Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 102 (24.12.1903)
- Date
- 1903-12-24
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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anzeige gegen diejenigen Polizeioffiziere und Schutzleute erstattet werden, die sich der Theilnahme an den Krawallen und an der Plünderung, eventuell der Begünstigung derselben schuldig gemacht haben. Diese Anzeige stützt sich auf Aussagen zahlreicher Zeugen und reichhaltiges Thatsachenmaterial. Die Zahl der in der Strafanzeige namhaft gemachten Offiziere und Revieraufseher betragt dreizehn, die Zahl der Schutzleute vier. Die Geschädigten ersuchen die Staatsanwaltschaft, sie als Civittlägerzur Betheiligung an der Gerichtsverhandlung zuzulaffen. Die Spannung in der Stadt ist sehr groß. Es werden neue Krawalle befürchtet. Die Behörden unterlassen nichts, um die Juden einzuschüchtern. Kischinew, 22. Dez. Zu dem bereits gemeldeten Urtheile in dem Prozesse wegen der gegen die Juden gerichteten Unruhen ist noch nachzutragen, daß die Anklage auf vorherige Verabredung der Schuldigen vom Gerichtshof verworfen wurde. — Die Begründung des Urtheils wird am 12. Februar veröffentlicht. Es wird darin die planmäßige Organisation der Plünderungen anerkannt, der Schadenersatz aber abgewiesen werden. In den letzten Tagen fanden wieder kleinere Ausschreitungen statt. Die Fenster in mehreren Stadttheilen wurden eingeworfen. Die Behörden trafen Vorsichtsmaßregeln und hielten für die einzelnen Stadttheile Militär bereit. Ob dieses im Ernstfälle seine Schuldigkeit thun würde, gilt fraglich. Der Untersuchungsrichter gab den Vertheidigern gegenüber die Vetheiligung des Agenten Loewendals an den Plünderungen zu, behauptete aber, sie hätten es nur gethan, um die Excedenten zu überwachen. Deßhalb kamen sie nicht unter Anklage. meinen le-rn für Obstkonservea ausgesprochen haben. Red.) vermischtes. Berlin, 13. Dez. (Ei« „bekehrter* Zionist.) Der bekannte englisch-jüdische Ghettadichtcr Israel Zangoill, ein eifriger Zionist, hat sich mit einer christlichen Dame verlobt. LR. Berlin, 2L Dez. Rabbiner Dr. May bäum bat vom Kultusminister den Titel Professor erhalten. Die Auszeichnung ist in Anerkennung feiner litterarischcn Verdienste erfolgt. PariK. Baron Arthur Rothschild ist in Monte Carlo einem Schlaganfall erlegen. Budapest. (Fünfzig Jahre lang Lehrer!) Ter Budapcstcr Rcligionslehrer Herr Simon Goldberger feierte am Vorabend des Chanukafcstes, am 13. dfs. MtS., sein fünfzigjähriges Jubiläum. Briefkasten fcer Kedactto«. 3. in Frankfurt: Die Rede des Herrn Jfaac Breuer, Ke wir in unserem Blatte vor einiger Zeit zum Abdruck brachte-', wurde bereits in verschiedenen jüd. Blättern des Auslandes nachgcdruckt. B. in P.: 1. „Der Eltern Segen baut den Kindern Häuser", kommt in dieser Form nicht vor. Der Spruch wird vielmehr aus Jesus Sirach 3. U hergeleitet sein, wo es heißt: .Des Vaters Segen bauet den Kindern Häuser, der Mutter Fluch reiflct sie nieder." 2. .Moses und Propheten haben* dient als scherzhafte Hmdeutung auf den oft nur in den Augen der Neider bestehenden Geldbesitz der Juden. Er stamnrt aus dem neuen Testament Luc. 16, 29. Dort sagt nämlich Abraham zu dem ans der Hölle für seine fünf Brüder bittenden Reichen: „Sie haben Moses und die Propheten: laß sie dieselbigen hören." Hieraus ist das Wort entlehnt, und feine falsche Anwendung wag da herrühren, daß „Moos haben* für »Gelb haben* damit verquickt wurde, was wiederum von dem hebräischen Pluralis royo stammt, der in dem Singular in der Mischna eine kleine Münze — 1l6 Denar bedeutet. Sprecht a a l. Hamburg, 8. Dezember. Anläßlich Ihrer Briefkasten-Notiz in Nr. 90 Ihres Blattes über Konserven erlaube ich mir, da ich seit 12 .Jahren in dieser Branche thätig bin. Sie auf Folgendes aufmerlsam zu machen: Obst-Konserven, auch in halber Frucht, dürfen nicht aus jeder Fabrik bezogen werden, da in manchen Obst-Konservenfabriken auch Fleisch-Konserven hergestellt werden, und könnte ich Ihnen solche sogar in Ihrer nächsten Umgegend namhaft machen. Hermann Hey mann jr. (Jedenfalls ist es rathsam, dem Bedenken des Herrn Heymann Rechnung zu tragen und nur von solchen Fabriken zu beziehen, die keine Fleisch-Konserven Herstellen; damit wollen.wir keinenfalls einen allge- ' I. in H.: Aristeas (281—246) war angeblich ein gebildeter alexandrinischeu Jude am Hofe des Königs Ptolemäus Philadelphias. Er verfaßte eine Schrift über die griechische Bibelübersetzung der Septuaginta, die un'er dem Namen „Aristeasbuch" bekannt ist. und welche die Lehren und Gesetze des Judenthums im Lichte des jüdischen Hellenismus darzustellen suchte. M. P. in A. (Holland): Wir spendeten nur dem Schriftsteller Heijcrmans das ihm gebührende Lob, welches ja auch Sie ihm zucr kennen. Daß Heijcrmans auch die Juden meisterhaft zu schUdern weiß, werden Sie wohl ebenfalls zugeben müssen. Aber er schildert sie ohne Liebe, ohne Theilnahme. er legt nur die kritische Sonde von seinem Standpunkte an sie an. In verschiedenen jüdischen Blättern Deutschlands wurde di s auch gelegentlich seiner jüngsten Skizze '.Sabbat* (deutsch von R. Rüben, Feigenfpan, Pößneck i. Th.) zur Sprache gebracht. Wir werden in nächster Zeit diese Sknze und sein Drama „Ghetto" besprechen, hoffentlich in Ihrem Sinue. , I. G. in H.r Heber'die Tyrnauer Judeuoerfolgung brachlen wir vor mehreren Jahren einen historischer Roman. Briefkasten ser Expedition. - M. W. in Preßburg. Einverstanden.