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Der Israelit · 1904-08-22 · Heft 67 (22.8.1904) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 67 (22.8.1904)
Date
1904-08-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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48/Jahrgang. Gentrak-Hrgan M 67. Isrssli Ein für das orthodoxe IudenLhum. Begründet von i>r. ITcIjnmim in Mainz Montag, den 11. Vlul 5664. 2 2.Ang,.stIS«^ Am Eine Mnvk abonntrt nian bei allen Postaastalten für den Modal September auf den „Israelit". Dieser Preis tritt aber nur eia bei Abonnements, welche rechtzeitig am Poft-ZeitungS fchalter deS Wohnsitzes deS Besteller- oder bei dem betreffenden Landbrieflräger aufgegeben werden. Tie Briefträger sind berechtigt, den Abonnements-Betrag in den ersten 25 Tagen deS 'IHonat* gegen Quittung in Empfang zu nehmen. Ausland entsprechend höher. fcZy* Auf Wunsch Ermäsllgurra auf den Abonncmctttspreis. Die Lrpeüition des ^Israelit." Der Regenmangcl. Der Regenmangel, der mit seinen Folgen so schwer auf allem lastet, läßt es geboten erscheinen, öffentliche Gebete 411 veranstalten. Für diejenigen, die mit ihrem Denken und Fühlen sich unter Gottes Vorsehung stellen, bedarf es nicht erst dieser Mahnung. Sie haben sich gewiß längst selber dazu ermahnt und durch ihre Anregung es bewirkt, daß in ihren Gemeinden te sondere Gebete um Regen zum Himmel gerichtet wurden. Aber diese Gesinnung hat leider in manchen jüdischen streifen vieles von ihrer ursprünglichen. üb:rzeuaten Innigkeit eingebüßt. so daß es nicht überflüssig erscheint, durch ein aufklärendcs Wort hier nacknu helfen. Es gibt viele unter uns. die, wenn sie auch sonst mit ihrem Thun und Lassen sich in den Bahnen des jüdischen Lebensregimes bewegen, es doch nicht zu einem aus frommem Herzen fließenden Gebet um Regen bringen. Ihre moderne Bildung, ihre vermeintliche Naturwissenschaft hat's ihnen angethan. Sie wissen, daß nichts so vollkommenes Gemeingut, nichts so Gegenstand der Unterhaltung, nichts von solchem Ein fluß auf unsere ganze Stimmung ist als daS Wetter. Das Wetter aber, ob freundlich oder unfreundlich, ob günstig oder ungünstig vollzieht sich nach ganz bestimmten Naturgesetzen. Die stenntniß dieser Naturgesetze bildet eine ganze Wissenschaft für sich, die Witterungskunde. Ihre Resultate sind so sicher, sind so allgemein bekannt und anerkannt, daß aus Grund derselben das Wetter vorhergcsagt und täglich in den Zeitungen in- Voraus verkündigt wird. Schließen nun der Luftdruck, die Wollenbildung. die Windrichtung und viele andere Momente natnrgesehlich die Möglichkeit athmosphärischer Niederschläge aus, so würde eine Bitte um Regen trotz dieser Eonstellation eine Aufhebung der Naturgesetze, also etwas Unmögliches verlangen. Nach dieser und ähnlicher Richtung bewegt sich der Gedankengang derjenigen, die in der Bitte um Regen eine unberechtigte Zumuthuna, ein Intellektopfer erblicken. Dem gegenüber muß zunächst daran erinnert werden. daß die große Mehrzahl der hier in Betracht kämmenden Leute von der eigentlichen meteorologischen Wissenschaft gewöhnlich nicht mehr weis; als tvas sie von den Barometern und den Witterungsberichten der Tagespresse abliest. Wer sich aber in den Wissenschaft lichen Werken der wirklichen Fachgelehrten selber um sieht, oder leer gar das Glück hat in persönlichem Verkehr mit storyphäen dieser Wissenschaft zu stehen, den dürfte die Bescheidenheit dieser wahrhaft gebildeten Gekehrten im Vergleich mit dem absprechenden Dünkel der Halb-. Viertel- und Achtel Gebildeten wohl zu einem anderen Urkheil führen. Ich hatte das Glück Professor D o v t zu hören ~ wie viele von den modernen Wetterheiligen kennen diesen Namen, und die bahnbrechenden Untersuchungen

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