Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 93 (24.11.1904)
- Date
- 1904-11-24
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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elit <BP MP, Ccntral-Organ für das orthodoxe Judeuthum. Matter für die Israel. Schule. 24. R.V. 1904.] WUMMScho BnlM LA W. Zs. l«r l»- Die VerbsvtlZ-pevsroys-Rafse. Line geschichtliche Skizze von M. Devitz—Königsberg i. j)r. Der bevorstehende Verbandstag wird auch über die Frage unserer Verbands-Pensions-Kasse wieder zu berathen haben. Die Delegierten-Versammlung zu Hamburg hat bezüglich der Kasse einen Beschluß gefaßt, der seitens des Kassen-Kuratoriums ausgeführt worden ist. Das kann in der Delegierten-Versammlung nicht ohne nähere Erörterung bleiben. Die Bestrebungen für eine zweckmäßige Umgestaltung unserer Verbands-Pensions-Kasse währen schon sehr lange. Sie bilden eine Geschichte für sich, die mancher kaum noch übersehen dürfte. Für das rechte Versiändniß der in der Kassensache zeitig vorliegenden Frage und für die rechte Würdigung der durch den letzten Beschluß des Kuratoriums geschaffenen Lage ist es aber von wesentlicher Bedeutung, auch den Gang der Sache klar vor Augen zu haben und die Hauptentwicklung des sogenannten Kassenstreites bis heute in ihren Hauptphasen genau verfolgen zu können. Dazu sollen die folgenden Ausführungen helfen. Die Berbands- Pensionskasse wurde auf dem Verbandstage zu Berlin im Jahre 18)8 beschlossen. Der von dem damaligen Verbands-Voritande vorgelegte Statutenentwurs für die Kasse wurde von der Delegierten-Versammlung Enbloc angenommen, dazu aber bestimmt, „daß das zur Leitung der Kasse berufene Kuratorium die Verpflichtung haben sollte, alle noch während des Jahres 1899 eingehenden Abänderungsankräge zum Statut eingehend zu prüfen und erforderlichenfalls eine Aenderung der Satzungen der Centralkasse in die Wege zu leiten/ Mit diesem Amendement-Beschluß war gemeint und wurde auch von Niemandem anders verstanden, als daß diese Anträge, sofern sie nach sachlicher Prüfung im Interesse der Kasse eine Berücksichtigung verdienen, noch vor der Eröffnung derselben in das Kassenstatut ausgenommen werden sollten und dafür seitens des Kuratoriums die Genehmigung der Aufsichtsbehörde rechtzeitig nachgesucht würde. Diesem von der Delegierten-Versammlung gefaßten Beschluß waren außerdem gewichtige Erklär-- ungen seitens des damaligen -ersten Vorsitzenden des Verbands-Vorstandes, des Herrn Direktor Adlkr, voraufgegangen, die für die ganze Stellungnahme der Delegierten-Versammlung zur Frage der vorgeschlagenen Kassengrllndung von maßgebender Bedeutung w]irden. Herr Direktor Adler erklärte zunächst, daß die von den Lachmann'schen Erben zum Zwecke der Lehrversorgung gestifteten Gelder nur für eine Kaffe in der vorliegenden Form zu haben seien;*) — daß es sich bei der Verbandskasse im wesentlichen nur um Versorgung solcher Lehrer handle, die bei den bestehenden Hilfslassen keine Aufnahme finden könnten und Bezirken angehörten, die keine eigene Kaffe besäßen; — daß die neue Verbands-Pensionskasse ihre nothwendigen Wohlthätigkeitsmittel nur in den großen Centren jüdischer Woblthätigkeit, wie Berlin, Hamburg, Frankfurt a. M. und dergl. suchen und jede Schädigung der bestehenden Hilfskassen dabei ausschließen würde. Schon auf der Delegierten-Versammlung zu Ber- *) Was narb einer späteren authentischen Erklärung de» Herrn Direktor Adler foju verstehen ist, daß nach den getroffenen Bereinb -rungen mit den Donatoren des Grundfonds die Kaffen» gründung »»nächst in dieser Form versucht werden müffr: spater al» notwendig befundene Aenderungen des Kassenplanes aber darum nicht behindert sind.