Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 72-73 (8.9.1904)
- Date
- 1904-09-08
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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Ceutral-Organ für das orthodoxe Judenthum. die israet. Schule. ». Sept. 1904.1 LW1 l»r. U. Mlv uns & 42 * & *£> oaver senken. Unter vorstehender Ueberschrift brachten die „Blätter für Erziehung und Unterricht", das Organ des \ „Verbandes", in ihrer Nr. 33 vom 17. August 1904! die Ausführungen und Gedanken „eines jungen j Lehrers" zu der schwebenden Streitfrage bez. der Lehrerfortbildung und der Stellung zum Verbände überhaupt. Ueber diese Angelegenheit ist nun bereits soviel gesprochen und geschrieben worden, daß man eigentlich annehmen dürfte, es hätten sich die Meinungen genugsam geklärt; abgesehen davon, daß von vornherein die überzeugt Positiven sich ihrer Stellungnahme ebenso bewußt waren, als die Herren von der Gegenseite jeder gegentheiligen Belehrung oder Bekehrung abwehrten, dürfte auch der noch unsicher schwankende Theil der Lehrerschaft sich nunmehr auf die eine oder andere Seite geschlagen haben. Es hieße also Eulen nach Athen tragen, über die Sache noch ein Langes und Breites zu referiren, wenn auch unser Standpunkt immerhin nochmals entschieden ausgesprochen werden möge: „Der Zusammenschluß aller jüdischen Lehrer wäre eine rettende That, wenn dadurch die positive Strenggläubigkeit oberstes und leitendes .Prinzip wurde, unter den derzeitigen Verhältnissen aber ist er eine direkte Gefahr." Nun greifen aber die Ausführungen unseres jungen Kollegen im Verbandsorgane an ganz anderer Stelle ein, beurtheilt er die Sache von einem ganz neuen Gesichtspunkte, nicht das Pro und Contra der Streifrage an sich ist in seinen Gedanken das Wesentliche, sondern er suhlt sich als „junger Lehrer" angegriffen, vielleicht gar beleidigt und macht seinem gepreßten Herzen nach dieser Seite hin Lust. Es ist wohl recht anerkenneuswerth, daß unser junger Nachwuchs etwas auf sich und seine Standesehre hält, es ist sehr erfreulich, daß auch er sich mit einem freien, offenen Worte herauswagt, aber dann muß er auch gewärtig lein, in dieser oder jener Sache rektifizirt oder korrigirt zu werden und diesem Zwecke sollen die nachstehenden. kurzen Ausführungen dienen. Ich hoffe und wünsche, daß der betr. junge Kollege und vielleicht noch manche unserer jungen Kollegen meine Worte als datz ansihen und würdigen möchten, was sie sein sollen und wollen: kollegiale und bestgemeinte Rathschläge eines älteren und erfahreneren freundes, dem es mit der Hebung des jüdischen Lehrerst^ndes nach der ideellen, materiellen und sozialen Seit? heiliger Ernst ist, weil er darin ein gut Theil der Zukunft Judas erblicken zu müssen glaubt. Schauen wir uns also das Elaborat in Nr. 33 der '„Blätter für Erziehung und Unterricht" etwas näher und genauer an, nachdem wir vorher nochmals die wichtigsten Veröffentlichungen in dieser Angelegenheit. das Exposee, dessen Entgegnungen, die Ausführungen des Herrn Dr. Cahn und die Erwiderungen des Herrn Steinhardt, zum Theil auch die Arbeiten des Herrn Gut, einer Durchsicht unterzogen haben. Schon die Einleitung des jungen Herrn Kollegen beruht auf irrigen Annahmen oder führt zu irrigen Annahmen. Nicht „hie Dr. Cahn, hie der Vorstand des Lrhrerverbandes" ist des Streites Devise, hier handelt es sich nicht um Personen, sondern um Ideen und Prinzipien; und wären die Träger dieser Ideen auch ganz andere Persönlichkeiten, ob persönlich Freund oder Feind, ob dem Stande zugehörig oder nicht, ja selbst ob