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Der Israelit · 1904-09-22 · Heft 76-77 (22.9.1904) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 76-77 (22.9.1904)
Date
1904-09-22
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Menschen mit Hellem, lichtem Glanze umfließt. Sieh', es sagt vir's wieder der Prediger: pro ptf aia „Es ist der Name, der besser ist, als das köstlichste Oel." (Pred. 7,1.) Ein Name! Wer auf Erden hat nicht den Wunsch gefühlt, sich einen Namen zu erwerben? Wem galt es nicht als schönstes Lebensziel, seinen Namen ins Buch der Geschichte zu schreiben? O, wie theuer, nur allzu theuer, wurde dies Glück oft erlauft! Hier hat ein Eroberer mit Blut und Flammen seinen Namen ins Buch der Geschichte eingezeichnet. Dort har ein S ü n d e r mit der Spitze des Dolches seinen Namen der Vergessenheit entrissen. Wieder aber haben edle Menschen mit ihrem. Schweiße, mit ihrem Herzblute, in der Himmelsschrift der Tugend, ihren Namen der Nachwelt überliefert und sich so den Kranz der Unsterblichkeit auf die Schläfe gesetzt. Ein solch edler, mit dem Strahlenglanze der Unsterblichkeit umflossen, steht Mose vor uns. Jahrtausende sind über sein Grab hingezogen, über sein Grab, das kein-Menschenauge geschaut, zu dem keines frommen Pilgers Fuß je gewallfahrtet — und doch lebt sein Name in ewig frischem Angedenken unter allen gebildeten Böllern der Erde. Ja, selbst Lästerer, die alles Heilige in den Koth zerren, wagen sich an diese unerreichte Größe nicht berran. Mose! dieser Name tönt wohlklingend durch di? Welienräume. Mose! war der Name, den unsere Ahnen verehrten; Mose ist der Name, ’ der uns heilig ist und Mose wird der Name sein, den' unsere sollten Enkel noch in tiefer Ehrfurcht nennen werden. Dieser unsterbliche, unvergängliche Name, war ja aber auch Alles, was er errungen, die höchste Seligkeit, die Gott ihm verhießen. nxrv '2 c&3 TV»« sn „Du hast Gunst gefunden in meinen Augen." spricht Gott der Herr, „und ich habe dich bedacht mit einem Namen?" Schöner, herrlicher Lohn, aus Gottes Hand! O, wer wollte nicht leben und streben, um eines solchen Lohnes, um eines solchen Namens willen! wndx e>'X xipzv a»o rm 3'2n „Mann Gottes," das war sein Ehrenname: das der Name, der Ewigkeiten überdauert. Und wodurch errang er ihn? Etwa durch die Zahl der Städte, die er erobert, durch dir Schlachten, die er gewönnen? Nein, durch den Adel seines Herzens! Nicht blos, weil er göttlich toar in seinem Wirken, schmückt ihn der Name v'ndx vx Gottesmann — nein! Vielmehr, weil er sein Herz der Menschheit weihte. vndx irbs «Oberhalb des Herze n Z w a r er göttlich" v* naoto „vom Herzen abwärts war er menschlich! (Midrasch rabba 5. B. M. 11, 4.) Göttlich war er in der Erhebung des Herzens über das Irdische zum Himmlischen —doch in seiner Natur war er ein Mensch unter Menschen. .. So, mein Bruder!-kannst auch du mh* vx ein Mann nach dem Herzen Gottes, so auch du unsterblich werden. Wenn es schön und des Lebens Werth ist. sich einen Namen zu erwerben, der uns überdauert, so mögen wir nach dem schönen doppelsinnigen Namen v'nbx vrx Gottesmann streben — mit dem Gedanken dem Himmel, mit dem Herzen der Menschheit angehören. So werden wir unsterblich; so reicht unser Name über das Grab: so retten wir uns vor der Vergessenheit, vor jenen schwarzen Schatten, die über den Gräbern lagern. Sterben heißt verklärt werden. Sterben heißt die H L l 1e wechseln; aber sterben und vergessen werden, das heißt nicht sterben — das heißt verschwinden! So wollen wir nicht sterben, wenn einst die Vaterstimme in die himmlische Heimath uns ruft, llm "NX. um glückselig im vollen Sinne des Wortes zu sein, muß auch ein Strahl von Unsterblichkeit einst das Dunkel unseres Grabes erhellen, muß und soll unser Name einst-uns überdauern. Drum sollen auch nicht vergessen sein all die Lieben und Theueren, die uns im Leben so werth waren und uns in's Jenseits sind vorangegangen. Drum sollen sie nicht vergessen sein, wenn wir die Feste des Herrn feiern, wenn wir die Herzen zu Gott erheben. Drum soll die Zeit, die alle Herzenswunden heilt, ihr Andenken nicht aus unserem Herzen verwischen. O. sie haben ja gestrebt und gerungen im Leben, auf daß ihr Name einst genannt werde in Achtung und in Ehre. Sie haben ja ihre 'Herzen in treuer Liebe uns zugewandt. Drum soll unsere Liebe sie über das Grab begleiten, lind darum sollen wir heute vor Gott ihrer gedenken im Gebete, und ihnen vom Herrn des Lebens die ewige, beseligende Ruhe des Jenseits und seinen unversiegbaren Gnadenquell erflehen, auf daß ihr Andenken zum Segen sei. Amen. ZettirrrgsttaHrtHteri und Corresponderrzerr. Deutschland. Altona. lieber die Zulässigkeit d^r Beisetzung von Aschenurnen auf israelitischen Friedhöfen ist dieser Tage von dem Regierungspräsidenten in Schleswig, anläßlich eines ganz konkreten Falles, die folornde Entscheidung getroffen worden. Der dieser unterm 14. Juli d. I. ergangenen Entscheidung zu Grunde liegende Thatbestand ergibt sich ohne weiteres aus dem Wortlaut des Bescheides, der an den Vorstand der israelitischen Gemeinde in Elmshorn gerichtet und folgenden Wortlaut hat: „Schleswig, 14.. Juli 1904. Die Beisetzung von Aschenurneu widerspricht der jüdischen Glaubenslehre und ist geeignet, in den Kreisen der jüdischen Glaubensgenossen die lebhafteste Beunruhigung hervorzurufen. Der Herr Oberrabbiner zu

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