Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 80 (10.10.1904)
- Date
- 1904-10-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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45. Zcchrgang. M 80 Ei» Geutrat-Hrgan für das orthodoxe Zudenthum. Begründet von Br. Dehinsrrrr in naittf. Montag, den t. Chefchwa« 5605, 10. Oktober 1904. "111 in modernem Gewände. Betrachtung zürn Abschnitte m. Von Leopold Anfänger—M emmelSdorf. Das gewaltige Strafgericht des Herrn, der die! entartete Menschheit durch die mächtige Flut hinwegraffen ließ, hatte keine nachhaltige Wirkung erzielt, rs eian 2^ iS* '2 immer wieder kam und kommt der Lose, irdische Trieb im Herzen des Menschen zum Durchbruch, und so sehen wir schon 100 Jahre nach der großen Flut wieder die Menschen in ihrer Gesammtheit zu bösem Thun geeint, geeint gegen Gott, gegen den Willen und die Absichten ihres Herrn und Schöpfers. Aber nevb «n ie« cno uD' uh es gelang ihnen nicht und es wird auf die Dauer niemals gelingen, dem Willen Gottes entgegcnzuwirken: mm o^rv» nt und 'frryt bezeichnen mit aller Deutlichkeit den einzig möglichen Entwicklungsgang derartiger Unternehmungen, möge es sich um kürzere oder längere Zeit hinzieben, Am ein sang- und klang- und rühmloser Untergang ist immer das Ende. Wenn wir die Schilderungen der heiligen Schrift bezüglich des bi2v.i m und n^cn rn des Menschengeschlechts zur Zeit der Sintflut und zur Zeit des TKurmbaues in Vergleich zu einander stellen, so wird uns hauptsächlich auffallen, daß dort die sündhafte Verirrung der Menschheit, ja der gesammten Schöpf- , ung ganz präzis bezeichnet und klar ausgesprochen erscheint, während hier nicht eigentlich deutlich angegeben ist, worin das Unrecht bestand, was sie Sündhaftes gethan, was Gott an ihrer Handlungsweise mißfällig gewesen. Allerdings läßt sich sehr viel zwischen den Zeilen lesen und unsere Weisen s, A. haben denn auch in herrlichen Erklärungen herrliche Lehren aus den kurzen, biblischen Angaben gezogen.. So recht, treffend und besonders noch für unsere »neue" Zeit Paffend, auf das moderne Leben und Treiben unseres Zeitalters anwendbar sind einige Worte, mit denen rni in Anlehnung an den Midrasch die Sünden des rtAon m zu erklären sucht (1. B. M.. 11.1): mn xrm nro wa tdv twwi irpb rbs: d'Jt^ot itk & tov wn ha vb mx pick :tttk 121 *dVv V» mp bv INN 121 „Tonte tkt2 ärcon va rmv qm vmurv ^bub 7N2DV b 70WU »Die Menschen berathschlagten sich und kamen einstimmig zu dem Schluß, es sei nicht recht von Gott,, daß Er sich den Himmel als Wohnsitz erkoren; wohlan, sprachen sic, wir wollen den Himmel erstürmen und Krieg gegen Ihn führen; — eine weitere Ansicht geht dahin, sie hätten ihren Widerspruch gegen die göttliche Einzigkeit in der Welt zum Ausdrucke bringen wollen; — eine dritte Ansicht endlich ist, es hätten die Menschen gesagt, da in 1656 Jahren der Himmel wieder wanken werde, wie zur Zeit der großen Fluth, so wollten sie das Welt^- all durch diesen ihren Thurmbau stützen." Wir haben also iß erster Linie die Himmelsstürmer vor uns, die den höchsten Gottesbegriff in ihre. Begrisfssphäre herabziehen wollen. Wie viele solcher Himmelsstürmer.wandeln aber heute auf Erden! Wie viele gibt es, hie, weil der reine Gottesbegriff dem menschlichen Begriffsvermögen entrückt ist, jenem höchsten Wesen den Krieg erklären, die den Himmel stürmen, den Gott, wie sie sich ihn ausmalen, herabholen, nach ihren Hypothesen modeln wollen! Und was ist die Folge solchen Unterfangens? ubv bv mp bf Aus den Zweiflern werden allmählich vollendete Gottesleugner. Atheisten. An Beispielen fehlt es nicht» die jüd. Geschichte der jüngeren Zeit liefert leider nur zu reichliche Belege. Da war es zunächst das »gar zu subtile". gar zu beengende jüdische Gesetzesleben, dem der Krieg erklärt wurde. r Der Himmel sollte gestürmt, das Gesetz, die Thora oom hohen Piedestal herabgeholt, ihrer himmlischen Abstammung, ihrer Göttlichkeit ent-