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Der Israelit · 1904-09-08 · Heft 72-73 (8.9.1904) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 72-73 (8.9.1904)
Date
1904-09-08
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1530 Redner schlagfertig auf das richtige Maaß zurückzufichren. Auf Wunsch*es Herrn Rabbiner Dr. Cohn wiederholte Herr Dr. Rosenbaum seinen Vortrag, den er aus dem Kongreß in französischer Sprache gehalten hatte, auf deutsch im hiesigen Schaare Thora-Verein. Der große Saal des Bethamidrasch, der über IW Personen faßt, war am Sonntag, dem 1. Selichothtage, von denen gefüllt, welche das interessante Thema und die Hoffnung, Näberes Aber die Einrichtung unseres Heiligthums von einem zu hören, herbcigelockt hatte. Diese Hoffnung wurde ganz und voll erfüllt. Der Redner hatte auch den Angaben der Mrschna und der Kommentare, besonders des Schilte Lagiborim einen Grundriß des heiligen Tempels gezeichnet. den er in It^.-stündigem Vortrage eingehend erläuterte, indem er alle Zuhörer zu fesseln verstand. Lebhafter Beifall belohnte den Redner für seine hochinieressanten Ausführungen. ErN srrrrrg. In der „Hazefirah" vom 26. August d. I. wird erzählt, daß ich eine Zeitschrift „Antizionist" gegründet habe. Ohne näher untersuchen zu tvollen. ob und welchen lichtscheuen Zwecken diese Miltheilung dient, erkläre ich sie hiermit als muthwWg und gewissenlos erfunden. Ich stehe der angeblichen Zeitungsgründung völlig fern. Wien, den l. September 1904. Dr. N a t h a n Birnbaum. vermischtes. Berlin. Auf Grund einer chemischen Arbeit hat eine Dame aus Russisch-Polen, Fr!. Amalie Hertz, an der Berliner Universität soeben den philosophischen Doktorgrad erworben. Sie ist als Tochter eines jüdischen Arztes 1878 in Warschau geboren und hat dort 1896 die Prüfung ans dem vollen Kursus der Mädchengymnasien bestanden. Zwei Jahre spater ließ sie sich in Berrr immatrikulieren, dann kam sie 1999 nach Berlin. Hier widmete sie sich dem Studium der Mathematik und der Naturwissenschaften; 1901 erwarb sie noch das Nersezeugniß am Friedrich Realgymnasium. Ihre Dissertation handelt über die Wanderung der Jonen de- Kalium- und des Ammouiumchlorids unter dem Einfluß verschiedener Temperaturen. Fräulein Dr. Hertz erhielt das Prädikat cum lande. Sie ist die erste Russin, die hrcr den Doktorgrad erlangt hat. In der Reihe aller hier promovierten Damen ist sie dte zwölfte. Man sicht also, daß nicht bloß .Mandelstamms und Silberfarbs* aus dem Osten hier studieren. Im Gegmtheil. man kann statistisch Nachweisen, daß die überwiegende Mehrzahl der hier studierenden Russen uno Polen trotz der großen Schwierigkeiten die ihnen hier so ziemlich von allen Seiten bereitet werden, zu den fleißigsten und begabtesten Hörern der Universität wie der technischen Hochschule gehören. Oeutheu. In der hiesigen Synagogengemeinde hat sich vergrößerten Ausgaben gegenüber eine höhere Heranziehung von Einnahmen nvthwendig gemacht. Durch Vorst andsbeschluß wurden deshalb die Playgebühren in der großen Synagoge um 10 v. H. in der kleinen Synagoge um die Hälfte erhöht. — Um die ausgeschriebene Stelle des zweiten Kantors bewarben sich nahezu 4V Herren: mehrere von diesen wurden in die engere Wahl gezogen. Heilbronn. 2. Septbr. Gemeinderath Rechtsanwalt Schloß hat zur Erinnerung an seine jüngst verstorbene Gemahlin der Stadt ein Legat von 20,000 M. vermacht, das den Namen .Mathilde Schloßstiftungträgt und dessen Erträgniß armen Volks- und Mittelschülern ohne Unterschied der Konfession zugute kommen soll. Kattowitz, i. Sept. Eine Fenersbnmst wüthete in Wolbrom (Russisch-Polen). 160 Gebäude sind zerstört, darunter die Synagoge. 600 Familien sind obdachlos. Zwei Kinder sind verbrannt. Wanfried, 4. Sept. In einer gut besuchten Bersammuug wurde heute die Gründung eines .Israelit. Lilteralur- Vtieins" beschlossen. Herr Lehrer Wallach hielt eine eindrucksvolle Ansprache, in der er in kurzen Zügen die Ziele des neuen Vereins auseinanderfetzte. Zu Borstaads.- mitgliedern wurden hierauf per Akklamation die Herren Wallach und Hermann Ehrlich ernannt. Das allseitige lebhafte Interesse, das nran von Seiten unserer hiesigen Glaubensgenossen der Sache entgegenbringt, läßt erwarten, daß der neue Verein das wird, was Herr Lebrer Wallach in seiner Ansprache ausführte: eine Bildungs- und Unterhaltungsstätte für die Mitglieder der jüd. Gemeinde Wanfried. Wien, 28. August. Ein hiesiger Magistratsbeamter, der mit seiner Frau in Scheidung liegt, erklärte in der Scheidungs-Verhandlung vor dem Richter, ein Stadtrath habe ihm gesagt, er werde bei dem Avancement übergangen werden, weil seine Frau Jüdin sei! — Die Ehe wurde aus dem Verschulden des Gatten geschieden. Prestburg In der Gemeinde Karlburg fand am 12. Ellul die fcicrUche JnstaUrung de- Herrn Rabbiner Jsak Weiß in sein Amt statt. Derselbe hielt schon seit 10 Jahren in einem hiesigen Verein Thoravorträge, wodurch sein Name allgemein bekannt wurde._- Karl Emil FranzoS. Das hinterlassene große Werk -Der Pojaz" des allzufrüh Heimgegangenen Dichters veröffentlicht das -Berliner Tage- Mutt“ im!Homau*3ouilIotoii des nächsten Quartals. Dieser hervorragende Roman wird in allen Gesellschastschichten begeisterte Aufnahme senden. Großer Beifall finden auck die im »Berliner Tageblatt" veröffentlichten Orgmal-Feuilletons aus allen Gebiete» der Wissenschaft und schönen Künste. — Das -Berliner Tageblatt" iit eure denenigen Zeitungen, die in dem wohlverdienten Rufe schnellster und zuverlässigster Berichterstattung stehen. Reden den außergewöbutichen Korrespondenten auf dem Kriegsschauplätze in Ostasiea ist das -Bertiner Tageblatt" durch seine eigenen, an allen Weltplähen. wie Baris. London. Petersburg. Wien. Rom. Konstnntinopel. Rew-?)ork. sowie a,i allen größeren Berkehrszentren angestellten Spezial-Korrespondenten vertrete,,, dle diesem Blatte allein z»»r Verfügung stehen. — Die Parlamentsdenchte toerden im .Berliner Tageblatt" anerkannterniaßc» sehr aussührlich behandelt und erscheinen meiner besonderen, sogenannten Parlamentsausgabe, die. noch mit den Rachtzüge» versandt, am Morgen des nächnfolgcnden Tages de» Abonnenten des »Berliner Tageblatts" zugeht. — Die sorgfältig rcd.gierte. vollständige Handels-Zeitung deS .Berliner Tageblatts" erfreut sich wegen ihrer »»beeinflußten Haltung in kaufmännischen und indiistnellen Kreisen emes vorzüglichen Ruses und wird wegen ihrer Unabhängigkeit als znoerlästiger Wegweiser auch von Privat-Kapitalisten geschätzt, Ader besonders geschützt we> den am „Berliiicr Tageblatt" die lech» werthvollen Zeitschristeil. welche kostenfrei fcder Abonnent erhält, und zwar an jedem Montag.- »Zeitgeist", wissenschaftliche und feuille- » tomstische Zeitschrift, fedem Mittwoch: »Technische Rundschau" illnstrirte polytechnische Fachzeitschrift, jedem Donnerstag und Somitag: »Der Wcltspiegel". illnstrirte Hatbwochen-Chronik, an jedem Freitag: .Ulk" farbig itlustrirteS. satyrisch - politisches Witz» blutt. jeden Samstag: »Haus Hof Garten", illnstrirte Wochenschrift sür Garten- und Hauswirtdschast. DaS »Berliner Tageblatt. welches gegenwärtig circa M 000 Abonnenten besitzt, erscheint täglich Änal.. auch Montag« in einer Morgen- und Abendausgabe, im ganzen l3mal wöchentlich. Abonnementspreis für alle? Blatter zusammen bei allen Postanstalten deS Deutschen Reiches 5 SR. 7S Pf. sür das Vierteljahr oder 1 M. 92 Pf. für de» Monat-

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