Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 100 (17.12.1903)
- Date
- 1903-12-17
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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2222 Offenbarung, Worte des Herrn, aber es darf uns zur Befriedigung gereichen, vom rein menschlichen Standpunkte aus solche Anerkennung zu finden. Und welch' ein schmeichelhaftes Urtheil ist es für das jüdische Volk, wenn ein Geist, wie Herder, der „Theologe unter den Dichtern" das für das Produkt jüdischen Kunstsinnes erachtet, was dem großen Theile der Menschheit als höchstes Heiligthum gilt. Leider werden Herders Werke viel zu wenig gelesen, um recht gewürdigt zu werden. Mögen diese Zeilen zur Lektüre Herders anregen, entsprechend deni, was Lessing auch in Bezug auf Klopstock sagt: Wer wird nicht einen Klopstock loben? Doch wird ihn jeder lesen? Nein! Wir wollen weniger erhoben Und fleißiger gelesen sein! Zeitungsnachrichten und Correspoudenzen. Deutschland. Hamburg, 14. Dez. Im August d. I. wurde der in der Fruchtallee Hierselbst wohnhaft gewesene Lotteriekolleküur David L e v y in seiner Wohnung ermordet aufgefunden. Der hiesigen, bekanntlich sehr tüchtigen Kriminalpolizei gelang es sehr bald den Mörder in der Person eines haustrenden Lumpenhändlers Namens 'Weiglin zu verhaften. Nach zweitägiger Verhandlung vor dem hiesigen Schwurgericht in dieser Woche wurde Weiglin des qualifizirten Raubmordes für schuldig erkannt und demgemäß zum Tode verurtheilt. H. B. Frankreich Paris, 13. Dez. Der warme Nachruf, den Sie in Nr. 98 Ihres Blattes Herrn Boas N a b i n o - w i tz gewidmet haben, hat mich, tief gerührt und vergessene Zeiten in Erinnerung gerufen. Als Kind habe ich diesen Herrn sehr oft im Haufe meines Vaters gesehen. Dieses Hochfeine im ganzen Wesen, diese edle Harmonie, die sich in allen seinen Handlungen äußerte, haben schon damals auf mein kindliches Gemüth einen großen und tiefen Eindruck gemacht. Einmal habe ich ihn bei uns in Wilna zusammen mit seinem Hausrabbiner gesehen, der ein sehr guter und biederer Mann, aber sehr naiv und ohne Spur profaner Bildung war. Und es war geradezu rührend, zu sehen, wie dieser feingebildete Mensch, der mit den Großen und Mächtigen dieser Erde umzngehen verstanden, seinem Rabbiner die größte und tiefste Hochachtung zollte. Man sah es wohl, daß für diesen durch und durch modern-europäischen Mann die Achtung vor dem religiösen Wissen kein leeres Wort war. Und dieser. Hausrabbiner, dem ich die Sehenswürdigkeiten von Wilna zeigte, erzählte mir, dem aufmerksamen Knaben, die Unsummen der schönen und edlen Thaten, die tagtäglich im Hause von Boas Rabbinowitz vollbracht werden. Und ich empfand ein Gefühl tiefer Ehrfurcht vor diesem Manne, der stets das Gute wollte und auch stets das Gute schuf. Man kann wohl sagen, dass mit Herrn Boas Rabinowitz in den Reihen der russischen Juden allmählich die Männer verschwinden, die die Resultate der westeuropäischen Kultur mit den edlen und ehrwürdigen Traditionen unseres Volkes zu versöhnen suchen. Und für uns, die Jugend, die eine streng-religiöse Erziehung genossen, und deren modern-wissenschaftliches Leben ganz der Neuzeit aagehört, bilden solche Männer eine schöne und edle Verkörperung unseres ganzen eigenen idealen Wesens, Wirkens und Wollens, fie sind daher für uns ein großes, würdiges Vorbild. Und darum denken wir beim Heimgänge eines solchen Mannes an diese Gattung von Menschen, die leider immer mehr und mehr abnimmt, wir denken zugleich auch an die Zeiten, wo unsere Augen noch keine Thränen und unsere Seele keine Leiden noch kannte. Pi. Briefkasten der Kedaetts«. Z. N. in G.: Die Makkabäer haben bei Wiedereinweihung des heil. Tempels die Tempelgeräthe, Leuchter. Schaubrottisch, Altar u. s. w., neu aufcrtigcn und ausstellcn lassen, da sämmtliche heil. Geräthe von Antiochus i. I. 169 geraubt worden waren. Zwischen dieser Wegnahme und der Wiederaufstellung liegt ein Zwischenraum von vier Jahren. Frau S. in CH.: Daß auch Frauen im Mittelalter sich an den Chanukah-Tagen am Kartenspiel betheiligten, ist vielfach Erwiesen. Hauptsächlich aber spielten die Frauen mit Nullen und Aepfcln, wie es schon in Erubin Fol. Ivb erwähnt ist. Dort heißt es: OTRsnai OTOxa pirKff. — Kinder spielten das sogenannte Mühlenspiel, das zum ersten Mal im 11. Jahrhundert von Raschi angeführt wird. (Gemara Sanhcdriu, Fol. 25 B. voce DSD9). I H. in Kz.: Jakob Um Gau war Oberhaupt der jüdischen Gemeinden in Spanien des moslemitischen Reiches daselbst (887— 900), der seinen Wohnsitz tn Eordova hatte. Er sollte sich nickst lange dieser Würde erfreuen. Infolge von Zwistigkeiten mit inneren Gegnern, die großen Einfluß besaßen, wird er vom Minister ins Gefängniß geworfen und starb 900. Der Dichter Isaak den Saul in Elifana hat seine Hochherzigkeit in mehreren Gedichten besungen. Er rühmt ihm nach, daß er die Gelehrten in ihren litteiarischen Arbeiten unterstützt habe, und er nennt ihn „Vater der Armen." A. L. m F. Das Wort m hat Zahlwerth 60. Siehe nbmn uv x Tn .rp 'd p?n ran rmxnrvns n’xo -CO /-> D -1SDH XQD -msr 3pJT "fr nnd D’H? .NX! T *W "H* rsEDDZT "r:N2_ 1M1TQ 110*10 Daß man jetzt so Manchem diesen Titel beilegt, ,st eme Blasphemie. G. B. in Ns.r Eine solche Gans darf nicht geschlachtet werden. W. S. in N. N.: Besten Dank. Das Blld befindet sich, wie Sw sehen, bereits in heutiger Rümmer.