Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 101 (21.12.1903)
- Date
- 1903-12-21
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2446951-2449890-2449983--59709-2523970- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
2254 Mit dieser veränderten Haltung des Vorsitzenden und des Staatsanwalts stimmt neuerdings das Verhalten des Gouverneurs, Fürsten Urussow, gegenüber den Juden überein, dessen Unparteilichkeit bisher tadellos war. Er ließ Dr. Mutschnik, den Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Kischinew kommen und ersuchte ihn, mit den angesebenen Glaubensgenossen und deren Frauen an dem offiziellen Weihnachsempfang theilzunehmen. Als Mutschnik in einer zweiten Unterredung erklärte, daß nach Lage der Verhätlnisse bei der gedrückten Stimmung der Juden der Plan nicht ausführbar sei und daß vor allem die jüdischen Frauen nicht theilnehmen würden, wurde Fürst Urussow sehr schroff. Er erklärte, daß durch den Prozeß eine neue Erbitterung, namentlich auch beim Militär, erzeugt sei. Wenn daher neue Unruhen ausbrächen, trügen die Juden die Schuld. In gleichem Sinne äußerte sich der Chef der politischen Polizei, so daß man auf eine generelle Anweisung der Zentralinllanz schließen darf. Um die Anwälte der Zivilklöger von weiteren Schritten abzuhalten, werden die Kischinewer Juden von neuem bedroht und sollen auf die gebildeten Kreise Rußlands wirken, daß auch diese keine weiteren Anstrengungen machen, die wahren Anstifter der Kischinewer Verbrechen der Bestrafung zuzuführen. Mit diesem SituationSbericht stimmt eine Alarmnachricht überein, die heute dem Hilfsverein der deutschen Juden von der russischen Grenze zuging, wonach neuerdings Excesse zu den bevorstehenden russischen Feiertagen vorbereitet seien und eine Panik herrsche. Gouverneur Urussow fragte Mutschnik nach dem eventuellen Verhalten der Judenfchast. Mutschnik erwiderte, diese würde sich vertheidigen, worauf der Gouverneur andeutete, das Militär würde voraussichtlich zu Gunsten der Excedenten interveniren. Letzte Nachrichten. Frankfurt a. M., 20. Dez. Herr Justizrath Dr. Hirsch, Sohn von S. R. Hirsch s. A., ist leider schwer erkrankt. An seine Freunde geht die Bitte, ihn in sein Gebet einzuschließen. vermischtes.- Berlin 15. Dezember. Der Inhaber des Hotel Cassel. Leopold Pel tcsobn, ist gestern, 64 Jahre alt, gestorben, Cr war ein aufrichtig frommer Mann von großer Zuverlässigkeit und allcze-t regem Woblthätigkeitssinn. Königsberg. Den Mitgliedern des Knabenchors unserer Synaaogcngemcindc ist eine Chanukahfreude bereitet worden; Jeder der jugendlichen Sänger hat ein Sparkassenbuch erhalten, auf das ein Betrag eingzahlt worden ist. Resultat unseres Preisausschreibens in Nr. 91. Aus einer großen Fülle von Lösungen (ea. IVO) erhielt den Preis Herr Rabbinatscandidat Al. Silbermann, Nng. Brod, für folgenden Satz: ♦ ♦ "vre y$_ pip M nn Eh et erntete reines Del, §otz es ans ein reines Gewand." Auch eine der nächstbesten Lösungen gehört Herrn Silbermann und zwar der Satz:! hj yoaD pfira o^an tu snon' Erwähnung verdient auch eine andere Lösung: i"?L ~$! fSir. yan Eine uns bekannte Lösung bietet der Satz; rrq pnia osrüß .. die aber, da der Name Agrippa's nicht in der Bibel vorkommt, auch abgesehen davon, mit den Lösungen des Herrn Silberman' nicht gleich bewerthet werden konnte. Außerdem wurde die bekannte Lösung Jbn Esra's, ... fSü ,22? T3K DT , die selbstverständlich nicht mitcöncürrir/n konnte. Wiederholt cirrgefähdt. ' f'. Die überaus rege Bcthelliguüg unserer geehrten.Leser hat uns sehr ersrent) lpir danken Jedem Einzelnen und bedauern nur einen Priis zur Verfügung zu hgvem^ Dis MsvÄStion dss /