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Der Israelit · 1903-12-17 · Heft 100 (17.12.1903) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 100 (17.12.1903)
Date
1903-12-17
Page
– (sequence 25)
Language
German
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SrL^SDR^WWM sSiaöfe^*£ L^E»Ä-^>-.Ä M J% MZW »€?« für dasVv»° A 8 0 17. Dez. 1903.] INr. 54 mm mm -gm WM ML7.MLMSWI sznmrE \ i r Ml Episoden aus dem Feldzuge Rußlands in die Mandschurei nach Griginalberichten erzählt von Emil Knegten—Mainz. sAlle Rechte Vorbehalten.^ In einem der größten Häuser der Hauptstraße Kobryn's, einem Städtchen von 16—20,000 Einwohnern im Gouvernement Grodno (Lithauen), herrschte heute, an einem prachtvollen Septembertage, reges, freudiges Leben, an dem sich, wie es schien, eine große Zahl von Bekannten und Freunden des Hausherrn betheiligte. Es galt die Bar-Mizwah des einzigen Sohnes des reichen Fellhändlers Kalmanowitsch zu feiern. Dieser konnte es sich schon gestatten, dabei einen großen Theil der jüdischen Gemeinde zu bewirthen. Auf einige,, Tausend Rubel mehr oder weniger brauchte es ihm bei dieser Gelegenheit nicht anzukommen. Er hatte es ja. Alle seine Unternehmungen waren Kalmanowitsch bis jetzt zum Guten ausgefallen. Aus kleinen Anfängen hatte er sich durch rastlosen Fleiß zu seiner jetzigen, allgemein geachteten Stellung emporgeschwungen. Aber dieser Umschwung in den Verhältnissen Kalmanowitsch's hatte ihn nicht bestimmen können, auch nur um Haaresbreite von seinem streng-religiösen . Leben abzuweichen. Er hing mit der ganzen Innigkeit seiner Seele an den altüberlieferten Lehren seiner heiligen Religion. Auch heute, an dem Freuden- und Ehrentage seines Einzigen, gelobte er sich, streng und mit der ganzen väterlichen Autorität darauf zu achten, daß auch sein Sohn, sein über alles geliebter David, in seinen Fußtapfen wandeln werde. David, ein hübscher, schlanker, schwarzäugiger Knabe gab durch sein ganzes bisheriges Verhalten seinem Vater die volle Berechtigung, stolz auf ihn zu sein. Stets hatte er von den besten Schulzeugnissen, niemals kam eine Klage der Lehrer über ihn, trotzdem er sonst ein lustiger Junge und kein Stubenhocker war. Lustig tummelte er sich in seinen freien Stunden mit seiner Spielgefährtin, der einige Jahre jüngeren Chaja, einem Nachbarskinde, in dem großen Garten seines Vaters herum. Bei einer solchen Gelegenheit war es auch, daß David der Lebensretter Chaja's wurde. Der Garten seines Vaters stieß nämlich mit seiner Rückfront an das Flüßchen Muhaviza. Es hatten längere Zeit heftige Regengüsse stattgefunden, und das sonst so harmlose Gewässer war zum reißenden Strome angewachsen. Die beiden Kinder spielten eines Tages an der hart am Wasser gelegenen Mauer. Chaja war auf dieselbe hinaufgeklettert und warf nun mit Steinen, die sie im Garten aufgelesen, in's Wasser, dabei glitt ihr Fuß auf der nassen Mauer aus, sie verlor das Gleichgewicht und stürzte kopfüber in die gelben, schlammigen Fluthen. David, dies beobachtend, war mit einem Sah auf der Mauer und sprang seiner Spielgefährtin nach. Es gelang ihm auch, sie im letzten Augenblicke zu erhaschen und nun suchte er mit ihr schwimmend das Land zu erreichen. Doch der reißende Strom riß ihn

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