Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 76-77 (22.9.1904)
- Date
- 1904-09-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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48. Achrg«,,. M7Q & 77. Ein Genlrak-Hrgan für das orthodoxe Zudenthum.' Begründet von Vr. Dehnrsnn in Donner ag. . ,„ 13. Tifchri 5665. ®<w 2 2. September 1904. Unsere nächste Nummer, wiederum eine Doppelnummer, erscheint des heil. Sukkoth-Festes wegen Dienstag, den 4. Oetober. Da mit dem 1. Oktober 1804 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die ge» ,_„ _ ehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post daL Abonnement, frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1864 eingetragen unter Nr. 3932. Neu eintretende Abonnenten (Postabonnenten gegen Vorlage der. Postquittung) erhalten daS Blatt bis Ende diese- Monatgratis. Sukkaus — ohne Suffo! Von A. Mauuheimer—Dettelbach. Hast Dn, lieber Leser, schon einmal von einem Flusse ohne Wasser gehört, von einem Konzert ohne Musik, von einer Sonne ohne Licht, von einem Wald ohne Bäume? Du lachst wohl über solch' th'örichtes Fragen, das einen Widerspruch in sich selbst enthält, nicht wahr? Nun, genau dieselbe contradictio in adjecto ist rin Suklausfest ohne Sukko. llnd doch, wie allzuhäufig begegnen wir diesem inneren Widerspruch heutzutage! In der Großstadt wie auf dem flachen Lande feiert man unser schönes Sutkausfest — nicht in de- Sukko, sondern im festgefügten Wohnhause. Der Mißstand hat solche Dimensionen -angenommen, daß den meisten nichts mehr darüber einfällt, vzc ntrw ^rnn, die Gewohnheit wird zur zweiten Natur. Wir reden nicht von jenen, die dem. jüdischen Pflichtenlcben überhaupt den Rücken kehren, nicht von denen, die nur der Abstammung. dem Namen nach sich zu uns zählen. Wem Sabbat und Speisegesehe nicht heiligwichtig sind, wie sollte dem das Laubhüttenfest imponiren? Ihnen genügt's, als Herbstjuden am Roschhaschono und Jomkippur zu erscheinen, um — wie Dr. Sachs s. A. treffend sagte — ihre Visitenkarte bei dem lieben Gott abzugeben. Wohl aber denken wir an .die besseren Kreise unseres-Volkes, die. - den Anforderungen des göttlichen Gesetzes im allgemeinen noch Nachkommen, an jene, die als praktisch-religiöse Juden noch auf die Mizwa der Thora halten. Hier ist es in der That wunderlich, wie man so vielfach ein ausdrückliches Gebot unserer heiligen Gotteslehre umgehen kann, ohne irgend welche Gewissensbisse zu empfinden. WZ& 12VN M2122 In Hutten sollt ihr wohnen sieben Tage, lesen wir im dritten Buche Moses, wir vernehmen es beim mi ntoip während des Laubhüttenfestes.: es ist nichts zu drehen und zu deuteln an dem Worte, es bildet in klarer Fassung ein nn'nmi nw mo, ein GottesgeLot in der . Thora, nicht etwa eine rabbinische Anordnung. So tvenkg wir uns einen Sederabend ohne Mazzos denken rönnen, ebensowenig vermögen wir uns ein Sukkotfest vorzustellen ohne Laubhütte. Sprechen wir nicht beim Eintritte in sie die Segenssormcl: wip rro'K ''im .12102 zv'b wir was», Gelobt seist Du. Ewiger, unser Gott, der uns geheiligt durch Seine Gebote und ■ der uns befohlen hat, in der Sukka zu wohnen? Woher kommt es nun, daß Mizwa Sukka so verkümmert? - Im Allgemeinen und am treffendsten wird . die Antwort lauten müssen: die krasse Ignoranz auf - religiösem Gebiete verbunden mit dem Jndifferentis-. - mus unserer Zeit tragen die Schuld daran. Doch .- kommt es nicht selten der, daß man sein Verhalten zu entschuldigen sucht, wenn auch mit noch so fadenscheinigen Gründen,- die vor dem Nichterstuhle der,- Wahrheit, und-, Gerechtigkeit-nlcht bestehen können. Die