Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 68 (25.8.1904)
- Date
- 1904-08-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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45. Jahrgang. M 68. u ZsmM Ein GenLrak-Hrgan für das orthodoxe IudentHum. Begründet von Dr. Uehnrann in Wt»tnz Donnerstag, den - zur Eine MÄvkr adonnirt man bei allen Postanstalten für den Äonat September auf den „Israelit". Tiefer Preis tritt ad« nur ein wet Abonnements, welche rechtzeitig am Post-ZcilungSfchatter des Wohnsitzes des Bestellers oder bei dem betreffenden LandbrieftrLger aufgegeben werden. Die Briefträger sind berechtigt, den AbonnementS-Betrag in den ersten 2.'» Tagen de- Monats gegen Quittung in Empfang zu nehmen. Ausland entsprechend höher. Auf Wunsch Ermäsjigung auf den Abonnementspr-rs. Die Lrpeüiliün Les «Israelit." Bon A. Mannheimer, Det 1 e lbach. Die Einrichtungen und Anordnungen unserer Altvorderen erscheinen dem modernen Zeitalter oft kleinlich, harmlos, wenn nicht gar widersinnig. Was nicht einen Zug in's Große nimmt oder genommen, das rangirt die Gegenwart mit Vorliebe in die letzte Reihe ihrer Vorstellungsmassen; man betrachtet als bedeutungslos, was ein kurzsichtiges Auge in seiner wahren Größe oft nicht zu ergründen, zu erspähen vermag. Und doch sollten gerade moderne Geister nicht lächeln und spötteln über scheinbar kleine Dinge! Hat man doch gerade in unseren Tagen einen gewaltigen Respekt bekommen vor den kleinen und kleinsten Lebewesen, vor Mikrokosmen und Bazillen! Wer vor nicht gar zu langer Zeit behauptet hätte, daß solcherlei Gebilde vorhanden sind und mehr Schaden anrichten kön- 14. (Siul 5664. 2 5. August 1904. itctt und auch tatsächlich mehr anrichten als zahlreiche Bataillonen und gezogene Kanonen, den hätte man vielleicht gerade reif gehalten für eine Jnternirungsanstalt. Die Weltanschauung ist eben in stetigem Wandel begriffen und sicher in fünf Dezenien wieder eine andere, als heutzutage. Umsomehr sollten wir vorsichtig sein den Einrichtungen unserer Alien gegenüber und nicht geringschätzig herabblicken auf Anordnungen, deren Größe gerade in ihrer Einfachheit liegt, und deren ehrwürdiges Alter sie längst gel)eiligt und gelveiht. Eine solche Verordnung der Weisen s. Ä. ist pt, die Pflicht, beim Anhören eines Segensspruches bezw. am Schluffe desselben ein zustimmendes .Amen" zu sprechen. Die Logik dieser Anordnung ist ja unschwer zu ergründen. Es ist klar: wir sollen nicht regungs- und teilnahmslos bleiben, wenn unser Glaubensbruder sein Lob dem Allmächtigen und Allgütigen ausspricht. Wenn schon die Ehrfurcht vor dem Rainen Gottes es erfordert, bei .Erwähnung des cv durch einen anderen sich ihnr anzuschließen mit den Worten s*.n "p-c, „gelobt sei Er und gelobt sein Name", so ist die Bestätigung des Vollinhalls einer 77--2 mit den bekräftigenden pt am Schlüsse derselben umsomehr Pflicht. Diese freudige Zustimmung. die laute Bekundung der gleichen Ansicht und Absicht bei Rezitation eines Segensspruches erschien den c'osn, die nicht umsonst diesen Ehrennarnen tragen, bedeutungsvoll genug, um daran die iiessirn Betrachtungen und sinnige Gedanken zu knüpfen, von denen wir hier einige anführen möchten. Zunächst bekundet dieser ,'cx auf's deutlichste unser Solidaritätsgefühl. das Bewußtsein, daß wir als Juden, als gleiche Verehrer des gemeinsamen Gottes zusammengehören, in der frommen Bekundung des gläubigen Sinnes Herz und Gemüth, Zunge und Lippe zu einen haben. Mnn schon durch zwei Personen diese Lehre veranschaulicht werden kann, welch' erhabenes