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Der Israelit · 1904-08-22 · Heft 67 (22.8.1904) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 67 (22.8.1904)
Date
1904-08-22
Page
– (sequence 9)
Language
German
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45. Jahrgang. Erste Aeikage zu Jfs 87 des „Israelit". Litterarisches. ,.*c -* *-*••*■■ W «- J.iJj n",i" u •;:'vb rcms r.vprr. ' er rr-:.v rrs ~”r — nm —rx— .—“rH— 'tr'TT'w e—t» ej*s z~'bx '”trr .st ixrc^xacc prpr - *,y;:*7~sB. V;**b w .- Tr 77 trpsc „Alle Ströme flief.cn in das Meer und das Meer wird nicht voll:" feit Jahrtausenden sucht der Forscher geilt das heilige Wort unseres Gottes zu ergründen, und den „Nachfolgenden" bleibt noch immer Nauru und Gelegenheit, zu forschen, zu ergründen und zu klaren: wenn dieses nun in einer das Verständnis; fördernden Weise geschieht, so ist das ein höchst wichtiges Ereignis; auf dem Gebiete des jüdischen Geisteslebens. Mit lebhafter Freude darf daher das Werk des gelehrten Obcrrabbiners von N. Tapolcsimy lUngarn) bcgrüstt ir-erden. Herr Oberrabbiner Schlesinger hat es unternommen. das heilige Schristwort zu erklären: sein gradcr. allem Gelünstelten abholder Geist, seine gründliche Kenntnis; des hebräischen Schristthums. sein tiefes Eindringen in den Geist und Charakter der hebräischen Sprache, seine überaus reiche Lebenserfahrung befähigen ihn dazu, wie wenig Andere. Und wir gestehen, daf. Alles, was uns in dem ziemlich umfangreichen. prächtig ausgesiatteten Werke geboten wind, die Erscheinungen der letzten Jahre weit, weit überragt. In dem ganzen Werke kein einziger trivialer Gedanke, keine einzige triviale Wendung. In edler, klarer und erhabener Sprache, wie sie wenigen unserer Zeitgenossen eigen ist, erschlicht Verfasser die Siefen des Gottcswortes und vermittelt die Auffassung von vielen Aussprüchen unserer Weifen in ihrer ganzen Erhabenheit. Er erhellt mit echt wissenschaftlichem Forschergeiste so viele Dunkelheiten, löst so viele Schwierigleiten, dass wir das Erscheinen dieses Werkes als ein l i t t e r a - risches Ereignist allerer st en Ranges bezeichnen dürfen. Es möge uns gestattet sein, nur einzelne wenige Proben ans der reichen ftiiße heraus zugreisen, um die Art und Weise seiner Erklärungen zu veranschaulichen. In Abschnitt 69. zu x erklärt Verfasser einen Vers unserer Thora, der sonst säst unverständlich ist. Es heistt nämlich: ~t *p2 7-r? "ictr mre cn nx Vn tx nrc ts erat -.*c errx bm sb*« L-Lv t Wenn wir uns den Vers ansehen, so erscheint uns das zweite iw ganz überflüssig. „Allein, wenn wir uns folgenden Gedankcngang vergegenwär- . tigen. so erhält der Vers eine eigenartige Bedeutung. *) 3u brzichen bei: Cbmubbincr Scklesi» ger—91. Tapolcs»ny (Ungarn). i Gott hat unserem Stammvater Abraham gesagt, dast! seine Kinder einst vierhundert Jahre in einem fremden! Lande Sklaven sein werden, wo man sse knechten und unterdrücken wird. In Egvpten war aber das Volk blos zweihundertundzehn Jahre. Ter Grund hiefür liegt in der unerhört harten Behandlung seitens der Egypter. In der verhältnistmästig kurzen Zeit arbeitete das Volk so viel, wie es unter normalen Umständen in vierhundert Jahren gearbeitet haben würde. Die Grausamkeit des cgvptischen Königs war also mit die Ursache, dast das jüdische Voll früher, als ursprünglich geplant war. i. '? Freiheit ziehen durste. Nun ist auch der Vers ganz klar. Das zweite Tx bezieht sich auf den unmittelbar vorher genannten Pharao, der durch seine Härte und Grausamkeit mit dazu beitrug, dast das Volk aus der Gewalt der Egypter früher befreit wurde." Jetzt noch eine Stelle aus den Erklärungen des Verfassers zu *^trc, die eine wahre Fundgrube der herrlichsten Gedanken sind. In den Spr. Kap. 17, V. 13 heistt es: r 32 njr srer xb rz"c rnrj rT -iw „Der Gutes mit Bösem vergilt, von dessen Hanse weicht das Unglück nicht." Wir haben hier einen "p und ET3 vor uns. Das 2T3 lautet: trer und das ^p: twcn Die Form de6 "p ist das Futurum des Spn p:3, ist ein intransitives Verbum und bedeutet: „weichen". Tie Form des rr: hingegen tren, das Futurum des;*;e, ist transitiv und bedeutet: „weichen lassen". Das Substantivum ny hat ebenfalls ztvei Bedeutungen. Es bedeutet häufig: „Schlechtigkeit. Bosheit. Unrecht und Sünde", dann bedeutet cs auch: „Unglück und Strafe". Der Undankbare mm ist ein gar niedriger Mensch. Der gegen Menschen undankbar ist, tvird es gegen Gott nicht minder sein unb es ist sicher anzunehmen, das; er keine Gelegenheit Vornbergehen lästt, die sich ihm bietet, seine Undankbarkeit zu bethätigen. „Der also Gutes mit Bösem vergilt, :r.'3v wn tyvn xb der lästt keine böse That an sich vorübcrgehen; sein häst liches Gemüth lästt das Schlechte aus seinem Hause nicht weichen", aber lehrt das "p *n'2c npn ty.cn Hb auch das Unglück iveicht aus seinem Hause nicht." Diese zwei Beispiele, die wir mit Leichtigkeit verhundertfachen könnten. genügen, um zu zeigen, auf welcl'en gradcn, echt wissenschaftlichen Bahnen der Verfasser sich bewegt. Aber nicht nur der Gelehrte findet Belehrung, sondern auch der weniger Gelehrte Erbauung. Aus jedem Satze spricht ein wahrhaft frommes, gotlbegeistertes Herz zu unsi Möge das Werk dz?, verdiente Verbreitung finden,, möge keiner versäumen *"• - *p bx nrs r.*:nS dami't es dem gekehrten Verfasser vergönnt sein möge, auch die anderen Schatze feines Geistes einer weiten Oessentlichkeit zugänglich zu

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