Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 72-73 (8.9.1904)
- Date
- 1904-09-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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45. Achr-ary. HenLrakgan J2 7Ä&73. für ba$ orthodoxe Audenthurn. Begründet von Dr. Uehnrrrnn in Dttttnz 2 8. Ed«l 5004. Ds««erstag, de« 8 September 1904. Of-?* Unsere «achfte Nummer, wiederum eine Doppelnummer, erscheint des heil. L->—.^i-Festes wegen Mittwoch, de« 14. September. —ty Sdjofartönc. fe— Betrachtung zu nxm mi. von Dr. HerMLN« Klei«, Mainz. •p^rr» "pß -nxs n npnn ttp dph npx „Heil dem Volke, das die Theruoh kennt, Gott im Lichte Deines Angesichts wandelt cs." „Verstehen denn die anderen Völker dies nicht?" fragen -unsere Weisen ovrt ne\x x^x npnra cxto nx jnneS prw „allein Heil dem Volke, das seinen Schöpfer durch rwnn zu besänftigen versteht „Auf die Fittige der Zeit, die uns durchs Leben tragen, hat Gott die ewigen Worte seiner beseligenden Lehre gegraben, und Tage, Wochen, Monate und Jahre zu Herolden seiner Wahrheiten gemacht." c*3’ irr. Die Tage reden, und wer sich liebevoll hinneigt, um ihre Stimme zu vernehmen, der hört ihre Sprache, versteht den Sinn ihrer eindringlich mahnenden und aneifernden Rede. Es gibt der Gedenkstunden viele im Leben, auch im Leben eines abgelaufenen Jahres, nur verwischt sich ihr Inhalt im Einerlei der Gewohnheit oder in der Hast des Wechsels nur allzuoft. Sowohl ein Volk als auch ein Einzelner hat seine Merkstunden und in diesen Stunden wendet sich das Herz des Menschen seinem Gotte z» und es versenkt sich in sein Innerstes, um zu prüfen, ob es rein geblieben, ob es ganz geblieben mit seinem Hotte, oder ob es gelitten im Kampfe, ob es sich von seinem Gotte gewendet, und es den Weg zur Rückkehr zu suchen hat. Zu Gott zuruckkehren, das ist die große Frage, die, wenn jemals, am m an uns herantritt. Weckt doch der nrpr -Ruf die Erinnerung an die durchlebten Stunden und Tage, er mahnt zur Einkehr, zaubert alle Thaten des verflossenen Jahres vor die Seele, sie pochen an die Pforten des Herzens und n» tiim nnser es seufzt das Herz, denn nicht Alles, was wir gethan, entsprach den Anforderungen, die Gott an uns stellt. Hier erinnern wir uns mit Seufzen daran, daß wir doch zu sehr am Irdischen gehangen und wir uns keine.Zeit ließen, unser Erwerbsleben durch rrtwn TO'b zu heben und zu adeln, wir haben nicht rrvrft aw yz'p gewesen — und wie dieses Wort so recht den Kern der Sache trifft, wenn wir ni'.n lernen, so sind wir v'w — wir schlagen gleichsam damit die Zeit fest, wir verleihen ihr Dauer und füllen sie mit Inhalt — aber unsere Zeit ist spurlos an uns vorübergegangen, wir sind nicht besser, nicht klüger geworden. Wir erinnern uns, daß wir unsere v'anvLv» nicht mit der richtigen mcv gefeiert, wir empfanden sie nicht als das, was sie uns sein sollen, als herrliche Gottesgeschenke, als Tage der Weihe und Erhebung, sie waren uns nicht Tage inniger Vereinigung mit unserem Gotte, keine erp »mpo, die uns aus allem Erdendienst hinaus in den Kreis des Strebens nach Heiligung unseres Daseins rufen, wir empfanden sie gar häufig als lästige Störungen unseres Berufslebens und so haben sie nicht ihre Wirkung auf uns ausüben können. Wir denken daran, daß wir npis jtxo nicht in der richtigen Weise geübt. Wie oft haben wir unser Herz und unsere Hand verschlossen und wenn wir sie gar geöffnet, so geschah es oft in einer Weise, daß die Wohlthat in ihr Gegentheil umgcschlagen ist. Wie haben wir doch die Armen und Gedruckten. die mit blutendem Herzen zum Bruder kamen, durch lieblose Worte gekränkt, die werkthätige Menschenliebe, die. Gott von uns fordert, wie hat sie vielfach dir Gestalt eines unjüdischen Almosengebens angenommen und na nur wir haben heute nur Seufzer.