Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 76-77 (22.9.1904)
- Date
- 1904-09-22
- Page
- – (sequence 40)
- Language
- German
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ungewisse Untertanen, wie sie nach denen erteilten Schutzbriefen auf wenige Handlung und geringe Gewerbe eingeschränkt und daher besonders in kleinen Städten sich davon nicht ernähren können, mithin um sich Lebensunterhalt zu schaffen, auf unerlaubte Kunstgriffe verfallen, oder zu täglichen Beschwerden derer Innungen und Aemter mit Beeinträchtigung ihrer Handlung Gelegenheit geben; solches alles wird Ew. Ercellenz fürs Genüge bekannt seyn." Hansing wollte vor allem die Juden ansässig machen, weßhalb er auch häufig für sie eintrat und deren Gesuche um Erwerb von Grund und Boden eifrig befürwortete. Seinen Bemühungen gelang es. daß Simon Behrens. Joseph Wolf und Moses Salomon Häuser eigenthümlich erwarben. Das geschah im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts. Die übrigen Juden, über zehn bis zwölf Familien, kam es nicht, hatten es nicht dahingebracht, ein Haus zu erstehen, sie waren trotz aller Anstrengung und Entbehrung arm geblieben. Um ein einigermaßen vollständiges Bild von der Lage der Juden in Harburg im 18. Jahrhundert zu geben, ist es nothwendig, das Augenmerk noch auf einen Punkt zu lenken. Laut Schutzbrief war den Juden erlaubt, „sich deß Schlachten? zu seiner Notturft ohnverweißlich zu gebrauchen." An diese Erlaubnitz aber war eine Bestimmung geknüpft, die ihn fortwährend mit den Schlachtern in Kollission brachte, wetzhalb auch kaum ein Jahr vergeht, wo sich die Regierung nicht mit einer Klage der Schlachter gegen die Juden zu befassen gehabt hätte. Diese Bestimmung lautete:' „Und watz Er davon nicht gebrauchen kann, solches soll er absonderlich an dem Ohrt da Er wohnet andern Verläufen, doch allezeit geringer, als es von den Fleischhauern daselbst verkauffet wird." Man wird leicht erkennen, wie unglücklich diese Bestimmung gefaßt war. Auf der einen Seite die gesetzliche Forderung: Du mußt billiger verkaufen, auf der anderen Seite die dadurch hervorgerufezie Mißstimmung der Schlachter. Daher begegnen wir Klagen seitens der Schlachter schon im Jahre 1663. In den, an die Regierung in Celle gerichteten Supplicatum „erzählen die Schlachter in Wehmütigkeit, welcher gestalt die schlechter alhier zur Harburgk nunmehr etzliche Jahre hero so nahrlaß gemacht worden." Es ist ja zu natürlich, daß der Jude auch daran schuld war, obgleich nach den Aufzeichnungen nur drei Familien damals in Harburg lebten. Durch sie werden sie in ihrer „Nahrung beeinträchtigt", denn die Juden tragen das Fleisch „in die Häuser heriimb". Endlich enthält betreffende Eingabe noch die bescheidene Forderung, die t*=?e^s7—----- -- lästigen Juden auszuweisen. Aus den Akten damaliger Zeit ersieht man. daß es nicht zu Ausweisungen gekommen ist. Wohl batte die Regierung am 28. Januar 1664 den „Oberbaubtmann" beauftragt, Erkundigungen einzuzieben. inwieweit die^ Klagen berechtigt seien, „damit sich die Supplikanten Weiter detzwegen Zu beschwehren Keine befugte Ursach Haben mögen". Welches Ergebniß die Untersuchung dieser Angelegenheit auch gehabt haben möge, das eine steht fest, daß die Inden jetzt wie auch im ganzen folgenden Jahrhundert, in diesem Erwerbszweige nicht beschränkt morden sind. So bietet die Lage der Juden in Harburg ein höchst unerfreuliches Bild; aber noch unerfteulicher für denjenigen, der Juden zu Parias der Menschheit herabgewürdigt hatte. Und wer dies klar erkannt hatte, wem die traurige Lage der Juden zu Herzen ging und sie nach Maßgabe seiner Kräfte zu bessern bestrebt war, das war, wie wir oben gesehen haben, der Bürgermeister H. Hansing. Huadrut-Räthsol. »WS- *1 n re D 1 . 1 s n Die Buchstaben sind so zu setzen, daß die senkrechten ir. wagrechten Reihen Wörter ergeben, u. zwar: 1. Ein wichtiger Zeitabschnitt, 2. Ein Gegenstand znm religiös. Gebrauche, 3. Ein biblischer Name, und 4. Ein Angstgefühl. Landau, Raschkow. i Unter den Einsendern der richtigen Lösungen wird geloost und erhält der Gewinner ,vein ans unserem Verlage gratis und ftavco zugesandt. Dorantrrorlli^r r^dLcttcn: Oöear LeSmann In LHanz. — Expedition de« .Israelit*. SchottNraße Skr. 2. Mal«. - DruL und Verlag der Job. Qirth'tLen HotduLdruSreet Aetlen-OelellsLaft in Main».