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Der Israelit · 1904-08-22 · Heft 67 (22.8.1904) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 67 (22.8.1904)
Date
1904-08-22
Page
– (sequence 20)
Language
German
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1434 Hand zur entschlossenen That bereit haben. Mögen sie antreten! Tie verehrl. Redaktion ds. Bl. gestattet gewiß noch Anderen das Wort in dieser Sache, Rabbinern wie Lehrern.*) Ter Gegenstand ist wichtig genug. Und wenn. s. G. w.. unsere Absicht sich realisirt, wenn unter der Fahne der Thora sich deren vornehmste Vertreter sriedlich ° die Hand reichen "zvb rcSfo *r wenn in unserem deutschen Vaterlande wieder der jüdische Lebensquell sprudelt, reiner, klarer und erfrischender als zuvor, dann bedauern wir keineswegs die unsanfte Art. mit der man uns aus dem Schlummer geweckt. An unseren Thatcn soll man uns erkennen. Das walte Gott! roc Wir sind zu Ende. Nicht ohne ein Geftihl der Wehmuth und des Schmerzes legen wir die Feder aus der Hand. Wir mutzten, der Vielseitigkeit des Gegenstandes halber, ausführlicher fein, als mancher vermuthet; erschöpfend konnten wir immerhin nicht sein. Das Gefühl aber will uns nicht verlassen, welches in die Worte sich fassen läßt: Es könnte anders sein! Manches harte Wort nach rechts und links mutzten wir aussprechen, es hatte stets denselben Ausgangspunkt, das gleiche Zick: ybv x^x jo* r>'2 xV: ’trr? xt> t,x-»'2 np*£nc (Talmud Megillah 3 a.) Zeitungsnachrichten und Corresponvenzen. Deutschland. Strasrburg i. <?. Tie hiesige jüdische Gemeinde hat eine ihrer bekanntesten Persönlichkeiten durch den Tod verloren. Am 15. Ab starb Frau Naphtalie I. Weil. geb. Amalie Weil, die ihr ganzes Leben ausschließlich den Werken der Frömmigkeit und Menschenliebe gewidmet hatte. Sie folgte hierin den großen Traditionen, durch die sich ihre Familie von jeher ausgezeichnet hatte. Erzogen bei ihrer Großmutter, der noch heute durch ihre Frömmigkeit im besten Andenken stehenden Frau Joseph Weil, gewann sie die aottessürchtige Gesinnung, die sie zeitlebens beseelt hat. In ihrem sel. Vater. Herrn Leovold Weil, hatte sie ein Vorbild für die Ausübung wahrer Gemilus Chesed. War doch dieser einer der Mitbegründer des israel. Krankenhauses gewesen, das einzig zu dem Zwecke in's Leben gerufen wurde, daß darin arme Israeliten verpflegt würden und als Jehudim sollten leben können. Diesen edlen Vorbildern hat nun die Verblichene in einer Weise nachgeahmt, daß sie im ganzen Elsaß und darüber hinaus bekannt war. Sie war im Jahre 1860 eine der Mitbegründerinnen des isr. Mädchenwaisenhauses und war seit 15 Jahren Präsidentin des Damenvorstandes dieser Anstalt. Ebenso war sie seit •) Lebe arrne. Red. 13S6 — seit dem Tode der Frau Oberrabb». Aron — Präsidentin des Wöchnerinnenvereins (maternit).. Mit größter Gewissenhaftigkeit verwaltete sie diese Ehrenämter. Aber mit besonderer, unermüdlicher Liebe widmete sie sich dem in ihrem Hause stattfindenden Privatminjan. Dieser war in den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts von dem Großvater der Verblichenen gegründet worden und zwar aus dem Grunde, damit der Hausherr und seine jüd. Angestellten. Ne manchmal durch das Geschäft verhindert waren, an den Wochentagen in die Synagoge zu gehen, im Hause selbst mit Minjan ihr Gebet verrichten konnten. Daß dieses Minjan weiter bestehe, das war der Dahinaeschiedenen in ihrer Todesstunde unauslöschliche Herzenssache gewesen. Trotz körperlicher Beschwerden war sie stets die erste beim Gottesdienste, und durch ihre Begeisterung wirkt sie auch auf die Jüngeren. Im altjüdischen Leben Straßburgs hat die Verblichene eine große Lücke zurückgelaffen' kein Wunder, daß sich ihre Beerdigung zu einer großartigen Kundgebung für die Werthschätzung gestaltete, deren sich die Verstorbene bei ihren Mitbürgern, ohne Unterschied des Glaubens, erfreute. Im Trauerhause sprach Oberrabbiner Uri. dann Präsident Dr. L e v y im Namen des Eonsisioriums und des Verwaltungsraths des Waisenhauses, ferner Rabbiner Buttenwieser. Am Grabe sprach Rabbiner Glaser. Während der 7!jor hielt Rabbiner Schüler aus Hegenheim im Trauerhause ein “«Dn. — Das Andenken der Verblichenen wird zum Segen gereichen. Oesterreich. Wien. (Der Friedhof in der Hofküche.) In der kaiserlichen Hofburg dahier werden gegenwärtig in mehreren Theilen, darunter auch in der Hosküche, bauliche Aenderungen vorgenommen. Bei den Temolirungsarbeiten in der Hofküche wurde eine große Zahl Grabsteine eines jüdischen Friedhofes im Mauerwerke gefunden. Es sind im Ganzen 21 Stück zumeist größere und kleinere Bruchstücke. Die Inschriften sind entweder durch Mörtel vorläufig noch unleserlich. oder sie sind abgebrochen, so daß man die Jahreszahlen nur sehr schwer enträthseln kann. Die Inschriften sind durchwegs hebräisch und die Steine scheinen, der Schrift nach zu schließen, die eingegraben ist. sehr alt zu sein. Bei einigen der Grabsteine kann man aber deutlich wahrnehmen, daß sie fiir Frauen bestimmt waren. So beispielsweise liest man auf einem den Namen Zipora Esches Rabbi David (Zipora Frau des Rabbi David), auf einem zweiten »Esther Bas . . .** (Esther Tochter des) u. s. w. Die Grabsteine wurden vorläufig im Hofraume des Hofbibliotheksgebäudes aufbewahrt. Serantworttiche Redaktton Oscar Leb mann in Main» — Lrvedition de« J3«raeüf. Schottftraße Nr. L Main«. Druck und Verlag der Lob. Wtrtb'sibea HofbuLLruckerei Bctien-LIesellscbaft tu Mab«.

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