichteten Betriebes hin, ließ dabei seinen ursprünglichen Antrag fallen und plädierte für halben Ausschank. Gegen diesen erneuten Antrag hatten sowohl der Kommiffarius des öffentlichen Interesses^ Stadtrat Rosenbaum. als auch der Vertreter des Polizeipräsidenten keine«lei Beder.ken mehr, zumal die Räumlichkeiten vollkommen den baulichen Anforderungen entsprächen, und gegen die Person des Petenten Bedenken nicht Vorlagen. Infolgedessen wurde dem Ersuchen auf Erthcilung der halben Konzession stattgegeben. Könen bei Trier. In welchem guten Andenken die hiesige jüd. Gemeinde bei einem frühcrn Lehrer steht, zeigt uns der jüngste Besuch des Herrn Lehrer Daniel L e v y aus Rheinbischofsheim (Baden) der vor 40 Jahren als junger Mann hier angestellt war und sein 40 jähriges Dienstjubiläum durch diese» Besuch feierte. Der Jubilar, d r der seinen damaligen Schülern, die jetzt ältere Männer geworden und M allen seinen hiesigen Skfauntcn sehr beliebt war u««d noch in beste«» Andenken steht, weilte bei seiner Ferienreise über Samstags bei uns. erfrente uns Freitag Abends durch seinen herrlichen Gebeisvortrag u«ld beschenkte die hiesige Gemeinde mit einem silbernen Kiduschbecher. Möchte der Allmächtige den Jubilar noch viele Jahre acsund erhalten, daß er auch westxr bisher ln seinem Amte tbätig sein kann, wo er schon 22 Jahre aus einer Stelle wirkt r»nd möge ihn« ein fröhlicher Lebensabend tat Kreise seiner Familie und Freunde bcschieden sein. Wien, 3. Oktober. Dem Hauptmann im Wiener Arsenal Dr. Leo Austerlitz wurde vom Kaiser das Ritterkreuz d.s Franz Josefs-Orden verliehen. KremS. An, SimchaS Thora, 2. Oktober stard noch kurzein Leiden Heu Rabbiner Dr. David Weiß im 81. Lebensjahre. Pudewitz 2. Oktober. Gelegentlich einer De«sammluntz des hiesigen BrüdcrvcrcinS ergriff der erste Vorsteher der hiesigen Gemeinde das Wort, um dcS am 18. September d. I. verstorbenen Vorstandsmitglieds Herrn Abraham K r e y n zu gedenken. Er schilderte denselben in bewegte» Worten als einen frommen und wohlthatigen Mensche», welcher jederzeit bereit mar. seine Glaubensgenosse« mit Rath und That zu unterstützen und «vird sein Andenken ta der Gemeinde immer in hohen Ehren gehalten werde». Die tief empfundene Rede «vurde von den Anwesenden stehend angchöit und hat Herr Wreschner mit seiner zu Herzen gehenden Gedächtnitzrcdc die Gemüther aller Anwesenden sehr bewegt. Briefkasten der Redaktion. - R in München: Auch wir bedauern, daß daS .Bayerische Vaterland" dort die antisemitischen Ergüsse des .Hamburger Jsr. FanrilicnblalteS" in «vetteren Kressen verbreitet. Was können wir aber dagegen machen, da «vir keinen Einfluß auf das Blatt haben. B. in B.: Auf dem U. Internationalen Kongreß für Allgemeine ReligionSgeschichte in Basel (30. August bis 2. September 1804) wurden folgende auch uns intereisirende Vorträge gehalten: Prof. Dr. Paul Haupt (Baltimore): Die religiösen Anschauungen des BucheS Koheleth. Kaikiuku Watanatö (Lehrer der buddh. Hochschule Jodo-tin, Tokio: The presend condition of the Religions in Japan — Dr. B Lauser (Ehina): Zur Geschichte der chinesischen Juden auf Grund ihrer Inschriften. — Dr. A. Tänzer, Rabbiner für Tirol und Vora«lberg in HohenemS: Die Stellung des Judenthums innerhalb der Entwicklungsgeschichte der Meischheit. — vr. Kosendaum (Paria): La topograpliie da temple berodien et le service da Orand-pontife an jour du grand pordon. — J. HaldTjr (Paris): I) L’Unite des 3premiers chapitres de laGenese. — 2) Le sjmbolisme chez Os$e et Ezechiel. — Pros. V. Zapletal (Frciburg): Der Unsterblichkettsglaube Koheleth». Neu eittgcgangene Kücher. (Besprechung v)rbehaltea.) Otto» Helene. D i e N i b e l u n g e n. In der Sprache der Zehnjährigen erzählt. I Siegfriedsage. 110 S. Pr. Mk. 2.—. II. Hildebrantsage. 103 S. Preis Mk. 2.—. Leipzig. K. G. Th. Schefker 1904. Otto, Helene. I l i a 4. In der Sprache der Zehnjährigen erzählt. 114 Seiten. Preis Mark 225. Leipzig, SL G. Th. ©Reffet 1904. ' ___ SJCT“ Unserer heutige« Nummer liegt eine A«Snahmc-PrelSlifte der Firma Heinrich GSlz i». Bacharach a. Rh. und 'Trarbach «. d. Mosel bei, und mache» wir hierbei auf unsere Bemerk««« a» der Spitze des AuzetgetheilS besonder- ««fmerksant.