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Der Israelit · 1903-12-17 · Heft 100 (17.12.1903) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 100 (17.12.1903)
Date
1903-12-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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GenLrat-Hrgan für das orthodoLe Zudenthum. Begründet von nr. in VSlatu%. de« 28, Kislew 5664. 17. Dezember 1903. Die Träume j)haraos< Line Betrachtung zu rQ52- Von Dr. Hermamr KLei« - Frankfurt a. M. „Und es war nach Ablauf von zwei Jahren, und Pharao träumte und er ficht Leim Muffe. Und aus dem Flusse steigen steben fette und starke Kühe. Nachher steigen steben magere Und schwache Kühe und verschlingen die stärkeren Kühe. Sodrum sieht er steben volle Aehren, die von steben anderen ausgedroschenen Aehren verschlungen werden." Joseph deutet ihm diese Träume. Wir glauben aber nicht fthhugehen, wenn wir annehmen, daß diese Traume neben ihrer lokalen Bedeutung eine universelle Bedeutung haben. Sie sollen uns eine Lehre vermitteln, die über Zeit und Raum erhaben ist. nxrs ncsr cp^x -.wx nx Gott läßt Pharao einen Blick in die Art und Weise .seines Waltens werfen ,belehri ihn, daß Er es ist, von dem aller Segen stammt, daß Er Eigner des Alls ist, daß Er immer noch die Herrschaft in Händen hält, daß alle Kräfte der Natur Seinem Willen unterthan sind. Der König Egyptens, wird uns erzählt, 12» by -itry nrni steht an den Ufern des Flusses. Unsere Weisen machen hierzu eine Bemerkung, die uns klaren Aufschluß über die Lebensanschauung dieses in Machtbewußsein schwelgenden orientalischen Despoten gibt. Die heidnische Welt, meinen unsere Wessen, steht über ihren Göttern, während bei uns das Umgekehrte der Fall ist. vbs 223 77 rüffl heißt es bei unserem Stammvater. Der Nilflutz hat bekanntlich auf den Segen in Egypten einen bestimmenden Einfluß. Nun ist aber dieser Fluß auch nur ein Mittel, dessen sich Gott in seiner Weisheit bedient. Die Egypter aber waren kurzsichtig genug, die von ihnen lvahrgcnommene endliche Ursache als Endursache zu betrachten, das vorübergehende, zeitlich und räumlich beschränkte Bewirkte als das Bewirkende anzusehen, die von Gott gesandten und bestimmten Kräfte als Urkräfte zu verehren, ste sprachen mit nra, mbvt nxn p ,*wm daß der Fluß es ist, der den Segen in Egypten herdorruft und verstanden nicht/ daß der Fluß selbst dem Willen eines Höheren unterworfen ist, daß der Fluß selbst nur Wirkung und nicht Ursache ist. Ihr König ging dann noch einen Schritt weiter und verehrte in sich selbst die Gottheit Egyptens. Eine derartige eitle und wahnwitzige Selbstüberhebung liegt für den nicht fern, der es verlernt oder noch nicht gelernt hat in die Höhe zu blicken, der es nicht gelernt, in den Stimmen, die aus der bewegten Fülle der ganzen Natur zu ihm sprechen, das Loblied der Schöpfung auf den Schöpfer herauszuhören, der es nicht versteht, hin-, ter den Gestalten die formende und ordnende Hand des' Gestalters wahrzunehmen, sondern in den Formen den Formenden sieht, in den Gestalten den Gestalter, in der Natur die Gottheit. Der Prophet sagt: awipnen #w "prß “irx inx min ba cnnaorr. Die sich eine Heiligkeit und Reinheit ersinnen den Gärten zugewandt. der in der Mitte stehenden Einen nachfolgend. — So schwierig dieser Vers für den ersten Anblick scheinen mag. so glaube ich doch, daß ihm ein einfacher Gedankengang zu Grunde liegt. Diejenigen, die sich eine Heiligkeit und Reinheit ersinnen, die ihre Quellen nicht in der Urquelle aller Heiligkeit und Reinheit haben, sondern sich der Natur zuwenden, und in ihr, die nichts als ein Abglanz der göttlichen Herrlichkeit ist. ein Selbstständiges erblicken, das Geschöpf an Steve des Schöpfers setzen, die müssen, wenn sie konsequent bleiben wollen, mit der Zeit sich selbst als das höchste Wesen erkennen. Denn ste nehmen wahr, daß sie die Fähigkeiten haben, die Natur sich dienstbar zu machen, sie erkennen sich bald als den „Mittelpunkt der Natur," als Sinn des ganzen Alls; mit einem Worte: gingen sie auch davon aus, die Natur als Gottheit zu verehren, und glaubten unter ihren Geboten zu stehen, so machen

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